Inhaltsverzeichnis
75 Jahre Elektrotechnik an der FH FFM:
Die FH FFM hat die höchsten Absolventenzahlen hessischer Fachhochschulen
Energieeffizienz und Erneuerbare Energien:
Der neue Bachelor-Studiengang liegt im Trend der Zeit
Forschung über Fächergrenzen im LIFE- Labor des Fb 02
FraLine oder Digitale Medien in Bildungseinrichtungen
BioV zum Anfassen – ein unerwartetes Medienspektakel
Studiengang EEIT des Fb 2 an der VGU fest etabliert
"Hessischer Maschinenbaugipfel in Kelkheim"
Ausschreibung: Master- Stipendium für Absolventinnen des Fachbereichs 2
BioV - Studierende der FH bei UNO - Projekt in New Orleans
Audimax on Stage
Neuer Continental -Botschafter für die FH FFM
Studierende der Vietnamese German University (VGU) in Frankfurt
Archiv
75 Jahre Elektrotechnik an der FH FFM:
Der Blick richtet sich auf die Technik der Zukunft
Bei der Feierstunde am 02.12.2011 im Audimax war nur ein kurzer Rückblick der Entstehungsgeschichte des elektrotechnischen Studienangebots in Frankfurt am Main gewidmet. Ansonsten wurden in den Beiträgen eher die großen Zukunftsthemen angesprochen, wie demografischer Wandel, Klimawandel oder die „Energiewende“, also Abkehr von der Atomenergie und die sich daraus ergebenden Konsequenzen.
„Die Räume, in denen Sie studiert haben, sind vielleicht noch gut wiederzuerkennen“, wandte sich der Dekan des Fb2, Prof. Achim Morkramer, in seiner Begrüßung scherzhaft an einige ergraute Ehemalige unter den Gästen der Veranstaltung – zugleich ein Verweis auf den renovierungsbedürftigen Zustand des Gebäudes 8.
Wie Frau Prof. Dr. Kira Kastell, Studiengangsleiterin im Bereich Elektrotechnik, ausführte, wurde 1910 die „Königliche Maschinenbauschule“ in Frankfurt am Main als erste Vorgängereinrichtung des heutigen Fb2: Informatik und Ingenieurwissenschaften gegründet. 1936 begann der Lehrbetrieb für einen sechssemestrigen Studiengang der „höheren elektrotechnischen Abteilung“ an den „Vereinigten Technischen Staatslehranstalten“. 1938 wurde sie in „Staatliche Ingenieurschule Frankfurt am Main“ umbenannt. Als solche existierte sie bis 1944, dann zerstörte ein Bombenangriff Hörsäle und Elektromaschinenlabor. Erst 1948 konnte der Lehrbetrieb wieder aufgenommen werden.
Aus dem Zusammenschluss verschiedener Vorgängereinrichtungen ging 1971 die FH FFM hervor. 2001 entstand der große Fachbereich 2 in seiner heutigen Form. In der Elektrotechnik bietet er neben zwei (auslaufenden) Diplom-Studiengängen vier Bachelor-Studiengänge an: „Elektrotechnik und Informationstechnik“, „Energieeffizienz und Erneuerbare Energien“ und „Mechatronik/Mikrosystemtechnik“ sowie „Electrical Engineering and Information Technology“ für Studierende der Vietnamese German University (VGU). Hinzu kommt der Master-Studiengang „Information Technology“.
Entsprechend dem Thema ihres Kurzreferats „Aktualität der Elektrotechnik – fachliche Perspektiven für die Zukunft“ verwies Frau Prof. Kastell darauf, dass Produkte und Innovationen der Elektrotechnik bzw. Elektronik zunehmend die Geschwindigkeit und Qualität des technischen Fortschritts bestimmen. Deutschland, betonte sie, sei auf diesem Gebiet weltweit der innovativste Standort und damit bei etwa 50% der Industrieproduktion und über 80% der Ausfuhren abhängig vom Einsatz moderner elektrotechnischer oder elektronischer Systeme. Hieraus ergeben sich beste berufliche Chancen für Elektroingenieure, auch in der IT-Branche.
„Elektroingenieur ist ein Beruf mit tausend Möglichkeiten“, unterstrich auch Dr. Michael Schanz vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) seinen Ausblick zu den „Berufschancen für Elektroingenieure“. Innerhalb der Ingenieurberufe sind diese, so lernte man, am gefragtesten. Selbst Ältere haben jetzt wieder eine Chance, weil der Nachwuchs fehlt. Bis 2020 prognostizierte Dr. Schanz eine riesige Bedarfslücke. Die von ihm dargestellten Profilierungsfelder und besonders die Einstiegsgehälter dürften besonders für Studierende im Auditorium von höchstem Interesse gewesen sein.
„Elektrische Netze der Energieversorgung im Zeichen des Energiewandels“ hatte Prof. Dr. Walter Kühn seinen Vortrag betitelt, der eindeutig für fachkundige Kollegen konzipiert war. Das restliche Publikum jedenfalls registrierte staunend die große Fülle der gebotenen Informationen. Klar war nur, dass es – angesichts des vom Bundestag beschlossenen Atomstops – um einen künftigen „Energie-Erzeugermix“ geht, ferner um zukunftsfähige Netze mit einer vervielfachten Leistung oder auch um Smart Grids, das heisst „intelligente Stromnetze“. Generell war „Smart“ bei allen Referenten der Begriff der Stunde. Ganz gleich, ob von „Smart Buildings“, „Smart Homes“ oder gar „Smart Cities“ die Rede war – immer ging es um sich selbst regulierende Technik der Zukunft.
In diesem Kontext sind auch die Fortschritte in der Robotik zu sehen, die Prof. Dr. Peter Nauth in seinem Vortrag „Demographischer Wandel - Assistenzroboter helfen älteren und behinderten Menschen bei der Bewältigung des Alltags“ vorstellte.
Seine humanoiden Roboter sehen mittels integrierter Kamera und können dank eines kleinformatigen Spracherkennungsmoduls Befehle verstehen und befolgen. Noch ganz am Anfang steht dagegen die Grundlagenforschung bei „emotionalen Robotern“, die gute und schlechte Erfahrungen verarbeiten können. Hier wehte ein Hauch von Science Fiction durch den Raum.
Einleitend hatte der Dekan bereits darauf verwiesen, dass Prof. Dr. Ulrich Trick mit seiner Forschungsgruppe für Telekommunikationsnetze eine Vorreiterrolle in der Kommunikationstechnik einnimmt. Dessen Vortrag stand unter dem Titel „Die Zukunft der Telekommunikationsnetze“. Ausgehend vom heutigen Status der Kommunikationsnetze und den technischen Möglichkeiten des Internet ließ Prof. Trick seine Zuhörer einen Blick werfen auf künftig zu erwartende Entwicklungen. Seine Projekte befassen sich u. a. mit dem „Next Generation Network (NGN)“, das – statt einzelner und unterschiedlicher Telefon-, Kabelfernseh- oder Mobilfunknetze – eine einheitliche, kompakte Netzinfrastruktur und -architektur auf IP-Basis (Internet Protocol) bietet, die zudem mit den älteren Telekommunikationsnetzen kompatibel ist. Dass Zukunftsvisionen, wie das „Internet der Dinge“ oder eine Machine-to-Machine-Kommunikation, wahr werden, davon ist Prof. Trick überzeugt, der sich gut gelaunt als „Fan der Netze“ outete.
Für gemeinsame Forschungsaktivitäten zwischen Industrie und FH plädierte abschließend Norbert Volk, Leiter des Bereiches Industrie von Siemens Deutschland. Das Unternehmen hat dem Fb2 u. a. wertvolle Laborausrüstungen zur Verfügung gestellt. Davon profitieren – im Rahmen der dualen Studiengänge – auch viele Siemensianer. So freute sich Norbert Volk am Ende auf „weitere 75 Jahre Zusammenarbeit“. Rita Orgel, Fachbereich 2
FH FFM hat die höchsten Absolventenzahlen hessischer Fachhochschulen
FH-Präsident Dr. Detlev Buchholz wertete in seinem Grußwort bei der Absolventenfeier des Fb2 am 25.11.2011 im Audimax die hohen Absolventenzahlen als Beleg für die Effizienz der Lehre an der FH FFM. Dank dieser Effizienz habe die FH FFM auch die höchsten Absolventenzahlen hessischer Fachhochschulen."
