EnglishSchriftgröße Hilfe Suche
Yasmin Bushra (links) mit der früheren FH - Vizepräsidentin, Prof. Dr. Andrea Rup-pert.
Yasmin Bushra (links) mit der früheren FH - Vizepräsidentin, Prof. Dr. Andrea Rup-pert.

Yasmin Bushra erhält den Laura - Bassi - Preis 2009

Frauenförderung wird an der FH Frankfurt am Main groß geschrieben. Das gilt natürlich auch für den Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften, der es sich zum Ziel gesetzt hat, mehr Frauen für naturwissenschaftlich - technische Studiengänge zu gewinnen, aber auch in der Lehre "Zeichen zu setzen".

Umso erfreulicher, dass mit Yasmin Bushra wieder eine Studierende des Studiengangs Bioverfahrenstechnik mit dem Laura - Bassi - Preis 2009 ausgezeichnet wurde.

Der mit 500 Euro dotierte Preis wurde 2005 erstmals und seither jedes Jahr vergeben. Benannt ist er nach der ersten Professorin Europas (einer Italienerin), und er honoriert besonderes Engagement im Bereich der Frauenförderung.

Die personellen Vorschläge für diese Auszeichnung werden von der Frauenkommission der FH begutachtet. Anschließend geht ein Vorschlag an die Vizepräsidentin, die letztlich die Entscheidung über die Vergabe trifft.

Bereits im Dezember 2008 hatte Frau Bushra (gemeinsam mit Anika Schlaud) den Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre erhalten, und zwar im Bereich

Tutorium. An der FH wurde sie nun aufgrund ihrer jahrelangen Bemühungen geehrt, junge Frauen auf naturwissenschaftlich - technische Berufe hinzulenken, so zum Beispiel Schülerinnen, die, wie sie selbst, einen Migrationshintergrund haben. "Es war ganz einfach fällig, dass Yasmin Bushra diesen Preis bekommt", so die FH - Frauenbeauftragte, Dipl. - Ing. Ursula Moses: "Ihrem Engagement ist es auch zu verdanken, dass ein neuer Workshop entwickelt werden konnte, bei dem die Teilnehmerinnen die Erfahrung machen, dass sie in Ingenieurberufen – über die technischen Aspekte hinaus  -  auch Kreativität und eine gewisse künstlerische Begabung einbringen können."

Die Laura - Bassi - Preisverleihung am 1. Dezember 2009 wurde musikalisch begleitet von Prof. Dr. Matthias Schubert und der Sängerin Yasmin Asfor – quasi als "Kleinformation" der FH - Band Audimax. Vizepräsidentin Prof. Dr. Andrea Ruppert sprach die Begrüßungsworte. In der Urkunde heißt es: "Frau Yasmin Bushra … erhält den Preis für ihr langjähriges Engagement in Schülerinnenprojekten der FH FFM, als Juniormentorin für ihre besonderen Leistungen im Juniormentoring - Programm sowie für den sensiblen Umgang mit Themen der Integration von Frauen mit Migrationshintergrund."  Die hochschwangere Preisträgerin  -  Sprössling Faris hat inzwischen das Licht der Welt erblickt – bedankte sich für die Anerkennung. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Kyra Kastell, die seit März 2009 im Fachbereich 2 eine Professur für Elektrotechnik innehat. Auch sie war Mentee und ist jetzt als Mentorin im Mentorinnen - Netzwerk aktiv. So schließt sich der Kreis.

Im Jahr 2010 wird der Laura - Bassi - Preis im Übrigen an Beschäftigte der FH FFM verliehen. Nominierungen aus allen Statusgruppen (sowohl Frauen als auch Männer) können bei der Frauenkommission eingereicht werden.

zurück zum Inhaltsverzeichnis                                                                               Rita Orgel, Fachbereich 2
Dagmar Bollin-Flade überreicht Dr. Thomas Knaus und Prof. Dr. Ulrich Schrader (von links) den Innovationspreis. Fotos: fraLine
Dagmar Bollin-Flade überreicht Dr. Thomas Knaus und Prof. Dr. Ulrich Schrader (von links) den Innovationspreis. Fotos: fraLine

fraLine auf der Erfolgsspur: Thomas Knaus und Ulrich Schrader erhalten Innovationspreis des FH - Fördervereins


Eröffnet wurde die Preisverleihung am 3. Dezember 2009 von dem FH - Präsidenten Dr. Detlev Buchholz. Er nahm die spätere Laudatio fast vorweg, zeichnete die Entwicklung von fraLine nach und würdigte die Leistung der beiden Projektleiter, Prof. Dr. Ulrich Schrader und Dr. Thomas Knaus, aus einer Idee und kleinen Anfängen fraLine konzipiert und zu einem leistungsstarken und innovativen gemacht zu haben  -  und das, so der FH - Präsident, trotz forschungs - und transferleistungshemmender Rahmenbedingungen an den hessischen Hochschulen. Nachdem er beiden Preisträgern "Obsession und Durchhaltevermögen" bei ihrer Arbeit bescheinigt hatte, dankte er auch der Stadt Frankfurt (als wichtigste Auftraggeberin von fraLine) für die gute Zusammenarbeit.

 

Mediale Alphabetisierung in der Schule

In ihrem Festvortrag "Virtueller Unterricht – die Bedeutung neuer Medien im schulischen Alltag" streifte Frankfurts Bürgermeisterin Jutta Ebeling (sie ist auch Mitglied im fraLine - Beirat) einige technische Neuerungen, die zur "schöne neue Welt der Schule von übermorgen" gehören könnten. Als konkretes Anschauungsmaterial mitgebracht hatte sie eine "digitale Schultasche" in Form eines USB - Sticks. Man dürfe, so Ebeling, im Unterricht allerdings nicht bei der bloßen Vermittlung technischer Kenntnisse stehen bleiben, sondern es gehe nicht zuletzt auch um ethische und moralische Aspekte. Dabei verwies sie auf Fälle von Datenmissbrauch im Netz, die in jüngster Zeit durch die Presse gingen: Die Jugendlichen unterschätzten die Gefahren, die von allzu leichtsinnigem Umgang mit eigenen Informationen in Online Communities (Facebook, StudiVZ) ausgehen. Auch Fälle von Cybermobbing sind bekannt. Deshalb müssen sich die Lehrer Gedanken darüber machen, welche Antworten die Schulen auf diese "technische Revolution" geben und wie die Medien sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden können. Ebeling warb in diesem Zusammenhang für eine "mediale Alphabetisierung in der Schule".

