TTFachhochschule Frankfurt am Main / University of Applied Sciences
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Konzeption und Aufbau der GDI-Testplattform

Bachelorarbeit im Sommersemester 2008

Benjamin Schnitzer

Betreut durch Prof. Dr.-Ing. Robert Seuß
Koreferat Prof. Dr.-Ing. Gerd Kehne

Diese Bachelorarbeit wurde mit dem VDV Preis Hessen ausgezeichnet und erreichte den VDV-Preis für die bundesweit beste Abschlussarbeit im Fachgebiet Vermessung/Geoinformation.

 

VDV Preis Hessen
GDI-Testplattform
Diensteübersicht
Geonetwork
Prozess
Webseite zur GDI-Testplattform
WMS in ArcGIS
WMS in Google Earth

Die Entwicklungen der letzten Jahre haben auf dem GIS-Markt einen regelrechten Boom ausgelöst. Wie zu beobachten ist, geraten Geodaten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehr und mehr in den öffentlichen Fokus. Geoinformationen sind nicht mehr nur ein reines Anwendungsgebiet von öffentlichen Trägern oder fachspezifischer Dienstleister. Besonders der Zugriff auf Geoinformationen, über moderne technische Netzwerke, birgt ein immenses Potenzial. Heutige Schätzungen gehen davon aus, dass circa 80 Prozent aller Entscheidungen, im öffentlichen sowie dem privaten Leben einen direkten oder zumindest indirekten räumlichen Bezug haben. Diese Zahl verdeutlicht das immense Potenzial von Geoinformationen und führt in Fachkreisen aktuell direkt zum Begriff der Geodateninfrastruktur (GDI).
Der Aufbau von Geodateninfrastrukturen stellt derzeit eines der beherrschenden Themen im Bereich der Geoinformation dar und ist aus diesen Gründen auch in den Vordergrund der politischen Diskussionen gerückt. Als Gründe hierfür sind, unter anderem, die INSPIRE-Initiative der Europäischen Union, die immer weiter wachsende Verfügbarkeit von allgemeingültigen Standards, darauf aufsetzende Softwarelösungen sowie das generelle Erkennen des Nutzens von Geodateninfrastrukturen zu nennen. Die Chance, basierend auf einer GDI, verteilt vorliegende Daten miteinander zu vernetzen, eröffnet vollkommen neue Nutzungsperspektiven und schafft die nötige Transparenz in die bestehenden heterogenen Datenbestände. Ein gut strukturiertes Modell schafft hier die Möglichkeit, die Daten zielgerichteter, schneller und mit einer besseren Qualität auszutauschen.

Ausgehend von unterschiedlichen GDI-Initiativen und den in dieser Bachelorarbeit vorgestellten Standards zur Interoperabilität von Geoinformationen stellt sich aktuell immer mehr die Frage nach konkreten Umsetzungen dieser in einer GDI. Im Zuge der konkreten technischen Realisierung treten immer wieder neue Fragestellungen auf. Eine Möglichkeit zu schaffen, auftretende Probleme in einer Testumgebung zu untersuchen und daraus Lösungsvorschläge zu erarbeiten stand im Vordergrund dieser Arbeit. Das Ziel war es, eine GDI-Testplattform zu konzipieren, anhand derer es möglich ist, Probleme aufzuzeigen und beispielhafte Umsetzungen durch Testszenarien zu untersuchen.

Für eine technische Realisierung bedarf es spezifizierter Dienste und dazugehöriger Softwareprodukte. In den bereits durchgeführten Projektarbeiten „GDI-Testplattform, Stadt Michelstadt“ (2006/07),„GIS-Kooperation und Datenaustausch im Gebiet des Planungsverbands Ballungsraum Frankfurt / Rhein-Main“ (2007/08) sowie der Bachelorarbeit „Integration von Intergraph-Diensten in die GDI-Testplattform“ von Florin Aubele (SS 2008) wurden einige Dienste technisch realisiert und verschiedene Softwareprodukte getestet. Diese Erfahrungen in einer GDI-Testplattform zusammenzufassen stand im Fokus dieser Arbeit. Zusätzlich wurden mit der Open Source Software „UMN Mapserver“ ein „Web Map Service“ sowie ein „Web Feature Service“ technisch realisiert, die damit gemachten Erfahrungen dokumentiert sowie anschließend bewertet. Die bereits vorhandenen Erfahrungen mit den Katalogdiensten „terraCatalog“ und „GeoNetwork Open Source“ wurden weiter vertieft.

Im Laufe dieser Arbeit war festzustellen, dass selbst bei „einfachen“, mithilfe der GDI-Testplattform simulierten, Testszenarien immer wieder neue Probleme und Fragestellungen auftreten. Diese konnten zwar in der Regel gelöst werden, es stand jedoch meist noch kein automatisierter Workflow bereit. Die Ideen für weitere Testszenarien sind schon jetzt groß und es ist abzusehen, dass im Zuge von weiteren Kooperationen mit externen Partnern immer neue Fragstellungen hinzukommen werden. Auf diese einzugehen ist eine Möglichkeit, welche durch die GDI-Testplattform geschaffen wurde.