Mit gewohnt guter Stimmung geleitete die Band Audimax musikalisch durch die etwa zweistündige Veranstaltung. An deren Beginn dankte der FH-Präsident den Sponsoren für Ihre Unterstützung. Er würdigte zugleich die Leistungen des Fb2: Informatik und Ingenieurwissenschaften. Denn eine Rekordzahl von fast 500 Absolventen und Absolventinnen hat in den beiden Semestern WS 2011/12 und SS11 das Studium mit Diplom, Bachelor oder Master abgeschlossen.
Prof. Achim Morkramer, Dekan des Fachbereichs 2, ermutigte zum Weiterlernen im Beruf und sprach ein Thema an, das an diesem Nachmittag auch von den Vertretern aus Industrie und Verbänden immer wieder aufgegriffen wurde: Genauso wichtig wie fachliches Wissen sei es, Sozialkompetenzen zu erwerben. „Engagieren Sie sich“, rief er den Anwesenden zu.
Vor den Preisverleihungen stand zunächst die Ernennung von Stephan Schupbach zum Honorarprofessor (Industriedesign) an. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Wolfgang Magin.
Wolfgang Janke, Vorsitzender des Fördervereins der FH FFM, würdigte als erste Preisträgerin des Absolventenpreises für herausragende Leistungen die 23jährige Barbara Graf. Sie hat ihr Bachelor-Studium der Bioverfahrenstechnik nach sieben Semestern mit der Note 1,1 abgeschlossen. Daneben unterstützte sie ihre Kommilitonen und Kommilitoninnen über vier Semester als Tutorin auf dem Gebiet „Fluid Dynamics“. Hier war sie wieder, die Sozialkompetenz.
Natürlich ließ es sich Wolfgang Janke nicht nehmen, auch auf die Verdienste des Fördervereins hinzuweisen und um Mitglieder zu werben.
Johannes Amen, Leiter Competence Area Rhein-Main der Siemens AG, betonte zunächst die herausragende Bedeutung der der FH FFM als „Nachwuchsschmiede“, bevor er explizit auf einige große technische Errungenschaften von Siemens verwies. Wie viele Absolventen sicherlich mit Interesse vernommen haben, fehlen Siemens derzeit viele Ingenieure, auch in der Region – ungeachtet der Tatsache, dass im WS 2011/12 rund achtzig Siemens-Mitarbeiter in dualen Studiengängen eingeschrieben sind.
Als Vertreter von Ferchau Engineering vergab erstmals Thomas Dohle fünf Preise für exzellente Leistungen an Johannes Appelmann, David Konrad, Daniel Saulheimer und Alexander Schächtel und Tobias Seyfried - nicht ohne die Arbeits- und Weiterbildungsmöglichkeiten seines Unternehmens zu rühmen (Stichwort: Ferchau Academy).
Bereits zum vierten Mal hingegen war Peter Werner für Accenture vor Ort. Das Unternehmen arbeitet weltweit als Managementberater, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister für Industrie und öffentlichen Sektor. Sebastian Kauck, Nikolaus Lupp, Armin Preuß und Florian Schaak konnten sich über ihre Ehrenpreise freuen.
Die VDI-Preisträger Andreas Krones, Sebastian Reyer und Andreas Uhl
ehrte Prof. Dr. Armin Huß, der im Fb2 u. a. Technische Mechanik lehrt. Wie er ausführte, setzt sich der VDI Bezirksverein Frankfurt-Darmstadt besonders intensiv für die Kinder- und Jugendförderung ein, natürlich im Hinblick auf technische Berufe.
Dr. Rudolf Bergbauer vom VDE Prüf und Zertifizierungsinstitut überreichte den Friedrich Dessauer Stiftungspreis des VDE Rhein-Main e.V. für herausragende Abschlussarbeiten an Markus Nussbaum und Ronald Hafer. Seit zehn Jahren wird dieser Preis an allen hessischen Hochschulen vergeben.
Es war sicherlich nur ein kleinerer Teil zu der Feier erschienen, doch bei insgesamt 17 Studiengängen schien die Schar der Absolventinnen und Absolventen, denen der Dekan des Fachbereichs 2 zum Abschluss auf der Bühne persönlich gratulierte, fast kein Ende zu nehmen. Viele von Ihnen hatten bereits ihre Urkunden erhalten. „Bleiben Sie uns weiter verbunden“, mit diesem Appell schloss Prof. Morkramer den offiziellen Teil der Veranstaltung, bevor das Gespräch bei Sekt und Brezeln im Foyer weiterging.
Rita Orgel
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- Prof. Achim Morkramer erläuterte den Teilnehmern der sehr gut besuchten Veranstaltung in Gebäude 4 der FH, wie der neue Studiengang „Energieeffizienz und Erneuerbare Energien“ entwickelt wurde.
Energieeffizienz und Erneuerbare Energien
Der Einsatz Erneuerbarer Energien ist – nach Fukushima – das Gebot der Stunde. Wie aktuell der Studiengang „Energieeffizienz und Erneuerbare Energien“ bei seiner Einführung an der Fachhochschule Frankfurt sein würde, konnten die Initiatoren aus Hochschule und Wirtschaft jedoch nicht vorausahnen. Denn erste konzeptionelle Überlegungen wurden bereits im Oktober 2008 - im Rahmen eines von IP-Building organisierten Forums „Ingenieur der Zukunft“ - vorgestellt und diskutiert. Beim 14. IP-DialogForum am 24. Mai 2011 skizzierte Prof. Achim Morkramer, Dekan des Fachbereichs 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften, Entwicklung und Ziele des neuen Bachelor- Studiengangs, der im Wintersemester 2011/12 an den Start gehen wird.
„Turning knowledge into profit“, unter diesem Motto stand das 14. IP Dialog- Forum für innovatives, integriertes Planen, Bauen und Betreiben“, in dem fächerübergreifend für neue Konzepte geworben wurde. FH- Präsident Dr. Detlev Buchholz begrüßte die Tagungsteilnehmer. „Die FH Frankfurt greift aktuelle Themen frühzeitig auf und erweist sich damit als attraktiver Partner der Wirtschaft“, stellte er unter Hinweis auf die geplante Umstellung der Energieversorgung der Stadt Frankfurt auf Erneuerbare Energien fest.
Dem anwesenden Personalvorstand der Mainova AG dankte der Präsident für die Einrichtung einer Stiftungsprofessur, die dem neuen Studiengang zugute kommen wird. Lothar Herbst seinerseits nahm die Gelegenheit wahr, ein Profil seines Unternehmens zu präsentieren. Dessen Grundprinzipien sind nach seinen Worten: eine sichere Energieversorgung, umweltschonende Energieerzeugung und günstige Preise. Dank der Stiftungsprofessur habe Mainova einen direkten „Draht zur Wissenschaft“, der auch Auswirkungen auf die benötigten Qualifikationen haben könne.
Entscheidend ist ein bedarfsorientierter Ansatz
An diesen Aspekt knüpfte Prof. Morkramer in seinem Beitrag an. „Welche Qualifikationen brauchen die Absolventen nach Meinung der Unternehmen?“ Die FH- Professoren und andere Teilnehmer diverser Gesprächsrunden sind mit einem bedarfsorientierten Ansatz an die Konzeption des neuen Studiengangs „Energieeffizienz und Erneuerbare Energien“ herangegangen. Zielgruppe sei, so der Dekan, die „umgebende Industrie“. Der Ruf nach ausreichender Berufspraxis der Absolventinnen und Absolventen habe zur Einführung eines kompletten berufspraktischen Semesters beigetragen.
Das Studium beginnt mit einer zweiwöchigen Projektphase, die Begeisterung für ein mögliches zukünftiges Arbeitsgebiet wecken soll. Im Rahmen der Durchführung und der Nachbesprechung der Projektarbeit werden Zusammenhänge im curricularen Aufbau dargestellt.