Dies ist natürlich eine Fährte, die fraLine schon seit geraumer Zeit mit der medientechnisch - pädagogischen Unterrichtsbegleitung, IT -  Lehrerseminaren und anderen Angeboten verfolgt, quasi als permanentes Zukunftsprojekt.

Nachdrücklich würdigte Jutta Ebeling die höchst erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Stadtschulamt und fraLine, bei der aktuell 160 Frankfurter Schulen mit ca. 15.000 PCs betreut werden. 2001 wurde der erste Kooperationsvertrag mit der Stadt Frankfurt geschlossen, der inzwischen bis 2011 verlängert worden ist. Seither erzielt fraLine immer höchste Kundenzufriedenheitsraten – auch dieser Punkt wurde mehrfach lobend erwähnt. Mit anderen Worten: In acht Jahren ist fraLine zu einem veritablen "Wunderkind" mutiert, mit dem sich die FH schmücken kann.

 

"fraLine ist ein Kind des Fördervereins"

Dagmar Bollin - Flade, Vorsitzende des Fördervereins der FH Frankfurt, präsentierte in ihrer Laudatio nochmals die ganze Bandbreite der Service - Leistungen von fraLine. Zuvor hatte sie den mit 1.500 Euro dotierten Förderpreis vorgestellt: Er wird seit 1997 an Professoren und Professorinnen, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vergeben, die in einem von vier Bereichen (Lehre und Weiterbildung; Forschung, Entwicklung, Transfer; Internationalisierung der FH; Entwicklung der FH, Umsetzung des Leitbildes) hervorragende Leistungen erbracht haben. Bollin - Flade reklamierte fraLine "als Kind des Fördervereins", erinnerte aber

auch an den Einsatz einzelner Persönlichkeiten, die zum Zustandekommen des Projekts beigetragen hatten.

Wie aus dem Kreis anwesender "Zeitzeugen" zu hören war, hatte die heutige Bürgermeisterin Jutta Ebeling schon als das Projekt noch in den Kinderschuhen steckte vehement für fraLine gekämpft. Gegen Widerstände von vielen Seiten, die das Vorhaben beinahe zum Scheitern gebracht hätten, gehörte sie u. a. gemeinsam mit dem früheren FH - Rektor Rolf Kessler, der damaligen Dekanin des Fb 2, Frau Prof. Dr. Hannelore Reichardt und dem Leiter der Abteilung FWbT Herrn Peter Sulzbach und seiner Mitarbeiterin Monika Rosenberger zu einem Kreis von Unterstützern, die sich schließlich durchsetzen konnten.

Dagmar Bollin - Flade dankte bei der Preisübergabe den fraLine - Projektleitern, Prof. Dr. Ulrich Schrader und Dr. Thomas Knaus: Bei knappen Finanzen und mit viel unentgeltlicher Mehrarbeit hätten beide – "mit Phantasie und Leidenschaft" – ein Projekt ins Leben gerufen und kontinuierlich weiter entwickelt, das viel für das Renommee der Fachhochschule geleistet hat, weit über die Grenzen Hessens hinaus.

Die Projektleiter, die den Preis strahlend entgegen nahmen, dankten allen Beteiligten von früher und heute, etwa auch dem Stadtschulamt, dem Amt für Kommunikation, dem staatlichen Schulamt und den verschiedenen Abteilungen der FH, wie z.B. Personal, Finanzen, Liegenschaften oder Hausmeisterei. Namentlich aufgezählt wurden ferner die über 50 studentischen und drei Vollzeitkräfte, die fraLine prägten. Es wurde eine sehr lange Liste, die Prof. Schrader und Dr. Knaus abwechselnd. Seine Empfindungen brachte Letzterer mit den Worten auf den Punkt: "Der Preis zeigt, dass unsere Arbeit geschätzt wird, das ist das Schönste daran!"

Bevor es zum Buffet ging, setzten die "Anonymen Saxophoniker", die den Abend mit Einlagen aus Blues und Swing begleitet hatten, ihren musikalischen Schlusspunkt.

zurück zum Inhaltsverzeichnis                                          Rita Orgel, Fachbereich 2

Wolfgang Schäfers ist als neuer
Wolfgang Schäfers ist als neuer "Continental Ambassador" Ansprechpartner für die FH Frankfurt am Main.

Neuer Continental -Botschafter für die FH FFM


Die 1871 gegründete Continental AG, heute börsennotierter Konzern der Automobilzulieferbranche mit Sitz in Hannover, gliedert sich in zwei Gruppen, die Rubber und die Automotive Group. Sie ist mit insgesamt sechs Divisionen und nahezu 190 Standorten in 37 Ländern vertreten. In Deutschland – mit insgesamt 44 Standorten - ist Continental Marktführer im Reifengeschäft und darüber hinaus weltweiter Marktführer in vielen ihrer Produktsegmente.

Unter dem Begriff "Ambassador Initiative" pflegt Continental Kontakte zu verschiedenen deutschen Hochschulen, so auch zur Fachhochschule Frankfurt am Main. Konkret unterstützt man momentan die im WS 2009/2010 gestartete Junior-Ingenieur-Akademie. Dabei ist es bestimmt kein Nachteil, dass der Bereich Fahrwerk- und Fahrzeugsicherheitssysteme überwiegend in Frankfurt - Rödelheim angesiedelt ist.  

Wie sich denken lässt, stellt sich bei einer solchen Verbindung zwischen Fachhochschule und Continental ein wechselseitiger Nutzen ein: Der Konzern hat auf diese Weise sein Ohr am FH - Geschehen und unter Umständen direkte Kontaktmöglichkeiten zu qualifizierten Absolventen und Praktikanten. Ein Großunternehmen ist stets auf der Suche nach Spitzenpersonal. 

