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Studienaustausch Ryerson University Toronto - FH Frankfurt am Main

Leitung: Prof. Heribert Gies,  Prof. Yew-Thong Leong

Teilnehmer: 22 Studierende der Ryerson University Toronto, 22 Studierende der FH Frankfurt am Main

 

Exkursion Le Corbusier

Wie bereits in den letzten Jahren fand auch im Mai 2008 innerhalb des Austauschprogramms zwischen der Ryerson University Toronto und der FH Frankfurt ein Studierendentreffen in Frankfurt statt.

Am 22. Mai kamen 22 Studierende, zusammen mit den Professoren Yew-Thong Leong, Marco Polo und  Dr. Farnaz Sadeghpour nach Frankfurt.

Neben dem Aufenthalt in Frankfurt war eine Exkursion in die Schweiz und nach Frankreich zu einigen Bauten von Le Corbusier Schwerpunkt des diesjährigen Austauschprogramms.

Zusammen mit 22 Studierenden von der FH Frankfurt und den Professoren Nikolaus Kränzle, Kuno Schneider und Heribert Gies reiste die Gruppe zuerst nach Weil am Rhein zur Firma Vitra. Hier wurden neben einer Werksführung auch Bauten von Tadao Ando (Konferenzpavillon, 1993) und Zaha Hadid (Feuerwehrhaus, 1991–1993) besichtigt.

Anschließend begann das Le Corbusier-Programm, zunächst in La Chaux de Fonds mit einer Führung durch die Maison Blanche (1912–1919). Es folgte eine Besichtigung der bis 1916 realisierten Einfamilienhäuser in der Umgebung der Maison Blanche, dem sogenannten Frühwerk von Le Corbusier.

Nächster Programmpunkt war die Villa Turque, die Le Corbusier 1916 für den Uhrenfabrikanten Anatole Schwob realisierte.

Nach einer Übernachtung in Neuenburg stand das kleine Haus am See, die Villa au bord du Lac Léman, auf dem Programm, welche Corbusier 1923/24 für seine Eltern baute. Eine sehr charmante ältere Dame führte uns durch das Haus und den Garten und erzählte uns sehr ausführlich die Geschichte des Hauses und seiner ehemaligen Bewohner.

Anschließend ging die Reise nach Eveux, zum Kloster Saint-Marie de la Tourette. Das Kloster wurde 1960 eingeweiht, die Bauarbeiten jedoch erst 1962 abgeschlossen. Leider wurde das Kloster, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht, gerade innen und außen saniert, so dass einige Teile, u.a. das Refektorium, nicht zugänglich waren. Wir konnten jedoch im Kloster übernachten und eine ausführliche Führung durch den Gebäudekomplex machen.

Am nächsten Tag ging es nach Lyon, welches als Standort für mehrere Tagesausflüge gewählt wurde. In Lyon selbst wurden die Altstadt, die Markthalle (Tony Garnier, Realisation 1909–1928), die moderne Médiathèque in Vénissieux (Dominique Perrault, Realisation 2001) und der TGV-Bahnhof von Santiago Calatrava am Flughafen Lyon Saint Exupéry (1989–1994) besichtigt.

Ein weiterer Tagesausflug führte uns nach Firminy-Vert, wo Le Corbusier ab 1954  mehrere Bauten realisiert hat, z.B. das Maison de la Jeunesse (Fertigstellung 1965). Die Fertigstellung der letzten und mit 414 Appartements größten Unité d´Habitation im Jahr 1967 erlebte Le Corbusier nicht mehr.

Der Bau der Kirche Saint Pierre wurde nach seinem Tod von einem ehemaligen Mitarbeiter begonnen und 1978 wegen einer ungesicherten Baufinanzierung unvollendet eingestellt. Erst 2003 konnte José Oubrerie die Planung fortsetzen und den Kirchenbau zusammen mit den Architekten Yves Perret und Alain Duverger 2006 fertigstellen.

Zusammen mit dem Stadion, dem Kulturzentrum, der Kirche und der „Wohnmaschine“  ist Firminy-Vert nach Chandigarh das zweitgrößte und einzige in Europa realisierte städtebauliche Ensemble von Le Corbusier.

Ein weiterer Tagesausflug führte zum archäologischen Museum in Saint Romain en Gal, das 1988 bis 1995 von den Architekten Chaix und Morel realisiert wurde.

Die Rückreise begann mit der Besichtigung der Salinenstadt Arc-et-Senans von Claude Nicolas Le Doux, deren Bau  er 1779 abschloss.

Zum Abschluss wurden noch weitere Bauten von Le Corbusier besichtigt, darunter die Kirche Notre Dame du Haut bei Ronchamp (1953-1955) und die Schleuse bei Kembs-Niffer (1959–1962). Zum Abschluss der Exkursion besuchten wir die Kurzwarenfabrik Duval in St. Dié (1948–1950), die sich leider in einem sehr schlechten baulichen Zustand befindet und dringend saniert werden müsste.

Fast alle Bauten konnten auch von Innen besichtigt werden, was die Exkursion zu einem besonders beeindruckenden Erlebnis für alle Teilnehmenden machte.

Während der Reise bearbeiteten die Studierenden als Stegreif-Aufgabe den Entwurf eines Museums für Skulpturen von Le Corbusier am Genfer See.

Als Fortsetzung des Austauschprogramms ist für Mai 2009 eine Exkursion von Frankfurt nach Kanada geplant.