Auf den Grundlagen der Elektrotechnik baut die erste Säule des Studiums mit dem Schwerpunkt Energieeffizienz ebenso auf wie die zweite Säule mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energien/Dezentrale Erzeugung. Neben den Grundlagen der Mathematik, der Physik und der Elektrotechnik wird insbesondere der Themenkreis Energie, Energieformen, Energiewandlung und Energieeffizienz in Verbindung mit den jeweiligen Anwendungsbereichen umfassend betrachtet. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit dem heutigen Energierecht und mit der Frage, wie die Energie in Gebäuden und Industrieanlagen effizienter genutzt werden kann.
Das wichtige Thema der Energieerzeugung mit Hilfe regenerativer Energien wird ebenso behandelt, wie die damit einhergehende Frage einer optimalen Energiespeicherung.
Dass mit der Entwicklung dieses Studiengangs Kompromisse gemacht wurden, wird sicherlich nicht alle daran Beteiligten zufrieden stellen. Wichtig ist es jedoch, einen Anfang zu machen. Während der Laufzeit des Studiengangs kann immer noch weiteres Verbesserungspotential identifiziert werden, unterstrich Prof. Morkramer in seinem Beitrag
Frankfurt soll eine energieeffiziente Stadt werden
Die Energiewirtschaft der Zukunft wird mit Sicherheit von den Absolventinnen und Absolventen des neuen Studiengangs profitieren. Dr. Werner Neumann, Leiter des Energiereferates, bekräftigte das im neuen Koalitionsvertrag verankerte Ziel, bis 2050 den Energiebedarf der Stadt Frankfurt zu hundert Prozent aus Erneuerbaren Energien zu decken. „Der Klimaschutz bleibt eine wichtige kommunale Aufgabe“, bekräftigte er und verwies auf durchgeführte Aktionen zum Stromsparen, die zu einem Rückgang der CO2-Emissionen in Frankfurt geführt habe Zunehmend werden hier Passivhäuser erstellt mit dem Ziel einer „energieeffizienten Stadt“.
Wenn es zwei zentrale Themen gibt, die dieses Dialog- Forum prägten, so sind dies einmal die Passivhäuser (das erste PHI zertifizierte Büropassivhaus konnte vor der eigentlichen Veranstaltung besichtigt werden), zum anderen eine dezentrale Energieversorgung. Auch Dr. Neumann sprach von kleinen, dezentralen Kraftwerken und einer Kraftwärmekoppelung jeweils vor Ort. Wichtig sei eine engere Bindung an die Region.
„Lösungen der Zukunft nutzen Ressourcen vor Ort“, argumentierte auch Dr. Haiko Pieplow vom Bundesumweltministerium. Energisch widersprach er der oft gehörten Behauptung, nach Abkehr von der Atomkraft müsse es Unmengen neuer Leitungen geben. „Weg von den leitungsgebundenen Systemen“, lautete seine Devise, die er „im Rahmen seines Referats über eine „Null-Emissions-Strategie“ mit zahlreichen praktischen Beispielen unterlegte.
Auf der Suche nach Wegen aus den aktuellen Rohstoff- und Umweltkrisen brauche es Visionen, die sich an der Realität orientieren. Es geht ihm um die Vermeidung von Ressourcenvergeudung und darum, neue Wertschöpfungen zu generieren. Er nannte viele konkrete Beispiele: Auf Kaffeesatz etwa, der normalerweise im Abfall entsorgt wird, gedeihen die im Handel recht teuren Shitakepilze. Dies haben sich Berliner Jungunternehmer bereits zunutze gemacht.
Wie man aus Abfall Geld macht
Auf der Suche nach einer „Blue Economy“ wiederentdeckt wurde ein „ökologischer Schatz“ der Indios: Die Terra preta, „schwarze Erde“, ein äußerst fruchtbarer Ackerboden, wurde aus Holzkohle, Dung und Küchenabfällen erzeugt. Trennung und Weiterverwertung von Fäkalien sind wichtig zur Wiedergewinnung wertvoller Rohstoffe, wie Dr. Pieplow weiter ausführte. Es handelt sich nicht mehr um Utopien: Das beweist die Tatsache, dass im Hamburger Hauptbahnhof ein neues Sanitärsystem getestet wird, in dem diese Prozesse bereits stattfinden.
„Wir haben kein Wissensdefizit, sondern ein Handlungsdefizit!“, fasste er seine Position abschließend zusammen.
Die Tagungsteilnehmer – unter ihnen Architekten, Ingenieure, Wissenschaftler, Informatiker, Stadtentwickler – kamen aus dem Staunen nicht heraus. Offenkundig wurde durch das zuvor Gehörte ein so fruchtbarer Gedankenaustausch in Gang gesetzt, dass die Moderatoren, Dipl.- Kfm Georg von Nessler und Dipl.-Ing. Annette Zimmer- Kass, Mühe hatten, sie nach dem „Postermarkt“ (ein kleines Forum mit Präsentation unterschiedlicher Themen) zu einer Abschluss-Expertenrunde zusammenzutrommeln. Das Gespräch wird weitergehen, soviel ist sicher. Rita Orgel, Fachbereich 2

- industriemeister Andreas Schneider
LIFE – Labor für Interdisziplinäre Forschung und Entwicklung
Es ist leider eine (noch) ziemlich "unbekannte Größe" geblieben, das aus dem Raum der früheren Mechanischen Werkstatt der FH FFM entstandene "Großlabor" des Fb2. Kein Wunder, denn die 2010 geplante Einweihungsfeier fiel aus bzw. ging in den Feierlichkeiten zu "100-Jahre Maschinenbaustudium in Frankfurt" unter – und es gibt bis heute noch kein Informationsschild, das Besuchern im Werkhof hinter Gebäude 3 den Weg wiese.
In diesem Labor sollen sich Professoren, Laboringenieure und Studierende des Fachbereichs 2 gemeinsam an Drittmittelprojekten, Studien- und Diplom- bzw. Bachelor-Arbeiten betätigen können, aber auch an fachbereichsübergreifenden und internationalen Projekten. So der Grundgedanke der Initiatoren: Neben Ex-Dekan Prof. Dr. Michael Hefter sind dies Wolfgang Weiß, Leiter der Abteilung Liegenschaften, und Andreas Schneider. Letzterer ist bei LIFE für Organisation und praktische Hilfestellung zuständig. Der Maschinenschlosser und Industriemeister Metall war zuvor - seit 1993 - in der mechanischen Werkstatt tätig, bevor er 2009 die neue Aufgabe übernahm.
Der großzügige, lichte Laborraum von etwa 120 qm, durch Schrankreihen in fünf separate Arbeitsbereiche für "Projekte auf Zeit" aufgeteilt, stellt jeder Projektgruppe Internetanschluß und Whiteboard sowie abschließbare Schränken zur Verfügung. Zur Ausstattung des Labors gehört eine konventionelle Dreh- und Fräsmaschine. Ferner besteht Zugriff auf eine CNC-gesteuerte Dreh- und Fräsmaschine. Für kleinere Schweißarbeiten steht zudem ein gesonderter Raum zur Verfügung. Diese Arbeitsbereiche werden ausschließlich vom Dekanat auf schriftlichen Antrag hin für die Dauer eines Projektes vergeben.
Derzeit werden bei LIFE fünf sehr unterschiedliche Projekte durchgeführt:
Am Mechatronik-Roboter-Wettkampf der Jadehochschule in Wilhelmshaven nimmt das dreiköpfige "Team Phönix Frankfurt" auf Einladung teil. Das von Prof. Dr. Karsten Schmidt geleitete Team besteht aus drei Studierenden der Mechatronik/Mikrosystemtechnik der FH FFM. Es hat die Aufgabe, binnen drei Wochen einen Roboter bzw. ein mechatronisches System zu planen, zu konstruieren und zu montieren, und zwar aus einem vorgegebenen Materialpool, der in Form eines "Überraschungspakets" eintrifft. Endausscheidung ist im Mai 2011 in Wilhelmshaven.
Längerfristig – vielleicht sogar auf Dauer – angelegt ist das Projekt "Hybrid Cart" des Racing Teams, an dem momentan elf FH-Studierenden beteiligt sind.
Immer wieder werden hier Rennwagen weiter entwickelt und in Konkurrenz mit weltweit verteilten anderen Hochschulteams bei Rennen getestet.
