Aktuelles:
Vorankündigung: Informationsveranstaltung"Zulassungsverfahren für Niederschlagswasserbehandlungsanlagen", Donnerstag, 25. Oktober 2012, Deutsches Institut für Bautechnik, Saal A/B, Berlin, weitere Informationen
Seminar "Dezentrale Behandlung von Niederschlagsabflüssen" am 12. Mai 2011 im Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft und Hydromechanik

Prof. Dr.-Ing. Antje Welker war Gastgeberin des gut besuchten Seminars an der FH Frankfurt, das für Fachleute aber auch Neueinsteiger in das Thema konzipiert war und als Plattform zum Informations- und Kenntnisaustausch diente.
Der Dekan des Fachbereichs 1, Prof. Dr. Michael Peterek, begrüßte die 140 Teilnehmern aus vier Ländern, die gleichermaßen aus Ingenieurbüros, Verwaltungen, Hochschulen und von Herstellerfirmen kamen, so dass jeder Beitrag rege und aus verschiedenen Blickwinkeln heraus diskutiert wurde.

Der erste Block am Vormittag diente dem Einstieg und Überblick in das innerhalb der Siedlungswasserwirtschaft noch recht neue Thema, den Prof. Dr. Antje Welker lieferte. Durch den weitgehenden Ausbau der kommunalen Kläranlagen weisen Stoffbilanzen vieler Flussgebiete niederschlagsbedingte Abflüsse zunehmend als bedeutende Eintragsquelle aus. Maßnahmen zur Reduktion stofflicher Einträge aus dem Niederschlagsbereich sind daher zunehmend relevant. Eine Möglichkeit besteht darin, Niederschlagsabflüsse zentral in Regenklärbecken zu behandeln. Die Versickerung über begrünte Seitenstreifen (Bankette) bei der Straßenentwässerung wird ebenfalls seit langem angewendet. Alternativ oder ergänzend können dezentrale, standardisierte Anlagen zur Behandlung von Niederschlagsabflüssen eingesetzt werden.

Dr. Birgit Kocher von der Bundesanstalt für Straßenwesen erläuterte in ihrem Beitrag die Leistungsfähigkeit von Böden bei der Versickerung und stellte heraus, dass die meisten Schadstoffe hier gut zurückgehaltern werden.
Da technische dezentrale Behandlungsanlagen nach einem Einbau schwer zu überprüfen sind, ist die Prüfung der Leistungsfähigkeit im Labor für eine Beurteilung notwendig. Über Historie, Grundlagen und Stand der Prüfverfahren berichteten Dagmar Wahrmund vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) und Martina Dierschke von der FH Frankfurt.
Prof. Dr. Mathias Uhl von der FH Münster und Gerd Arnold von der LGA in Würzburg zeigten anschaulich Ergebnisse aus Laboruntersuchungen.

Mindestens ebenso wichtig wie Laboruntersuchungen sind Untersuchungen im Feld unter realistischen Bedingungen, die Thema im zweiten Block am Nachmittag waren. Dr. Carsten Dierkes von H2O-Research in Münster brachte zunächst einen Marktüberblick über die Vielzahl an technischen Behandlungsanlagen, deren Bauarten und Verfahrenstechnik, die es derzeit in Deutschland gibt und weitere Beurteilungsparameter wie Herkunftsfläche oder Einbauort. Benedikt Lambert von der Firma Bioplan berichtete über Erfahrungen von Anlagen zur Straßenabflussbehandlung und wies eindringlich auf die Schwierigkeiten durch die Salzbelastung im Winter hin. Über Erfahrungen aus Bayern berichteten Florian Ettinger vom LfU Bayern (dezentrale Metalldachbehandlungsanlagen) und Dr. Brigitte Helmreich von der TU München (dezentrale Straßenabflussbehandlungsanlagen).
Die Aktivitäten in Nordrhein-Westfalen stellten Klaus Alt (Hydro-Ingenieure) für Köln und Königswinter sowie Dr. Holger Hoppe (Dr. Pecher AG) und Udo Lauersdorf (WSW Energie & Wasser AG) für Wuppertal vor. Alle drei Autoren berichteten über gute Erfahrungen mit dezentralen Behandlungsanlagen. Es wurde aber auch deutlich, dass eine regelmäßige Wartung und die Kontrolle im Betrieb unerlässlich für den dauerhaften Erfolg des Rückhalts von Schadstoffen bei der dezentralen Behandlung von Niederschlagsabflüssen sind.
Kontakt:
Dipl.-Ing. Martina Dierschke
martina.dierschke@fb1.fh-frankfurt.de
Prof. Dr.-Ing. Antje Welker
antje.welker@fb1.fh-frankfurt.de
Die sehr informative, interessante und lebhafte Veranstaltung wurde von den Teilnehmern durchweg positiv angenommen. Ein Extra-Lob gab es für die schöne Atmosphäre an der FH, für die auch das nach Meinung der auswärtigen Teilnehmer schmackhafte und mit ausreichender Auswahl angebotene Mensaessen und nicht zuletzt das gelungene Catering des Café 1 beitrug.
Aufgrund des guten Feed-backs und des großen Interesses wird dies keine Einzelveranstaltung bleiben. Planungen zur Wiederholung sind bereits am Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft und Hydromechanik aufgenommen worden. Martina Dierschke