Die FH ihrerseits bekommt nicht nur gute Praktikumsplätze für Studierende oder Bachelor-Kandidaten, sondern kann in Kooperation mit Continental auch interessante Besuchsprogramme anbieten. Nicht zuletzt gewährt das Unternehmen großzügige Ausrüstungsspenden. So hat der Studiengang Mechatronik/Mikrosystemtechnik erst kürzlich eine Reihe von Standardsensoren zum Aufbau eines Sensorik - Labors erhalten. Diese wertvolle "Quelle" könnte sicher auch von anderen FH-Studiengängen (etwa Technik, BWL) erschlossen werden.

Neuer Botschafter und damit Ansprechpartner für die FH, ist bei Continental der Dipl. - Wirtschaftsingenieur Wolfgang Schäfers. Er hat sein Studium an der FH Gießen - Friedberg absolviert und war im Konzern in unterschiedlichen Funktionen tätig. Aktuell bekleidet er eine leitende Position im Vertrieb.

zurück zum Inhaltsverzeichnis                                                                Rita Orgel, Fachbereich 2

besuch aus vietnam im sept 09
Besuch aus Vietnam im sept 09

Besuch aus Ho - Chi - Minh - Stadt:

Seit Herbst 2008 haben 32 Studierende an der neu gegründeten VGU in Ho - Chi - Minh - Stadt ihr "Foundation Year" absolviert, eine Art Studienkolleg mit den Fächern Mathematik, Physik und Englisch. Daran schließt sich ab Wintersemester 09/10 der von der FH Frankfurt am Main übernommene sechssemestrige Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik (EIT) an, zum großen Teil in Form von Blockseminaren.

Zuvor jedoch konnten die Studentinnen und Studenten in Düsseldorf an einem einmonatigen deutschen Sprachkurs teilnehmen. Danach stand für den 28. September 2009 eine Stippvisite an der FH auf dem Programm, bei der die neu gewonnenen Kenntnisse getestet werden konnten.

Begrüßt wurden die vietnamesischen Gäste von der Vizepräsidentin der FH, Frau Prof. Dr. Andrea Ruppert, und zwar in Anwesenheit von Prof. Dr. Michael Hefter, Dekan des Fb2, Prof. Dr. Peter Nauth, der am Aufbau der VGU beteiligt ist, sowie des Leiters des Akademischen Auslandsamts, Günter Kleinkauf.

Prof. Nauth zeigte den Gästen anschließend sein Labor für autonome Systeme. Begeisterung löste die Vorführung humanoider Roboter aus (die kleinen Kerle waren sogar schon in der "Hessenschau" zu sehen), die Fußball spielen, dabei sogar Tore schießen, Treppen steigen – und im Bedarfsfall Wasserflaschen herbeischleppen. Das machte allen Anwesenden natürlich sehr viel Spaß. Das Projekt zielt jedoch auf einen ernsten Zweck, nämlich Assistenzroboter für behinderte oder ältere Menschen zu schaffen, die in der Lage sind, komplexe Aufgaben zu bewältigen. Kein Wunder, dass die Besucher sich große Hoffnungen machten, schon bald in Ho - Chi - Minh - Stadt  in einem ähnlichen Aufgabenfeld mitwirken zu können.

Im Labor für Telekommunikation demonstrierten anschließend Frank Weber und weitere seiner Kollegen den Aufbau einer Internet - Verbindung mit Bildübertragung, nachdem zunächst kurz die theoretischen Grundlagen referiert worden waren.

Abschließend hielt Prof. Dr. Achim Morkramer einen Vortrag über das Modul Automatisierungstechnik an der FH und stellte das Labor für Automatisierungstechnik in den wichtigsten Einzelheiten vor.

Nach der "Pflicht" folgte am Nachmittag eine Stadtführung durch das historische Frankfurt, also Römerberg, Paulsplatz etc. mit einem Besuch des Goethe - Hauses im Großen Hirschgraben. Nicht minder großen Eindruck machten auf die Gäste die weitläufigen Plätze Frankfurts, die es in dieser Art in Vietnam kaum gibt. Beschlossen wurde der informelle Teil mit Frankfurter Würstchen und Bier in einem urigen Frankfurter Lokal.

Damit endete der Aufenthalt in Deutschland – aber es war bekanntlich kein "Abschied für immer": In zwei Jahren werden die vietnamesischen Studierenden wieder in Frankfurt sein, um an der FH mit dem sechsten und siebenten Semester ihr EIT - Studium abzuschließen.

Ein Wiedersehen mit Frankfurter Professoren gibt es jedoch schon früher: So wird Prof. Nauth beim International Forum on Strategic Technologies (IFOST) Mitte Oktober 2009 in Ho - Chi - Minh - Stadt einen Vortrag über autonome Roboter halten – und sich bei dieser Gelegenheit auch über die Fortschritte bei der Implementierung des Lehrbetriebs an der VGU.

zurück zum Inhaltsverzeichnis                                                                                          Rita Orgel, Fachbereich 2

Die Band Audimax
Die Band Audimax (von links): Dennis Dahmen, Yasmin Asfor, Carsten Biemann, Samya Asfor, Matthias Butzlaff und im Vordergrund Bandleader Matthias Schubert (Foto: Mareen Fleischer

Vordiplom erfolgreich bestanden: Die Band Audimax veröffentlicht ihre erste CD

Sie ist bekannt wie ein "bunter Hund": Fast allen Lehrenden und Studierenden der FH Frankfurt am Main ist die von dem Mathematiker und Musiker Prof. Dr. Matthias Schubert bereits 2003 gegründete Fr  -  Band Audimax ein Begriff. Anlässlich der Premiere der neu gestalteten FH  -  Zeitung "CAZ" im Juli 2009 stellte Präsident Dr. Detlev Buchholz unter musikalischer Mitwirkung der Gruppe die erste CD von Audimax vor: Sie trägt den beziehungsreichen Titel "Vordiplom" und präsentiert Welthits, wie etwa "Smooth Operator", "No Ordinary Love" oder "Nothing compares 2U"  -   mit "Hoffnung" aber auch einen eigene Komposition.