Im Rahmen des Forschungsprojektes "Präventive Biomechanik", das durch das hessische LOEWE-Programm von der Landesregierung gefördert wird, arbeiten mehrere Gruppen von Studierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Reiner Ludwig, Dipl.-Ing. Peter Weimar und Dipl.-Ing. (FH) Simon Betz am "Kniesimulationsprüfstand Hugo" bzw. "Frankfurter Inlay". Letzteres ist eine lokale, individuelle, minimalinvasive Endoprothese zur Versorgung osteochondraler Knorpeldefekte am menschlichen Kniegelegenk. Mit anderen Worten: Das Frankfurter Inlay wird auf dem Prüfstand Hugo getestet, z.B. auf sein Reibungsverhalten.
Beim vierten LIFE-Projekt, "Experimentelles Hybrid-Fahrzeug", betreut von Prof. Dr. Manfred Jungke, untersuchen Studierende die Möglichkeiten zur Realisierung eines Motorrollers mit Hybridantrieb. Angeschafft wurde dafür ein elektrisch betriebener Motorroller, der im Rahmen von Bachelor- bzw. Diplomarbeiten mit einem Stromgenerator und Zusatzelektronik ausgestattet werden soll.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Kup sowie der Mitarbeiter Prof. Dr. Klaus Eichner, Dipl.-Ing. (FH) Christina Wenigmann und Dipl.-Ing. Wolfram Becker, wird der Biegevorgang CNC-Richten untersucht, der z.B. beim Biegen von Eisenbahnschienen Anwendung findet. Ziel ist es, die Richtzeiten zu minimieren. Dabei geht es u.a. um die Entwicklung einer Richtstrategie und Erprobung eines Meßsystems für berührungsloses Messen sowie Berechnung der Biegeliniengeometrie und Untersuchung des elastisch-plastischen Übergangsverhaltens.

- [Ausstellersaal]: 15 Schulen und Institutionen stellten auf der fraMediale ihre tägliche Arbeit mit digitalen Medien vor – viele Impulse für einen angeregten Aus-tausch
Digitale Medien in Bildungseinrichtungen –
FraLine startet am 16. März 2011 ihre Fachtagung und Messe fraMediale 15’
Seit 2001 gibt es fraLine an der FH FFM: Im Rahmen einer viermal verlängerten und stets inhaltlich erweiterten Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Frankfurt am Main betreuen Studierende des Fachbereichs 2 die Computer aller Frankfurter Schulen. Inzwischen hat sich die Betreuung auch auf die Lehrer/Innen ausgeweitet, die im Unterricht medienpädagogisch begleitet oder in Seminaren für den Einsatz neuer Medien geschult werden. Aktuelle theoretische Ansätze, aber auch praktische Beispiele vorzustellen, hatte sich die fraMediale 15’ zur Aufgabe gemacht.
Bevor FH-Präsident Dr. Detlev Buchholz in seinem Grußwort die Verdienste von fraLine würdigte, wies er auf die Bedeutung der FH FFM als eine der zehn größten deutschen Hochschulen hin. Dank eines hohen Anteils an Studierenden mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Familien sei sie nicht zuletzt „größter Integrationsmotor im Rhein-Main-Gebiet“.
Vizepräsident Prof. Dr. Ulrich Schrader, zuständig für IT-Belange der FH und, gemeinsam mit Dr. Thomas Knaus, auch Projektleiter von fraLine, betonte die Bedeutung des fraLine- Projekts für die Realisierung praxisbezogener Studiengänge.
Jutta Ebeling bietet Anlass für einen „Blitzvortrag“
Die Frankfurter Bürgermeisterin Jutta Ebeling schließlich appellierte u.a. an die anwesenden Schulleiter/Innen, angesichts großer Veränderungen im IT-Bereich ihre Lehrkräfte zur Teilnahme an medialen Fortbildungsveranstaltungen zu motivieren. „Wir brauchen auch in Zukunft Ihre Unterstützung“, rief sie dabei den fraLinern zu. Allerdings brachte sie mit ihren Ausführungen den straffen Zeitplan etwas durcheinander.
Der erste Referent, Prof. Dr. Josef Röll von der TU Darmstadt, fühlte sich in seinem Vortrag über „Selbstgesteuertes Lernen mit neuen Medien oder Web 2.0 als pädagogische Herausforderung“ veranlasst, die eingetretene Verzögerung durch einen Blitzvortrag wettzumachen. Seine Präsentation „Pädagogik der Navigation“ flutschte nur so dahin. Sein zentrales Postulat: Lehrer/Innen sollten die heute völlig veränderte Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen bzw. deren Medienverhalten erkunden und daraus Erkenntnisse für neue Unterrichtsformen ziehen. Dabei sollten Lernende auch die Funktion von Lehrenden übernehmen.
Martin Leonhardt und Karlheinz Lochner vom Frankfurter Studienseminar für Gymnasien hatten sich im Hinblick auf die zweite Phase der Lehrerausbildung die Frage gestellt: „Was muss ich als angehende Lehrkraft im Unterricht mit digitalen Medien wissen?“ Der rasche technische Wandel, so ihr Fazit, erfordert von den Lehrkräften eine ständige Neuanpassung, z.B. an die veränderte Mediensozialisation der Jugendlichen. Sie müssten wissen, wie digitale Medien funktionieren und wie deren didaktische Potentiale aussehen.
Der Vortragsblock endete mit einem Referat von Christof Schreiber, Mitarbeiter am Institut für Didaktik der Mathematik und Informatik der Goethe-Universität. Sein Forschungsprojekt „Projekt Lehr@mt – Teilprojekt Mathematik“ soll dazu beitragen, Medienkompetenz in allen drei Phasen der hessischen Lehrerausbildung zu verankern.
45 Aussteller an 15 Messeständen – und viel Kommunikationsbedarf
Dennis DiRienzo (Kulturbüro Bad Vilbel), der mit seiner sachkundigen Moderation viel zu der deutlich optimierten Organisation der Veranstaltung beitrug, lotste die Anwesenden in den Ausstellungsraum, wo es neben Ständen der FH und einiger Frankfurter Schulen auch Informationen zu anderen wichtigen Projekten gab, wie etwa „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e.V.“ Der Verein stellt Technik bereit, die diesen Kindern die Teilnahme am Unterricht vom Krankenbett aus ermöglicht.
Die hier eigentlich gewünschte informelle Diskussionsrunde mit den Referenten kam leider nicht zustande. Zu intensiv waren die Einzelgespräche – und zu appetitanregend das von Ralph Schüller (a chef’s affair) vorbereitete Buffet.
Unter dem Titel „Monsterwerkstatt“ stellte sodann Schulleiterin Helen Kellermann-Galle eine mit vierzehn jüngeren Kindern durchgeführte Projektwoche in allen Details vor. Sehr viel Spaß machte die Kostprobe aus einem der dabei produzierten Trickfilme („Das Baummonster“).
„Computer gehören an jede Schule“, so Dr. Thomas Knaus, der in seinem Referat „Support für Schulen als Voraussetzung für die selbstverständliche Nutzung digitaler Medien im Unterricht“ identifizierte. Daher müsse dieser Support „inhaltlich erweitert und verstetigt“ werden, meinte er mit Blick auf fraLine.
Prof. Dr. Nicola Döring vom Institut für Medien und Kommunikationswissenschaft der TU Ilmenau, präsentierte abschließend Ergebnisse aus Fokusgruppen-Diskussionen zur Medienentwicklung an Schulen aus der Sicht von Lehrer/Innen. Als wichtige Zukunftsziele formulierte sie die Verbesserung der technischen Infrastruktur an den Schulen, mehr Entlastungsstunden für die IT-Beauftragten und medienpädagogische Seminare für Lehrkräfte mit technischer Basisschulung.
fraLine – soviel ist auch hierbei klar geworden – wird die Arbeit nicht ausgehen!
Rita Orgel, Fachbereich 2

- Foto 1: Lieblinge der Presse: Das Aqualeum Solutions Team mit seinem ausbaufähi-gen Reinigungsverfahren für Öl - Wasser - Gemische.
BioV zum Anfassen – ein unerwartetes Medienspektakel
34 Studentinnen und Studenten der Bioverfahrenstechnik und Verfahrenstechnik präsentierten am 19.1.2011 in der FH FFM die Ergebnisse ihrer Projektarbeiten.
