TTFachhochschule Frankfurt am Main / University of Applied Sciences
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The Kayamandi Housing Project

ArchitekturstudentInnen planen für ein Township in Stellenbosch, Südafrika

Stellenbosch, etwa 30 km östlich der Drei-Millionen-Metropole Kapstadt gelegen, zählt nicht nur zu den ältesten, sondern auch zu den malerischsten Städten Südafrikas. Weiß getünchte Häuser im Kapholländischen Stil, baumbestandene Alleen, gepflegte Vorgärten und Rasenflächen sowie ihre Lage im Zentrum der reizvollen südafrikanischen Weinbaulandschaft machen die 60.000-Einwohner-Stadt nicht nur zu einem beliebten touristischen Ziel, sondern auch zu einem florierenden lokalen Wirtschaftszentrum und zum Standort einer renommierten Universität.

Doch dieser erste Eindruck von intakter Kleinstadtidylle und scheinbar „heiler Welt“ ist trügerisch. Den meisten Besuchern bleibt die zweite, ganz anders geartete Realität dieser Stadt verborgen. Kaum zwei Kilometer vom Zentrum der Stadt entfernt stößt man im Nordwesten, hinter dem lokalen Gewerbegebiet versteckt, auf eine andere Welt: das Township Kayamandi, das Wohnviertel der schwarzen Bevölkerungsmehrheit.

Die Gegensätze könnten nicht größer sein. Etwa 30.000 Menschen leben hier dicht gedrängt, meist in prekären Hütten aus Holz, Blech, Pappe oder sonstigem provisorischen und billigem Material. Auf maximal 10-12 qm Grundfläche müssen vielfach 6 bis 8 Personen unterkommen. Die Wohndichte erreicht bis zu 1.000 Einwohner pro Hektar. Trotz dieser kritischen Lebensbedingungen wächst das Township jeden Tag weiter an.

Greater Stellenbosch Development Trust– Bridge the Divide

Die lokale Hilfsorganisation „Greater Stellenbosch Development Trust – Bridge the Divide“ hat sich das Ziel gesetzt, zusammen mit den Menschen vor Ort, diese Lebensbedingungen zu verbessern. Der Trust betreibt deshalb verschiedene Projekte der Gemeinwesenentwicklung: Neben einem Gesundheits- und Hygieneprojekt, einem Tourismus-Projekt und einem Ausbildungs-Projekt, zählt dazu ein Städtebau-Projekt, bei dem sich auch der Fachbereich 1 der FH Frankfurt a.M. engagiert.

Studienprojekte

Bei einem ersten Aufenthalt in Südafrika im Juni 2002 konnte sich eine Gruppe von Studierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Peterek mit der Situation im Township vertraut machen und die notwendigen Bestandserhebungen durchführen. Anschließend wurden im Rahmen der Lehrveranstaltung „Architektur und Städtebau im globalen Kontext“ erste Konzepte und alternative Studien für einfache Wohnbautypologien und Hausgruppen angefertigt. Im Herbst 2003 entwickelten die beiden Diplomandinnen Kathrin Adami und Julia Dennerlein, auf der Grundlage einer mehrwöchigen Feldforschung vor Ort, städtebauliche Vorschläge für eine nachhaltige Gesamtentwicklung des Township.

Im Februar/März 2004 war erneut eine Gruppe von neun Studentinnen und Studenten, in Begleitung von Prof. Dr. Michael Peterek und Dipl.-Ing. Angelika Plümmer, in Kayamandi. Im Mittelpunkt der Arbeit vor Ort standen dieses Mal Fragen der Wohnumfeldverbesserung im Teilquartier „Costa Land“. Nach einer ersten Arbeitsphase, in der neben einer städtebaulichen Bestandsaufnahme Gespräche mit den Bewohnern, Diskussionen mit allen Beteiligten sowie themenbezoge Interviews durchgeführt wurden, wurde in der zweiten Hälfte des dreiwöchigen Aufenthalts von den Studierenden – zusammen mit den Bewohner und vor allem den Kindern von „Costa Land“ – ein praktisches „Spielplatz-Projekt“ in Form eines großen, begehbaren und bespielbaren Holzschiffes geplant, umgesetzt und am letzten Tag mit einem großen Stadtteilfest feierlich eingeweiht und seinen künftigen Nutzern übergeben.

Vorbereitung des Grundstücks

Bau des Spielschiffes

Eröffnungsfeier