 "Wir haben jetzt ein künstlerisches Niveau erreicht, das wir mit dieser CD dokumentieren wollten", so Prof. Schubert, "weil es durch die unvermeidliche Fluktuation der Bandmitglieder stets gefährdet ist". Er ist Leiter und Pianist der Gruppe, die in der derzeitigen Zusammensetzung erstmals im Mai 2006 bei der "Nacht der Informatik" auftrat: Dazu gehören die Schwestern Samya und Yasmin Asfor (Gesang), Matthias Butzlaff (Saxophon), Dennis Dahmen (Bass) und Carsten Biemann (Schlagzeug). Seither sind die Bandmitglieder immer weiter zusammen gewachsen, haben gelernt, aufeinander zu hören und aufeinander einzugehen. Für Matthias Schubert selbst kam, wie er gern zugibt, ein weiterer Lernprozess hinzu: Seine musikalische Heimat ist der Jazz, und entsprechend sah das frühere Audimax  -  Repertoire aus. Es veränderte sich zunächst unmerklich, später unverkennbar, mit dem Engagement der Schwestern Asfor, die das Publikum mit ihrem professionellen Können immer wieder zu Beifallsstürmen anregen. Sie nämlich brachten Stücke von Alicia Keys, Prince, Al Jarreau, Pink, sogar von ABBA ins Spiel. Dennoch sind Jazz - Klassiker für den Audimax - Leiter ein unverzichtbares Programmelement geblieben, wie auch die CD beweist.

Das regelmäßige Proben – einmal pro Woche, selbst in den Semesterferien – hat sich jedenfalls gelohnt: Denn es hat sich, wie Prof. Schubert es beschreibt, inzwischen eine Art "musikalische Vertrautheit" eingestellt, die es möglich macht, auch unvorhergesehene Situationen oder  kleine Pannen einfach zu "überspielen", ohne dass es das Publikum bemerkt.

Für die Produktion der CD verbrachte man einen ganzen Tag im Tonstudio Wachenbuchen. Ein aufregendes Erlebnis für alle Bandmitglieder. Und dass das fertige Produkt ein so ansprechendes Cover bekommen hat, ist dem Entwurf von Schlagzeuger Carsten Biemann zu verdanken, eine Doppelbegabung sozusagen. Wobei Kreativität hier das Stichwort für die Zukunft liefert: Laut Prof. Schubert will Audimax stärker als bisher auf eigene Arrangements setzen. Die Fangemeinde darf gespannt sein!

Finanziert wurde die CD - Produktion im Übrigen vom Fachbereich 2, der damit sein kulturelles Engagement unter Beweis stellt und sich den Dank der Bandmitglieder sichert. Wobei er gleichzeitig den "Lohn der guten Tat" einheimsen kann: Zum einen nämlich hat der Fachbereich damit jetzt ein schönes Geschenk für Besucher und internationale Gäste zur Hand. Zum anderen soll und könnte das Projekt andere Ingenieur -  und Informatik - Studierende zum Mit -  bzw. Nachmachen animieren. So sieht es jedenfalls Prof. Schubert. Interessenten wenden sich deshalb an matthiasschubert1#ät#googlemail#punkt#com . Die CD ist bei ihm für 10 Euro pro Exemplar zu erwerben.

  zurück zum Inhaltsverzeichnis                                                                                     Rita Orgel, Fachbereich 2

Experimenteller Aufbau
Experimenteller Aufbau

GeLungen – Labor für Vakuum - und Tieftemperaturtechnik untersucht Lungengase

Seit vielen Jahren besteht eine erfolgreiche Kooperation zwischen dem Labor für Vakuum - und Tieftemperaturtechnik der Fachhochschule Frankfurt am Main und dem Zentrum der Rechtsmedizin an der Johann Wolfgang Goethe - Universität Frankfurt am Main. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurden im Labor für Vakuum - und Tieftemperaturtechnik verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die Indizien für Gerichtsurteile lieferten, indem mittels Analyse von Gasen Rückschlüsse auf die jeweilige Todesursache ermöglicht wurden.


Neue Fragestellungen

Vor etwa zwei Jahren ergaben sich für das Labor neue Fragestellungen, wie etwa: Ist es möglich, aus der Lunge von Verstorbenen Gase zu entnehmen, um anhand der jeweiligen Gasarten auf das zuletzt eingeatmete Gas und somit auf die Todesursache zu schließen? Von großem Interesse ist dies zum Beispiel bei Brandopfern. Denn Verbrennungsgase, wie etwa Kohlenstoffmonoxid (CO), die in der Lunge nachgewiesen werden, sind ein Anhaltspunkt dafür, dass die Person durch Rauchgase erstickt ist. Findet sich dagegen normale Luft in der Lunge, so ist davon auszugehen, dass das Opfer bereits vor dem Brand zu Tode gekommen ist.

Und jeder kennt die erschütternden Zeitungsmeldungen: Bei tot aufgefunden Neugeborenen stellt sich oft die Frage, ob sie lebend oder tot geboren bzw. nach der Geburt getötet wurden? In der Lunge vorhandene Luft ist in diesem Falle ein deutliches Vitalzeichen – das Kind hat gelebt.

Als ein drittes Aufgabengebiet ergab sich die Beschäftigung mit den Lungengasen von Suizid - Opfern. Seit einiger Zeit wird das Edelgas Helium von Sterbehilfe - Organisationen als Erstickungsgas empfohlen. Findet sich Helium in der Lunge, so ist also entweder von einem Suizid auszugehen oder von einem Tötungsdelikt. Helium ist im Übrigen geruchsfrei und kann mit einfachen Methoden nicht nachgewiesen werden.

Im Labor wandten wir uns mit einigen Hemmungen den verschiedenen Aufgaben zu.