Wie schon in den vergangenen Jahren, als es um die Herstellung von Bier, Käse oder Brot ging, hatten sich die drei Teams sehr handfeste Aufgaben gestellt.
"Reinigung von "Öl - Wassergemischen" - Prof. Dr. Lothar Billmann, Projektleiter Christian Ringel und den anderen Teammitglieder schafften es mit diesem Thema in Radiosendungen, Zeitungen, sogar ins Fernsehen. Geschuldet war das große Medienecho einem aktuellen Dilemma: der Ölverschmutzung der Meere. Denn die für Mensch und Tier verheerenden Folgen des Untergangs der leckgeschlagenen Plattform "Deepwater Horizon" im April 2010, bei dem Millionen von Litern Öl in den Golf von Mexiko strömten, sind auch heute noch nicht absehbar.
Auf Anregung Prof. Billmanns entwickelten die Studierenden mit ihrem virtuellen Unternehmen "Aqualeum Solutions" ein kostengünstiges und umweltfreundliches Verfahren zur Trennung eines Öl - Wasser - Gemischs mittels eines sechsstufigen Überlaufbeckens. Auf jeder der Staustufen wird dem Gemisch mehr Wasser entzogen. 95% des Öls können so zurück gewonnen werden. Ein zusätzlicher Nutzen: Wasser und Öl sind wieder verwertbar.
Sieben Studierende aus dem Projekt werden im Februar 2011 – mit finanzieller Unterstützung des Fachbereichs 2 - für zwei Wochen nach New Orleans fliegen, um ihre Kaskade bei Experimenten unter Leitung eines amerikanischen Professors an der dortigen Universität einzusetzen.
Die Frage der Rentabilität blieb vorerst ungeklärt
Das von Frau Prof. Dr. Hildegard Ebert betreute und von Peter Böhling geleitete Team "Chitocorp" brachte es fertig, aus Krabbenschalen bzw. deren Abfallstoff Chitosan einen recyclebaren Kunststoff herzustellen. Die Krabbenschalen fallen in der Nahrungsmittelindustrie in riesigen Mengen an und werden bislang auf Mülldeponien entsorgt.
Biopolymere – zu ihnen gehört das Chitosan - werden in näherer Zukunft eine immer größere Bedeutung haben, da die Erdölreserven begrenzt sind und die Umweltverschmutzung durch konventionelle Kunststoffe, die aus Erdöl gewonnen werden, stetig wächst. Dagegen haben Biopolymere den Vorteil, dass sie kompostierbar und damit biologisch abbaubar sind.
Das elfköpfige Team deckte im fliegenden Wechsel die gesamte Bandbreite der Thematik ab, beginnend bei der Gewinnung von Chitosan und seinen Anwendungsgebieten. Breiten Raum erhielt der Laborbericht. Die aus eigenem Chitosan produzierte Folie sah nicht ganz so ansprechend aus wie die zu Vergleichszwecken aus industriellem Chitosan hergestellte. Es besteht noch Verbesserungsbedarf. Hier wird derzeit intensiv bei Prof. Dr. Bernward Bisping an der Universität Hamburg geforscht. Enzyme vereinfachen den Herstellungsprozess erheblich und können die Kosten senken.
Abschließend simulierte das Projektteam eine großtechnische chemische Herstellung, inklusive Wirtschaftlichkeitsrechnung. Auch an den Marketingaspekt war gedacht. Das optisch überzeugende virtuelle Firmenlogo trugen alle Teammitglieder mit Stolz zur Schau.
Verkostet und für gut befunden!
Das Team von Prof. Dr. Axel Blokesch und Projektleiterin Paraskevi Savva hatte sich auf die Herstellung von Holunderwein und Holunderlikör verständigt, für die man sich den Markennamen "Elderberry" mit einem ansprechenden Etikett in zwei Varianten einfallen ließ. Nach allgemeinen Ausführungen über den Holunder, von dem es etwa 40 verschiedene Arten gibt, seinen Einsatz als Heilmittel etc. wurde die Organisation der Projektarbeit vorgestellt. Dazu gehörte etwa auch die Kostenschätzung, denn das Budget war auf 200 Euro limitiert. Anschließend wurde die Herstellung in allen Einzelschritten dokumentiert. Nach theoretischen Berechnungen zu den Produktionskosten dreier verschiedener Fertigungsgrößen wurde die Analyse der Laborgruppe vorgestellt, in der es um das Farbspektrum, den Zucker - und Alkoholanteil sowie den Säuregehalt ging. Natürlich durfte auch der Marketingaspekt nicht fehlen. Holunderwein und Holunderlikör müssen als "Nischenprodukte" eingeschätzt werden, die am ehesten im traditionellen Milieu der bürgerlichen Mitte Abnehmer finden könnten, lautete ein Ergebnis dieser Recherche. Das Beste kam natürlich zum Schluss, nämlich die Verkostung der in schön gestaltete Flaschen gezogenen "Endprodukte".
Studiengang EEIT des FB 2 an der VGU fest etabliert:
"Mit den Studierenden und vietnamesischen Kollegen findet – wegen der doch manchmal schwierigen Verständigung in regional gefärbtem Englisch - ein höchst konzentrierter Dialog statt", so beschreibt Prof. Dr. Bernd Güsmann eine seiner zentralen Erfahrungen. Im Mai 2010 hielt er erstmals an der Vietnamese German University (VGU) in Ho - Chi - Minh - Stadt seine Vorlesung "Höhere Programmiersprache" im Rahmen des vom Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften der FH übernommenen Studiengangs "Electrical Engineering and Information Technology, B.Eng. Sein positives Fazit lautet: "Es war ein angenehmes Arbeiten. Die Studierenden waren freundlich und aufmerksam, die Übungen und Vorlesungen bestens vorbereitet, die Labore gut gekühlt und der Transport zur VGU und zum Hotel verlief reibungslos, trotz des täglichen Verkehrschaos."
Diese Erfahrungen bestätigt auch sein Kollege Prof. Dr. Hartmut Hinz, der im Juni 2010 einen dreiwöchigen Kurs zum Thema "Werkstoffe in der Elektrotechnik" gab, bei dem es um die physikalischen Grundlagen von Metallen, Halbleitern, Isolatoren und magnetischen Werkstoffen ging. "Ich war zunächst etwas unsicher bezüglich der Erwartungshaltung der Studierenden, aber es lief bestens, alle waren hochmotiviert", so Prof. Hinz..
Passenderweise fiel der Besuch der FH - Dozenten in das Deutschland - Jahr, das gerade in Vietnam gefeiert wurde, und zwar anlässlich des 35 - jährigen Bestehens diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Staaten.
Rückblick und Weiterentwicklung
Ab Herbst 2008 hatten 32 Studenten und Studentinnen an der neu gegründeten VGU ihr "Foundation Year" (FY) absolviert, eine Art Studienkolleg mit den Fächern Mathematik, Physik und Englisch. Daran schloss sich der von der FH Frankfurt am Main übernommene sechssemestrige Bachelor Elektrotechnik und Informationstechnik (EIT) an. Von Anfang an war der Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften mit seinem Studiengang dabei. "Das wird auch so bleiben", betont Prof. Dr. Gernot Zimmer, der nach einigen kürzeren Lehr - Aufenthalten seit Frühjahr 2010 für zwei Semester in Ho - Chi - Minh - Stadt ein Privatquartier im 3. Bezirk bezogen hat - und damit tiefer als bisher ins einheimische Leben und Treiben eintauchen kann oder muss. Neben den bisher von ihm vermittelten "Grundlagen der Elektrotechnik" wird er im Herbst 2010 mit einer Elektronik - Vorlesung beginnen. Dann sind die Studierenden der "ersten Stunde" bereits im dritten Semester und 26 Studierende des jetzigen FY steigen ins erste Semester ein. Für alle wird es neben der Lehre von Dozenten vor Ort auch wieder Blockveranstaltungen geben. So wird Prof. Albrecht im ersten Semester die Konstruktionslehre mit CAD unterrichten, während im dritten Semester drei Blockveranstaltungen anstehen: Prof. Dr. Walter Kühn lehrt Theoretische Elektrotechnik, Prof. Dr. Peter Nauth Mikrocomputertechnik und Prof. Dr. Klaus W. Quirder Elektrische Messtechnik.