Das Vakuum bringt die Lösung

Die erste Frage, die sich das Labor stellte, war: Wie kann man das zuletzt eingeatmete Gas - ohne Verunreinigung durch andere Gase - sicher aus der Lunge entnehmen? Verschiedene Ideen, die zwar praktisch und naheliegend waren, wurden aus ethisch - moralischen Gründen verworfen. Nach vielen Überlegungen kam letztlich, wie so oft, das Vakuum zum Einsatz. Die menschliche Lunge hält ein erstaunlich niedriges Vakuum aus. So herrscht beispielsweise auf dem Mount Everest in 8848 Metern Höhe ein Druck von ca. 320 mbar, während der Normaldruck bei 1013 mbar liegt. Dennoch haben Bergsteiger diese Höhe ohne Hilfsgeräte überlebt.

Untersuchungen ergaben, dass die Lunge auch außerhalb des sie stützenden Brustkorbes einem sehr niedrigen Druck widersteht. Ab einem Druck von etwa 100 mbar platzen jedoch die Lungenbläschen. Dies wurde durch histologische Bilder bestätigt.


Wie bekommt man eine Lunge ins Vakuum?

Ein Vakuum kann man auf unterschiedlichste Weise erzeugen. Viele Vakuumpumpen saugen das Gas aus einem Behälter und transportieren es über einen Auspuff in die Atmosphäre. Diese Methode kommt natürlich nicht in Frage, da das Gas ja zur Analyse benötigt wird. Abhilfe bringt hier die Druckabsenkung durch Volumenvergrößerung: Dabei stehen zwei Behälter von sehr unterschiedlichem Volumen mittels einer Leitung und einem Ventil in Verbindung. In dem Gefäß mit dem kleineren Volumen befindet sich die Lunge in einer Edelgasumgebung bei Normaldruck. Der Behälter mit dem größeren Volumen ist auf einen Druck von ca. 0,01 mbar evakuiert. Wird nun das Ventil zwischen beiden Behältern geöffnet, stellt sich ein Druckausgleich ein: Im großen Behälter steigt der Druck, im kleinen fällt er, bis sich ein Ausgleichsdruck von etwa 50 mbar ergibt. Die Lunge expandiert und gibt ihr Gas frei. Dieses kann nun analysiert werden.

Allerdings gelangt bei einigen Fragestellungen die im Labor vorhandene hochwertige Messtechnik (Kosten ca. 60.000 Euro) an ihre Grenzen. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften können einige Gase mit diesen Geräten nicht nachgewiesen werden. Dazu gehört leider auch das Kohlenstoffmonoxid. Deshalb wurden dafür spezielle Messgeräte angeschafft und erfolgreich getestet. Ein Nachteil: Diese Geräte sind meistens nicht für Vakuum geeignet, so dass das expandierte Gas zur Analyse auf Normaldruck zurückkomprimiert werden muss.

Neben der klassischen Bestimmung der CO - Konzentration im Blut, dem so genannten CO - Hb - Wert, existiert nun eine weitere Methode, um das Vorkommen von Kohlenstoffmonoxid in der Lunge, nachzuweisen.


Eine neue Methode und einige Folgeprobleme

Nachdem mit der neuen Methode diverse Lungen untersucht und die Ergebnisse verifiziert waren, wurden erste Ergebnisse in rechtmedizinischen Kreisen veröffentlicht. Daraus ergaben sich Anfragen verschiedener anderer Institute, die im Labor für Vakuum - und Tieftemperaturtechnik ebenfalls Lungen untersuchen lassen wollten. Dies warf eine praktische Frage auf. Bisher war der Transportweg kurz, nämlich von dem der Universitäts - Klinik angeschlossenem Institut zur Fachhochschule Frankfurt. Die Untersuchungen konnten in aller Regel schnell abgeschlossen werden. Wie aber kann nun eine Lunge, beispielsweise aus München, so ins Labor der Fachhochschule transportiert werden, dass sie nicht mit anderem Gas verunreinigt wird und ihr eigenes Gas behält?

Nach verschiedenen Versuchen mit gasdichten Plastikbeuteln und anderen Behältnissen kam man schließlich auf Blechdosen, wie sie zum Beispiel für Farben oder Konserven verwendet werden: Sie können leicht beschafft werden, kosten pro Stück max. 3 Euro, sind mit einem Deckel leicht und sicher verschließbar und laut Herstellerangaben gasdicht für Lösemittel. Ihre Gasdichtigkeit wurde natürlich überprüft. Sie entsprach zwar nicht den hohen Anforderungen der Vakuumtechnik, konnte aber für die geplante Anwendung als ausreichend angesehen werden.

Problem gelöst - und das nächste Problem geschaffen: Wie kann diese Dose in einem geschlossenen Vakuumbehälter geöffnet werden, nachdem sie im Labor der FH Frankfurt am Main eingetroffen ist? Des Rätsels Lösung: Durch Vakuum. Bei der Druckabsenkung im Vakuumbehälter sorgt der Innendruck in der Dose dafür, dass der Deckel aufgedrückt wird. Die Dose öffnet sich, ihr Deckel verformt sich hierbei nur leicht. Untersuchungen haben ergeben, dass der Deckel ohne Probleme einer Kraft von 100 N widersteht, nicht jedoch dem angelegten Vakuum, bei dem von innen eine Kraft von 2000 N auf den Deckel einwirkt.


Das Ei des Kolumbus

Mit Hilfe einer einfachen Blechdose also, die fest verschließbar und nicht ohne Hilfsmittel zu öffnen, die zudem hygienisch, kostengünstig und leicht beschaffbar ist, wurde eine sichere und reproduzierbare Methode gefunden, um Lungen zu transportieren und das Gas in der Lunge im Labor mit dem hier entwickeltem Verfahren zu analysieren.

Letzte Untersuchungen ergaben im Übrigen, dass auch nach langer Liegedauer einer Leiche, wenn beispielsweise kein Blut mehr zur CO - Hb - Bestimmung vorliegt, das zuletzt eingeatmete Gas immer noch in der Lunge nachweisbar ist. Zur Verfeinerung der Methode sind jedoch weitere Forschungen notwendig, die sich zwangsläufig zeitaufwändig gestalten werden. Denn das erforderliche "Material" kann nicht einfach "angefordert" werden. Es müssen häufig tragische Ereignisse abgewartet werden, um mit den Untersuchungen fortfahren zu können.

Ansporn für unsere Arbeit ist das Bewusstsein, an einem Projekt arbeiten zu können, das weltweit einzigartig und - wie der bisherige Verlauf erkennen lässt - sehr erfolgreich ist.

zurück zum Inhaltsverzeichnis                                                             Prof. Dr. H. Hermann Klein,  

                                                                                                                   Dipl. - Ing. Christian Juhnke, Fachbereich 2
Bild 2: Lungendose mit Deckel und Spannring
Bild 2: Lungendose mit Deckel und Spannring










Die Programmverantwortlichen für den Doppelabschluss - Studiengang: 
Professoren Ludwig, Contreras und Thesenvitz in Cádiz.
Die Programmverantwortlichen für den Doppelabschluss - Studiengang: Professoren Ludwig, Contreras und Thesenvitz in Cádiz.

Doppelabschluss - Studium Maschinenbau mit der Universidad de Cádiz (UCA) ist akkreditiert


"Halbe Kreditpunkte" und andere Probleme: Das Doppelabschluss - Studium Maschinenbau mit der Universidad de Cádiz (UCA) ist akkreditiert

Der Fb 2 der Fachhochschule Frankfurt am Main und die Universidad de Cádiz (UCA) bieten seit diesem Wintersemester 2008/09 einen gemeinsamen Studiengang Maschinenbau an, und zwar mit doppeltem Abschluss: dem Bachelor of Engineering und dem Ingeniero Técnico Industrial.

 

Bei beiden Studiengängen beträgt die Regelstudienzeit sechs Semester. Die fachlichen Schwerpunkte beider Hochschulen ergänzen sich so, dass im Rahmen der gemeinsamen Curriculumsentwicklung ein schlüssiges Studienprogramm sowohl für Studierende der FH FFM als auch für Studierende der Universidad de Cádiz dargestellt werden kann.

 

Dabei sind die Curricula so aufeinander abgestimmt, dass Frankfurter Studierende im zweiten Studienjahr für zwei Semester nach Cádiz wechseln und Studierende aus Cádiz das dritte Studienjahr in Frankfurt absolvieren. Im Idealfall studieren spanisch - deutsche Lerngruppen vier Semester lang gemeinsam. Die Entwicklung dieses Modells wurde durch den DAAD gefördert.

 

Es entspricht der Strategie der Fachhochschule Frankfurt am Main und des Akademischen Auslandsamts, die studentischen Mobilitäten durch abgestimmte Curricula und Doppelabschluss - Studiengänge mit Partnerhochschulen strukturell zu verankern. Damit wird auch in den sechssemestrigen Bachelor - Studiengängen ein Maß an Internationalität ermöglicht, das mit den üblichen ERASMUS - Mobilitäten allein nicht zu leisten wäre. Der Doppelabschluss - Studiengang richtet sich in Frankfurt speziell an Studierende, die bereits bei der Immatrikulation spanische Sprachkenntnisse mitbringen. Entsprechend müssen spanische Studienbewerber erste Kenntnisse der deutschen Sprache nachweisen.

 

Die Programmverantwortlichen, Prof. Dr. Manfred Thesenvitz und Prof. Dr. Hans - Reiner Ludwig erläutern im Gespräch einige Besonderheiten und Schwierigkeiten einer solchen Doppelabschluss - Akkreditierung.

 

Wann erfolgte die Akkreditierung dieses Doppelabschluss - Studiums?

Manfred Thesenvitz: Da es sich bei dem Doppelabschluss um einen selbständigen Studiengang mit eigener Prüfungsordnung handelt, wurde auch eine gesonderte Akkreditierung erforderlich. Da die Partneruniversität in Spanien bislang weder einschlägig evaluiert noch akkreditiert worden war, musste eine Vor - Ort - Begehung der ASIIN in Cádiz am 20. und 21. Oktober 2008 stattfinden. Einer der Gutachter war bereits Auditor bei der Akkreditierung des nationalen Studiengangs Maschinenbau im Juni 2006. Das aktuelle Auditteam wurde durch einen spanischen Professor der Universität Barcelona ergänzt.

Hans - Reiner Ludwig: Die Akkreditierungsommission der ASIIN hat schließlich am 5. Dezember 2008 den Doppelabschluss - Studiengang akkreditiert %u2013 zunächst für die Dauer eines Jahres. Nach der  Erfüllung von zwei Auflagen verlängert sich die Akkreditierung bis 2014. Die beiden Auflagen betreffen die Vorlage der überarbeiteten und genehmigten Prüfungs­ordnungen sowie eine Institutionalisierung der Kooperation mit klar beschriebenen Abstimmungsverfahren und definierten Ansprechpartnern für die Studierenden. Hierzu werden wir eine gemeinsame Kommission der Partnerhochschulen ins Leben rufen.

 

Was hat es mit den halben Kreditpunkten auf sich?

Manfred Thesenvitz: Die Partneruniversität UCA hat seit längerem klar strukturierte Module mit theoretischen Einheiten und praktischen Übungen in den Laboren. Jedes Modul ist in Themen gegliedert, die etwa der Zahl der Semesterwochen entsprechen. Allerdings wird in Spanien erst jetzt das ECTS - System eingeführt. Die Umrechnung der bisherigen "Creditos UCA" in ECTS - Punkte (Credits) führt zu auch zu halben Kreditpunkten. Daran haben die Gutachter Anstoß genommen.

Hans - Reiner Ludwig: Glücklicherweise wurde hierzu keine Auflage ausgesprochen, sondern nur eine Empfehlung. Wichtig ist in dieser Sache, dass die Umrechnung der studentischen Arbeitslast (Workload) in Kreditpunkte nicht schematisch erfolgt, sondern für jedes Modul  individuell nachzuweisen ist. Dies muss unsere Partneruniversität noch leisten. %u2013 Dagegen ist die Fachhochschule Frankfurt ist bei diesem Thema außerordentlich gut positioniert, weil wir uns auf "Fünfer - Module oder Vielfache davon geeinigt haben. In unseren Modulen wird die Arbeitslast so bemessen, dass für fünf ECTS - Punkte 150 Arbeitsstunden, für zehn ECTS - Punkte 300 Arbeitsstunden und für 15 ECTS - Punkte 450 Arbeitsstunden vorgesehen werden, und zwar nicht nach einem Schema, sondern für jedes Modul individuell.