Ein neues Aufnahmeverfahren
Die ersten Studierenden hatten sich noch über das allgemein übliche staatliche Aufnahmeverfahren für die VGU qualifiziert. Zum WS 2010/11 jedoch hat die VGU als vietnamesische Reformuniversität erstmals ein eigenständiges Auswahlverfahren für die nächste Studierenden - Generation durchgeführt: Etwa 500 Anwärter haben sich mit einem Notendurchschnitt aus vier Fächern in den letzten vier Jahren online an der VGU beworben, 120 kamen in die engere Wahl. Sie müssen nun noch "TestAS" bestehen, einen zentralen, standardisierten Studierfähigkeitstest für ausländische Studierende an deutschen Hochschulen, sowie parallel einen Online - Englischtest. Übrig bleiben sollen am Ende etwa 40 - 50 Studienanfänger/Innen – die dann letztlich auch auf die FH FFM "zurollen". Ob sie auch alle ihr Ziel Frankfurt am Main erreichen, wird sich erst in drei Jahren zeigen. Festzustellen bleibt, dass der Studiengang in Vietnam angekommen ist. Damit steht die FH - Frankfurt auf dem Bildungsmarkt Vietnam in direkter Konkurrenz zu Hochschulen wie z.B. dem "Royal Melbourne Institute of Technology

- Dr. Helmuth Rothenberger im Gespräch mit FH-Präsident Dr. Buchholz (Mitte) und Prof. Dr. Michael Hefter, Dekan des Fachbereichs 2 (links).
"Hessischer Maschinenbaugipfel in Kelkheim"
„Der Ingenieurberuf hat beste Zukunftschancen!“ Das war eine der zentralen Aussagen hochrangiger Vertreter von Politik und Wirtschaft anlässlich der Festveranstaltung „Maschinenbau – gestern, heute, morgen“ am 25. Juni 2010 im ultramodernen TEC-Center der Rothenberger AG in Kelkheim. Dr. Helmut Rothenberger, Vorstandsvorsitzender der Rothenberger AG und Aufsichtsratsvorsitzender der Autania AG, hatte die Firmen Gildemeister und Siemens als Sponsoren mit ins Boot geholt. So konnte der Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften der Fachhochschule Frankfurt am Main das 100jährige Bestehen des Maschinenbaustudiums in Frankfurt am Main in unerwartet glanzvollem Rahmen begehen.
Zunächst präsentierten sich die Referenten und späteren Teilnehmer der Podiumsdiskussion mit ihren Statements den geladenen Gästen. Das Land Hessen wurde dabei vertreten durch Michael Boddenberg, Minister für Bundesangelegenheiten, und Europa-Staatssekretärin Nicola Beer, die Fachhochschule Frankfurt am Main durch ihren Präsidenten, Dr.-Ing. Detlev Buchholz, sowie den Dekan des Fachbereichs 2, Prof. Dr.-Ing. Michael Hefter. Für den Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. erinnerte VDMA- Präsident, Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein an die traditionsreiche Vergangenheit des Maschinenbaus und plädierte für einen „Ingenieur neuen Typs mit ganzheitlicher Lösungskompetenz“. Dr. Rothenberger hatte sich zuvor in seinem Grußwort vehement für den Industriestandort Deutschland eingesetzt und Produktionsauslagerungen ins Ausland kritisiert.
Als weitere Unternehmensrepräsentanten sind zu nennen: Dr. Helmuth Ludwig (Präsident Siemens PLM Software), Albert Muggli (Leiter Industry Automotion und Drive Technologies der Siemens AG), Dr. Thorsten Schmidt (Mitglied des Vorstands der Gildemeister AG), Manfred Walther (Ehrenvorsitzender der Geschäftsführung der zum Autania-Konzern gehörenden Profiroll Technogies GmbH). Der Technik-Vorstand der Mainova AG, Joachim Zientek, schließlich konnte auf ein besonderes Geschenk für den Fachbereich 2 verweisen: Die Mainova AG wird 2011 eine Stiftungsprofessur für den neuen Studiengang „Erneuerbare Energien“ einrichten.
Bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Kooperation zwischen Maschinenbauindustrie und Hochschulen für eine globale Zukunft“, kenntnisreich moderiert von FAZ-Korrespondent Claus Peter Müller v. d. Grün, ging es vielfach auch um die Frage, welche neuen Anforderungen an den Nachwuchs im Wandel einer Industrie zu stellen sind. Dass gerade der Fachbereich 2 sehr erfolgreich die Zusammenarbeit mit der regionalen und überregionalen Wirtschaft sucht, machte Prof. Hefter an konkreten Beispielen deutlich.
Das Maschinenbaustudium, oft unterschätzt, ist einer der komplexesten und anspruchsvollsten Studiengänge, wie FH-Präsident Dr. Buchholz betonte. Neben den fachlichen Qualitäten der Absolventen und Absolventinnen sind heute jedoch auch Methoden- und Sozialkompetenz unerlässliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn.
Was also können die Hochschulen tun, um die Ausbildung ihrer Studierenden in die richtigen Bahnen zu lenken? Nicht zuletzt eine noch praxisnähere Ausbildung anbieten. Darauf konzentrierte sich immer wieder die Diskussion.
„Mit der Veranstaltung wollen wir ein Zeichen für den Maschinenbau und die Ingenieurausbildung in der Rhein-Main-Region – insbesondere in Frankfurt – setzen“, hatte Dekan Prof. Hefter im Vorfeld angekündigt. Dies ist in eindrucksvoller Weise gelungen. Rita Orgel, Fachbereich 2

- Alumni- Feier 2010

- FH - und UNO - Studierende beim Besuch der Kläranlage in Marrero bei New Orleans.
BioV - Studierende der FH bei UNO - Projekt in New Orleans
Zu den vielfältigen internationalen Kontakten, die der Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften der FH Frankfurt am Main geknüpft hat, zählt unter anderem eine Kooperation mit dem College of Engineering der University of New Orleans – kurz UNO genannt. Und es war auch der Fachbereich 2, der die Exkursion einer Gruppe von Bioverfahrenstechnikern und - technikerinnen (drei Studenten, drei Studentinnen) finanziell unterstützte, die sich - unter Leitung von Prof. Dr. Lothar Billmann - vom 17. bis 26.2.2010 in New Orleans aufhielt, um bei einem UNO - Projekt mitzuwirken.
Bereits im Wintersemester 2009/10 hatte sich ein dreizehnköpfiges studentisches Team in die Thematik der biologischen Abwasserreinigung eingearbeitet. Außer einer umfangreichen Recherche zum Thema "Geschichte, Verfahren und rechtliche Aspekte der Abwasserreinigung" hatte es eine Laborkläranlage installiert und in Betrieb genommen. Damit war für die "glücklichen Sechs" aus diesem Team, die in die USA reisen durften, eine fachliche Grundlage geschaffen. Denn die Studierenden aus Frankfurt bekamen die Aufgabe, im Rahmen eines UNO - Forschungsprojekts das unterschiedliche Verhalten zweier Reinigungsstränge einer kommunalen Kläranlage in Marrero bei New Orleans zu untersuchen. Dafür waren Probennahmen in der Anlage notwendig, die im Labor analysiert und deren Messwerte in einem abschließenden Bericht zusammengefasst wurden. Die wissenschaftliche Betreuung seitens UNO übernahm dabei Prof. Dr. Enrique J. La Motta, der von seinem Doktoranden Guillermo Ricon tatkräftig unterstützt wurde.
Neben den projektbezogenen Pflichten gab es noch genügend Zeit für interessante Treffen mit UNO - Studenten, die es sich natürlich nicht nehmen ließen, den Gästen die Besonderheiten dieser ganz und gar unamerikanischen Großstadt näher zu bringen.