 

Worum handelt es sich bei den erwähnten "anderen Problemen"?

Hans - Reiner Ludwig: Das Königreich Spanien hat sich durch Gesetz auf einen ersten Studienabschluss (Grado) nach acht Semestern festgelegt. Der zweite Zyklus zum Masterabschluss umfasst dann nur noch zwei Semester. Konkret bedeutet das, dass unsere Kooperation bereits im Jahr 2010 von Grund auf neu geregelt werden muss. Einmal mehr wird sichtbar, dass die Vorgaben eines einheitlichen europäischen Hochschulraums keineswegs zu uniformen Strukturen führen. Einheitlich ist nur die Festlegung auf zwei bzw. drei Zyklen, von denen bereits der erste zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führt. Die Dauer der Zyklen variiert im gegebenen Rahmen, was die Abstimmung im Einzelnen zu einer jeweils neuen Herausforderung macht.

 

Neben den Auflagen hat die ASIIN auch Empfehlungen ausgesprochen, z.B. zur fremdsprachlichen Vorbereitung der Auslandsphasen. Was ist dazu geplant?

Manfred Thesenvitz: Eine der Empfehlungen bezieht sich tatsächlich auf die fachsprachliche  Vorbereitung der Studierenden. Empfehlungen sind eigentlich erst zur Reakkreditierung nachzuweisen, weil aber von der sprachlichen Vorbereitung der Erfolg des Studiengangs abhängt, haben wir sofort gehandelt und in Frankfurt einen Sprachkurs organisiert %u2013 in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Hiltrud Hasenkamp und Herrn Herbert Beck vom Fremdsprachenzentrum. Unser Ziel ist es, daraus ein Wahlpflichtmodul zur technischen Fachsprache Spanisch zu formulieren und im Curriculum zu verankern. Dieses Modul stände dann auch anderen Ingenieurstudierenden offen. In Cádiz gibt es ähnliche Bestrebungen für das Vertiefen der deutschen Sprachkenntnisse.

Worum geht es bei den anderen Empfehlungen der ASIIN?

Hans - Reiner Ludwig: Für die spanischen Studierenden wird ein Vorpraktikum vor Aufnahme des Doppelstudiums empfohlen, was bei uns seit langem Standard ist. Dies können wir wahrscheinlich nur mit Hilfe von Partnerunternehmen in Deutschland realisieren, weil die Gesellschaft und Industrie in Spanien darauf zu wenig vorbereitet sind.

Wie beurteilen Sie abschließend das gesamte Verfahren?

Manfred Thesenvitz: Es war und ist ein bisweilen dornenreicher Weg bis zur Realisierung eines solchen Studienganges, beginnend von einer Neuauflage des Selbstberichts, der um die entsprechenden Beiträge der Partnerhochschule ergänzt werden musste. Aber das Ergebnis lohnt die Mühen. Wir sehen in diesem Doppelabschluss - Studiengang ein Alleinstellungsmerkmal unserer Fachhochschule und erwarten eine Nachfrage auch von außerhalb der Region.

Hans - Reiner Ludwig: Naturgemäß kann so ein internationales Programm kein Massenstudiengang sein. Der hohe Aufwand, den wir treiben mussten, kommt also nur wenigen Studierenden zu Gute, das muss man zugestehen. Gleichwohl ist Internationalität ein unverzichtbares Profilelement, und dieses internationale Programm wird auch die Reakkreditierung unseres nationalen Studiengangs Maschinenbau stützen. Selbst die unterschiedliche Gestaltung des Bologna - Prozesses in den Mitgliedsländern der EU lässt sich verschmerzen, wenn man den internationalen Vergleich heranzieht. Bei allen nationalen Strukturunterschieden: in Europa entsteht ein einheitlicher Hochschulraum, der diesen Namen verdient. Es gibt gemeinsame Standards durch die Akkreditierung, z.B. das EUR - ACE Zertifikat, das wir mit der Akkreditierung durch ASIIN für unseren Doppelabschluss - Studiengang erworben haben.

zurück zum Inhaltsverzeichnis                                                          Rita Orgel, Fachbereich 2

Nach dem Vortragsprogramm des Biodyn Symposiums und praktischen Übungen in drei Workshops gab es eine Podiumsdiskussion.
Podiumsdiskussion im Rahmen des Vortragsprogrammes

Prof. Silber mit Vortrag zur präventiven Biomechanik bei der Biodyn Academy

 

 Die Biodyn Academy ist eine Schulungseinrichtung der Biodyn GmbH & Co. KG mit Sitz im Allgäu. Das Unternehmen (etwa hundert Mitarbeiter) entwickelt und verkauft innovative und technisch hochwertige Produkte, die den Menschen unter veränderten Zivilisationsbedingungen ein "natürliches Lebensgefühl" ermöglichen sollen.

Das 2. medizinische Symposium der Biodyn Academy am 29. November 2008 in Würzburg beschäftigte sich generell mit der Frage: "Wie haben sich die heutigen Bewegungs-, Ernährungs- und Schlafgewohnheiten entwickelt?" Dazu ging es erst einmal weit zurück in die Vergangenheit: Prof. Klaus Steinbrück von der Orthopädischen Klinik Stuttgart-Bottnang richtete den Blick auf die menschliche Evolution, genauer auf die Frage, wie sich der aufrechte Gang herausgebildet hat. Dr. Thomas Laser, Facharzt für Orthopädie, Physik und Rehabilitative Medizin in Bad Griesbach, beschrieb in seinen anschließenden Ausführungen die Entwicklung des Schuhs im Wandel der Menschheitsgeschichte; sie mündeten in aktuellen Erkenntnissen zur heutigen Beschaffenheit eines "gesunden" Schuhs. Dr. Urs Granacher vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Basel  beschrieb im darauf folgenden Referat, wie sich der signifikant erhöhten Sturzgefahr im Alter durch sensomotorische Trainingsmethoden entgegenwirken lässt.