Auch wenn es schon knapp fünf Jahre her ist, dass der tropische Wirbelsturm Kathrina weite Teile der Küstenlandschaft um New Orleans verwüstete, sind die Schäden und Narben, die insbesondere durch die großen Überschwemmungen verursacht wurden, noch heute unübersehbar. Der unbedingte Wille seiner Bewohner zum Wiederaufbau zeigt jedoch langsam, aber stetig Erfolge. Damit wurden auch Kritiker eines Besseren belehrt, die zeitweise daran dachten, New Orleans aus Kostengründen aufzugeben.
Das spezielle Flair von New Orleans beeindruckte alle Besucher, so auch die Teilnehmer der Exkursion, die mit vielen positiven Eindrücken und Erfahrungen zurückkamen. Es muss ja nicht die letzte Unternehmung dieser Art gewesen sein?
Prof. Dr. Lothar Billmann, Fachbereich 2

- Die Audimax - Band beim Auftritt in entspannter Wohnzimmeratmosphäre in der Frankfurter Szenekneipe "Mampf".
"I’ve Got to See You Again - Ich muss Dich wieder sehen”, dieser Titel von Norah Jones, den die FH - Band soeben einstudiert hat, könnte der Audimax - Fangemeinde ohne Weiteres als Motto dienen. Denn ob es um eine Verabschiedung geht, um eine Semesterabschlussfeier oder um eine Preisverleihung an der FH Frankfurt am Main: Bei solchen Gelegenheiten ist die populäre Band immer gefragt. Ihr Leiter und Pianist ist der Mathematiker Prof. Dr. Matthias Schubert (Fachbereich 2). Seine Mitstreiter sind seit 2006 die Schwestern Samya und Yasmin Asfor (Gesang), Matthias Butzlaff (Saxophon), Dennis Dahmen (Bass) und Carsten Biemann (Schlagzeug).
Das inzwischen erreichte hohe künstlerische Niveau der Gruppe dokumentiert die Mitte 2009 erschienene CD "Vordiplom" mit einem gekonnten Mix aus
Jazzklassikern, Welthits der Popmusik sowie einer Eigenkomposition.
Diese Mischung kommt nicht nur bei den FHlern sehr gut an. Audimax findet seit längerem auch in der Jazzwirtschaft Mampf im Frankfurter Ostend ein begeistertes Publikum.
Im Jahr 2009 war Audimax vier Mal bei Mampf zu Gast, zuletzt am 18. November.
Bei der etwa dreistündigen Performance gab es wieder Jazzballaden zu hören, wie "Autumn Leaves" oder "All Blues", und neben anderen Pop - Klassikern auch zwei Sade - Hits, "Smooth Operator" und "The Sweatest Tabou", mit denen die beiden Audimax - Sängerinnen Beifallsstürme einheimsten. Wobei die "Wohnzimmeratmosphäre" der Traditionskneipe Kontakte fördert. Da kann es auch schon einmal vorkommen, dass ein Gast zum Mitmusizieren auf die Bühne drängt.
Im Publikum war zufälligerweise Hans J. Karl, Lehrer an der Musikschule des Rhein - Lahn - Kreises, mit einigen Schülern. Spontan entstand dabei die Idee für einen gemeinsamen Auftritt der Schulband und der FH - Band im Jahr 2010. Einen genauen Termin gibt es aber noch nicht.
An ihrem Repertoire arbeitet die Band fleißig weiter. Denn man möchte Stillstand vermeiden. Das gilt auch für die Bandmitglieder. Neue Interessenten oder Interessentinnen sind deshalb jederzeit herzlich willkommen, wie Prof. Schubert betont. Kontaktaufnahme über: matthiasschubert1@googlemail.com.
Über diese E - Mail - Adresse kann auch die CD "Vordiplom" zu einem Preis von 10, - Euro pro Stück bezogen werden.

- Wolfgang Schäfers ist als neuer "Continental Ambassador" Ansprechpartner für die FH Frankfurt am Main.
Neuer Continental -Botschafter für die FH FFM
Die 1871 gegründete Continental AG, heute börsennotierter Konzern der Automobilzulieferbranche mit Sitz in Hannover, gliedert sich in zwei Gruppen, die Rubber und die Automotive Group. Sie ist mit insgesamt sechs Divisionen und nahezu 190 Standorten in 37 Ländern vertreten. In Deutschland – mit insgesamt 44 Standorten - ist Continental Marktführer im Reifengeschäft und darüber hinaus weltweiter Marktführer in vielen ihrer Produktsegmente.
Unter dem Begriff "Ambassador Initiative" pflegt Continental Kontakte zu verschiedenen deutschen Hochschulen, so auch zur Fachhochschule Frankfurt am Main. Konkret unterstützt man momentan die im WS 2009/2010 gestartete Junior-Ingenieur-Akademie. Dabei ist es bestimmt kein Nachteil, dass der Bereich Fahrwerk- und Fahrzeugsicherheitssysteme überwiegend in Frankfurt - Rödelheim angesiedelt ist.
Wie sich denken lässt, stellt sich bei einer solchen Verbindung zwischen Fachhochschule und Continental ein wechselseitiger Nutzen ein: Der Konzern hat auf diese Weise sein Ohr am FH - Geschehen und unter Umständen direkte Kontaktmöglichkeiten zu qualifizierten Absolventen und Praktikanten. Ein Großunternehmen ist stets auf der Suche nach Spitzenpersonal.
Die FH ihrerseits bekommt nicht nur gute Praktikumsplätze für Studierende oder Bachelor-Kandidaten, sondern kann in Kooperation mit Continental auch interessante Besuchsprogramme anbieten. Nicht zuletzt gewährt das Unternehmen großzügige Ausrüstungsspenden. So hat der Studiengang Mechatronik/Mikrosystemtechnik erst kürzlich eine Reihe von Standardsensoren zum Aufbau eines Sensorik - Labors erhalten. Diese wertvolle "Quelle" könnte sicher auch von anderen FH-Studiengängen (etwa Technik, BWL) erschlossen werden.
Neuer Botschafter und damit Ansprechpartner für die FH, ist bei Continental der Dipl. - Wirtschaftsingenieur Wolfgang Schäfers. Er hat sein Studium an der FH Gießen - Friedberg absolviert und war im Konzern in unterschiedlichen Funktionen tätig. Aktuell bekleidet er eine leitende Position im Vertrieb.

- Dagmar Bollin-Flade überreicht Dr. Thomas Knaus und Prof. Dr. Ulrich Schrader (von links) den Innovationspreis. Fotos: fraLine
fraLine auf der Erfolgsspur: Thomas Knaus und Ulrich Schrader erhalten Innovationspreis des FH - Fördervereins
Eröffnet wurde die Preisverleihung am 3. Dezember 2009 von dem FH - Präsidenten Dr. Detlev Buchholz. Er nahm die spätere Laudatio fast vorweg, zeichnete die Entwicklung von fraLine nach und würdigte die Leistung der beiden Projektleiter, Prof. Dr. Ulrich Schrader und Dr. Thomas Knaus, aus einer Idee und kleinen Anfängen fraLine konzipiert und zu einem leistungsstarken und innovativen gemacht zu haben - und das, so der FH - Präsident, trotz forschungs - und transferleistungshemmender Rahmenbedingungen an den hessischen Hochschulen. Nachdem er beiden Preisträgern "Obsession und Durchhaltevermögen" bei ihrer Arbeit bescheinigt hatte, dankte er auch der Stadt Frankfurt (als wichtigste Auftraggeberin von fraLine) für die gute Zusammenarbeit.
Mediale Alphabetisierung in der Schule
In ihrem Festvortrag "Virtueller Unterricht – die Bedeutung neuer Medien im schulischen Alltag" streifte Frankfurts Bürgermeisterin Jutta Ebeling (sie ist auch Mitglied im fraLine - Beirat) einige technische Neuerungen, die zur "schöne neue Welt der Schule von übermorgen" gehören könnten. Als konkretes Anschauungsmaterial mitgebracht hatte sie eine "digitale Schultasche" in Form eines USB - Sticks. Man dürfe, so Ebeling, im Unterricht allerdings nicht bei der bloßen Vermittlung technischer Kenntnisse stehen bleiben, sondern es gehe nicht zuletzt auch um ethische und moralische Aspekte. Dabei verwies sie auf Fälle von Datenmissbrauch im Netz, die in jüngster Zeit durch die Presse gingen: Die Jugendlichen unterschätzten die Gefahren, die von allzu leichtsinnigem Umgang mit eigenen Informationen in Online Communities (Facebook, StudiVZ) ausgehen. Auch Fälle von Cybermobbing sind bekannt. Deshalb müssen sich die Lehrer Gedanken darüber machen, welche Antworten die Schulen auf diese "technische Revolution" geben und wie die Medien sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden können. Ebeling warb in diesem Zusammenhang für eine "mediale Alphabetisierung in der Schule".