Ebenfalls mit präventiven Maßnahmen befasste sich in seinem Vortrag Prof. Dr. Gerhard Silber vom Institut der Materialwissenschaften der FH Frankfurt. Zunächst ging er von der grundlegenden Frage aus, welchen Belastungen menschliche Weichteile etwa durch Prothesen, Schuhe, Liege- und Sitzsysteme ausgesetzt sind. Das ließ sich bisher nicht konkret messen. Prof. Silber hat dazu an seinem Institut ein neues Verfahren entwickelt: Das Body Optimization & Simulation System (BOSS) ist erstmals in der Lage, mechanische Wechselwirkungen zwischen den menschlichen Weichteilregionen und technischen Stützkonstruktionen (Prothesen, Schuhe, Liege- und Sitzsysteme) am Rechner dreidimensional darzustellen und zu simulieren. Spannungen und Verformungen können so berechnet werden, und zwar von der Hautoberfläche über das Fett-  und Muskelgewebe bis hin zum Knochen. "Mit Hilfe realer Probanden, bildgebender Verfahren, mechanischer Experimente, 3-D-CAD-Rekonstruktionstechnologien und der Finite-Elemente-Methode haben wir", so Prof. Silber, "Datensätze virtueller Testpersonen erzeugt, die entsprechend den jeweiligen Erfordernissen beliebig verändert werden können. Das Verfahren ist inzwischen soweit ausgereift, dass auch die Druckeinwirkungen von Schuhen und Einlagen in speziellen Ganganalysen getestet werden können."


zurück zum Inhaltsverzeichnis                                                                                    Rita Orgel, Fachbereich 2
Prof. Dr. Christian Rich lehrte viereinhalb Jahre an der
Prof. Dr. Christian Rich lehrte an der "School of Information Technology"

Kooperation erwünscht: Prof. Dr. Christian Rich kehrt vom Polytechnic of Namibia an die FH Frankfurt zurück


Namibia ist eines der jüngsten Länder Afrikas und erst seit 1990 unabhängig. "Manhat dort 360 Tage Sonne im Jahr und in der Regenzeit nur kurze Tropenschauer", soProf. Dr. Christian Rich. Aber es ist nicht nur das gute Wetter, das der Informatikernach seiner Rückkehr zum WS 08/09 vermisst. Viereinhalb Jahre war er am Polytechnic of Namibia in Windhuk tätig, der einzigen Fachhochschule des Landes. Sie wurde Mitte der 90er Jahre gegründet und wird seither von CIM, dem "Centrum für internationale Migration und Entwicklung" (einer Arbeitsgemeinschaft von GTZ und ZAV) gefördert. Über CIM, genauer: eine Stellenausschreibung in der "Zeit", kam auch Prof. Rich im Februar 2004 nach Namibia. Zuvor war er ab 2003, nach acht Jahren als IT-Manager in verschiedenen Bereichen der Deutschen Bank – darunter zweieinhalb Jahre in Indien bei einer Software-Tochter des DB-Konzerns -, als Professor für Informatik an der FH Frankfurt tätig. Seine Spezialgebiete (und Promotionsthema) sind Datenbanken und Informationssysteme.

Am Polytechnikum baute Prof. Rich den ersten Master-Studiengang für Informatik in

ganz Namibia auf, der 2005 mit 25 Studierenden an den Start ging, etwa 40% davon

Studentinnen. Ungefähr fünf Vorlesungen besucht dort ein Studierender pro Semester, wobei jede Teilnahme gebührenpflichtig ist. Pro Vorlesung zahlen die Studierenden umgerechnet etwa 80 Euro - und je höher der Level, desto teurer wird es. Kein Wunder, dass die Studentinnen und Studenten überwiegend bereits berufstätig und damit etwas älter sind - und ihre Ausbildung zwangsläufig im Abendstudium ab 17 Uhr absolvieren. Der Aufwand lohnt sich jedoch: Es gibt in Namibia eine extrem hohe Nachfrage nach gut ausgebildeten Arbeitskräften.

Interessanterweise sind die über CIM engagierten ausländischen Professoren direkt

beim Polytechnic of Namibia angestellt, mit allen Rechten und Pflichten. Sie erhalten ein lokal übliches Gehalt, das von CIM bezuschusst wird. Damit wird überflüssiger Verwaltungsaufwand vermieden. Das gleiche Prozedere gilt deshalb auch für namibische Firmen, die über CIM Mitarbeiter aus dem Ausland anwerben.

Wie man sich denken kann, unterhält Prof. Rich weiterhin enge persönliche Beziehungen zum Polytechnic of Namibia. Darin liegt mit Sicherheit eine Chance für den Fachbereich 2, seine internationalen Kontakte nach Namibia auszuweiten. Prof. Rich denkt hier an eine Kooperation, die namibische Studenten und Studentinnen nach Frankfurt bringt - und umgekehrt Frankfurter Studierende nach Windhuk. Beide Seiten könnten auf diese Weise Auslandserfahrungen sammeln und sich Vorlesungen gutschreiben lassen. Eine solche Kooperation würde begünstigt durch die Tatsache, dass alle Vorlesungen des hiesigen HIS-Master-Studiengangs in englischer Sprache gehalten werden. Auch beim Bachelor in Informatik sowie Bachelor in Wirtschaftsinformatik gibt es hohe Englisch-Anteile. Das käme namibischen Studierenden sehr entgegen. Denn bisher bestehen zwar Kooperationen mit Fachhochschulen, z. B.  in Jena und Flensburg, aber dort spielt die englische Sprache im Unterricht bislang eine eher untergeordnete Rolle.

zurück zum Inhaltsverzeichnis

                                                                                                                                                  Rita Orgel, Fachbereich 2

 

"The Polytechnic of Namibia", Blick auf den Haupteingang.