Dies ist natürlich eine Fährte, die fraLine schon seit geraumer Zeit mit der medientechnisch - pädagogischen Unterrichtsbegleitung, IT - Lehrerseminaren und anderen Angeboten verfolgt, quasi als permanentes Zukunftsprojekt.
Nachdrücklich würdigte Jutta Ebeling die höchst erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Stadtschulamt und fraLine, bei der aktuell 160 Frankfurter Schulen mit ca. 15.000 PCs betreut werden. 2001 wurde der erste Kooperationsvertrag mit der Stadt Frankfurt geschlossen, der inzwischen bis 2011 verlängert worden ist. Seither erzielt fraLine immer höchste Kundenzufriedenheitsraten – auch dieser Punkt wurde mehrfach lobend erwähnt. Mit anderen Worten: In acht Jahren ist fraLine zu einem veritablen "Wunderkind" mutiert, mit dem sich die FH schmücken kann.
"fraLine ist ein Kind des Fördervereins"
Dagmar Bollin - Flade, Vorsitzende des Fördervereins der FH Frankfurt, präsentierte in ihrer Laudatio nochmals die ganze Bandbreite der Service - Leistungen von fraLine. Zuvor hatte sie den mit 1.500 Euro dotierten Förderpreis vorgestellt: Er wird seit 1997 an Professoren und Professorinnen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vergeben, die in einem von vier Bereichen (Lehre und Weiterbildung; Forschung, Entwicklung, Transfer; Internationalisierung der FH; Entwicklung der FH, Umsetzung des Leitbildes) hervorragende Leistungen erbracht haben. Bollin - Flade reklamierte fraLine "als Kind des Fördervereins", erinnerte aber
auch an den Einsatz einzelner Persönlichkeiten, die zum Zustandekommen des Projekts beigetragen hatten.
Wie aus dem Kreis anwesender "Zeitzeugen" zu hören war, hatte die heutige Bürgermeisterin Jutta Ebeling schon als das Projekt noch in den Kinderschuhen steckte vehement für fraLine gekämpft. Gegen Widerstände von vielen Seiten, die das Vorhaben beinahe zum Scheitern gebracht hätten, gehörte sie u. a. gemeinsam mit dem früheren FH - Rektor Rolf Kessler, der damaligen Dekanin des Fb 2, Frau Prof. Dr. Hannelore Reichardt und dem Leiter der Abteilung FWbT Herrn Peter Sulzbach und seiner Mitarbeiterin Monika Rosenberger zu einem Kreis von Unterstützern, die sich schließlich durchsetzen konnten.
Dagmar Bollin - Flade dankte bei der Preisübergabe den fraLine - Projektleitern, Prof. Dr. Ulrich Schrader und Dr. Thomas Knaus: Bei knappen Finanzen und mit viel unentgeltlicher Mehrarbeit hätten beide – "mit Phantasie und Leidenschaft" – ein Projekt ins Leben gerufen und kontinuierlich weiter entwickelt, das viel für das Renommee der Fachhochschule geleistet hat, weit über die Grenzen Hessens hinaus.
Die Projektleiter, die den Preis strahlend entgegen nahmen, dankten allen Beteiligten von früher und heute, etwa auch dem Stadtschulamt, dem Amt für Kommunikation, dem staatlichen Schulamt und den verschiedenen Abteilungen der FH, wie z.B. Personal, Finanzen, Liegenschaften oder Hausmeisterei. Namentlich aufgezählt wurden ferner die über 50 studentischen und drei Vollzeitkräfte, die fraLine prägten. Es wurde eine sehr lange Liste, die Prof. Schrader und Dr. Knaus abwechselnd. Seine Empfindungen brachte Letzterer mit den Worten auf den Punkt: "Der Preis zeigt, dass unsere Arbeit geschätzt wird, das ist das Schönste daran!"
Bevor es zum Buffet ging, setzten die "Anonymen Saxophoniker", die den Abend mit Einlagen aus Blues und Swing begleitet hatten, ihren musikalischen Schlusspunkt.
Rita Orgel, Fachbereich 2

- Besuch aus Vietnam im sept 09
Besuch aus Ho - Chi - Minh - Stadt:
Seit Herbst 2008 haben 32 Studierende an der neu gegründeten VGU in Ho - Chi - Minh - Stadt ihr "Foundation Year" absolviert, eine Art Studienkolleg mit den Fächern Mathematik, Physik und Englisch. Daran schließt sich ab Wintersemester 09/10 der von der FH Frankfurt am Main übernommene sechssemestrige Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik (EIT) an, zum großen Teil in Form von Blockseminaren.
Zuvor jedoch konnten die Studentinnen und Studenten in Düsseldorf an einem einmonatigen deutschen Sprachkurs teilnehmen. Danach stand für den 28. September 2009 eine Stippvisite an der FH auf dem Programm, bei der die neu gewonnenen Kenntnisse getestet werden konnten.
Begrüßt wurden die vietnamesischen Gäste von der Vizepräsidentin der FH, Frau Prof. Dr. Andrea Ruppert, und zwar in Anwesenheit von Prof. Dr. Michael Hefter, Dekan des Fb2, Prof. Dr. Peter Nauth, der am Aufbau der VGU beteiligt ist, sowie des Leiters des Akademischen Auslandsamts, Günter Kleinkauf.
Prof. Nauth zeigte den Gästen anschließend sein Labor für autonome Systeme. Begeisterung löste die Vorführung humanoider Roboter aus (die kleinen Kerle waren sogar schon in der "Hessenschau" zu sehen), die Fußball spielen, dabei sogar Tore schießen, Treppen steigen – und im Bedarfsfall Wasserflaschen herbeischleppen. Das machte allen Anwesenden natürlich sehr viel Spaß. Das Projekt zielt jedoch auf einen ernsten Zweck, nämlich Assistenzroboter für behinderte oder ältere Menschen zu schaffen, die in der Lage sind, komplexe Aufgaben zu bewältigen. Kein Wunder, dass die Besucher sich große Hoffnungen machten, schon bald in Ho - Chi - Minh - Stadt in einem ähnlichen Aufgabenfeld mitwirken zu können.
Im Labor für Telekommunikation demonstrierten anschließend Frank Weber und weitere seiner Kollegen den Aufbau einer Internet - Verbindung mit Bildübertragung, nachdem zunächst kurz die theoretischen Grundlagen referiert worden waren.
Abschließend hielt Prof. Dr. Achim Morkramer einen Vortrag über das Modul Automatisierungstechnik an der FH und stellte das Labor für Automatisierungstechnik in den wichtigsten Einzelheiten vor.
Nach der "Pflicht" folgte am Nachmittag eine Stadtführung durch das historische Frankfurt, also Römerberg, Paulsplatz etc. mit einem Besuch des Goethe - Hauses im Großen Hirschgraben. Nicht minder großen Eindruck machten auf die Gäste die weitläufigen Plätze Frankfurts, die es in dieser Art in Vietnam kaum gibt. Beschlossen wurde der informelle Teil mit Frankfurter Würstchen und Bier in einem urigen Frankfurter Lokal.
Damit endete der Aufenthalt in Deutschland – aber es war bekanntlich kein "Abschied für immer": In zwei Jahren werden die vietnamesischen Studierenden wieder in Frankfurt sein, um an der FH mit dem sechsten und siebenten Semester ihr EIT - Studium abzuschließen.
Ein Wiedersehen mit Frankfurter Professoren gibt es jedoch schon früher: So wird Prof. Nauth beim International Forum on Strategic Technologies (IFOST) Mitte Oktober 2009 in Ho - Chi - Minh - Stadt einen Vortrag über autonome Roboter halten – und sich bei dieser Gelegenheit auch über die Fortschritte bei der Implementierung des Lehrbetriebs an der VGU.



