Archiv der Frankfruter Fachhochschulzeitung
Erfolgreich bestanden, die Band "Audimax" veröfentlicht ihre erste CD.
Yasmin Bushra erhält den Laura Bassi- Preis 2009
Doppelabschluss- Studium Maschinenbau mit Uni de Cádiz akkreditiert
Gelungen, das Labor für Vakuum und Tieftemperaturtechnik untersucht Lungengase
Prof. Silber in der Biodyn Academy
Kooperation erwünscht: Prof. Dr. Christian Rich kehrt vom Polytechnic of Namibia an die FH Frankfurt zurück.
Fachbereich zwei feiert Rekordzahl an Absolventen und Absolventinnen
Tip Dialog- Forum
Eröffnung der Dialog Reihe
Fragen intelligenter Systeme in Salvador Brasilien
WLAN- Technik
Fb 02 stellt zwei Projekte vor
MainCampus fördert Helle Köpfe
Elektro - und Informationstechnik an der "German Vietnamese University
Fachbereich zwei aktiv beim Junior - Mentoring - Programm
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- Die Band Audimax (von links): Dennis Dahmen, Yasmin Asfor, Carsten Biemann, Samya Asfor, Matthias Butzlaff und im Vordergrund Bandleader Matthias Schubert (Foto: Mareen Fleische
Vordiplom erfolgreich bestanden: Die Band Audimax veröffentlicht ihre erste CD
Sie ist bekannt wie ein "bunter Hund": Fast allen Lehrenden und Studierenden der FH Frankfurt am Main ist die von dem Mathematiker und Musiker Prof. Dr. Matthias Schubert bereits 2003 gegründete Fr - Band Audimax ein Begriff. Anlässlich der Premiere der neu gestalteten FH - Zeitung "CAZ" im Juli 2009 stellte Präsident Dr. Detlev Buchholz unter musikalischer Mitwirkung der Gruppe die erste CD von Audimax vor: Sie trägt den beziehungsreichen Titel "Vordiplom" und präsentiert Welthits, wie etwa "Smooth Operator", "No Ordinary Love" oder "Nothing compares 2U" - mit "Hoffnung" aber auch einen eigene Komposition.
"Wir haben jetzt ein künstlerisches Niveau erreicht, das wir mit dieser CD dokumentieren wollten", so Prof. Schubert, "weil es durch die unvermeidliche Fluktuation der Bandmitglieder stets gefährdet ist". Er ist Leiter und Pianist der Gruppe, die in der derzeitigen Zusammensetzung erstmals im Mai 2006 bei der "Nacht der Informatik" auftrat: Dazu gehören die Schwestern Samya und Yasmin Asfor (Gesang), Matthias Butzlaff (Saxophon), Dennis Dahmen (Bass) und Carsten Biemann (Schlagzeug). Seither sind die Bandmitglieder immer weiter zusammen gewachsen, haben gelernt, aufeinander zu hören und aufeinander einzugehen. Für Matthias Schubert selbst kam, wie er gern zugibt, ein weiterer Lernprozess hinzu: Seine musikalische Heimat ist der Jazz, und entsprechend sah das frühere Audimax - Repertoire aus. Es veränderte sich zunächst unmerklich, später unverkennbar, mit dem Engagement der Schwestern Asfor, die das Publikum mit ihrem professionellen Können immer wieder zu Beifallsstürmen anregen. Sie nämlich brachten Stücke von Alicia Keys, Prince, Al Jarreau, Pink, sogar von ABBA ins Spiel. Dennoch sind Jazz - Klassiker für den Audimax - Leiter ein unverzichtbares Programmelement geblieben, wie auch die CD beweist.
Das regelmäßige Proben - einmal pro Woche, selbst in den Semesterferien - hat sich jedenfalls gelohnt: Denn es hat sich, wie Prof. Schubert es beschreibt, inzwischen eine Art "musikalische Vertrautheit" eingestellt, die es möglich macht, auch unvorhergesehene Situationen oder kleine Pannen einfach zu "überspielen", ohne dass es das Publikum bemerkt.
Für die Produktion der CD verbrachte man einen ganzen Tag im Tonstudio Wachenbuchen. Ein aufregendes Erlebnis für alle Bandmitglieder. Und dass das fertige Produkt ein so ansprechendes Cover bekommen hat, ist dem Entwurf von Schlagzeuger Carsten Biemann zu verdanken, eine Doppelbegabung sozusagen. Wobei Kreativität hier das Stichwort für die Zukunft liefert: Laut Prof. Schubert will Audimax stärker als bisher auf eigene Arrangements setzen. Die Fangemeinde darf gespannt sein!
Finanziert wurde die CD - Produktion im Übrigen vom Fachbereich 2, der damit sein kulturelles Engagement unter Beweis stellt und sich den Dank der Bandmitglieder sichert. Wobei er gleichzeitig den "Lohn der guten Tat" einheimsen kann: Zum einen nämlich hat der Fachbereich damit jetzt ein schönes Geschenk für Besucher und internationale Gäste zur Hand. Zum anderen soll und könnte das Projekt andere Ingenieur - und Informatik - Studierende zum Mit - bzw. Nachmachen animieren. So sieht es jedenfalls Prof. Schubert. Interessenten wenden sich deshalb an matthiasschubert1@googlemail.com . Die CD ist bei ihm für 10 Euro pro Exemplar zu erwerben.
Rita Orgel, Fachbereich 2

- Yasmin Bushra (links) mit der früheren FH - Vizepräsidentin, Prof. Dr. Andrea Rup-pert.
Yasmin Bushra erhält den Laura - Bassi - Preis 2009
Frauenförderung wird an der FH Frankfurt am Main groß geschrieben. Das gilt natürlich auch für den Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften, der es sich zum Ziel gesetzt hat, mehr Frauen für naturwissenschaftlich - technische Studiengänge zu gewinnen, aber auch in der Lehre "Zeichen zu setzen".
Umso erfreulicher, dass mit Yasmin Bushra wieder eine Studierende des Studiengangs Bioverfahrenstechnik mit dem Laura - Bassi - Preis 2009 ausgezeichnet wurde.
Der mit 500 Euro dotierte Preis wurde 2005 erstmals und seither jedes Jahr vergeben. Benannt ist er nach der ersten Professorin Europas (einer Italienerin), und er honoriert besonderes Engagement im Bereich der Frauenförderung.
Die personellen Vorschläge für diese Auszeichnung werden von der Frauenkommission der FH begutachtet. Anschließend geht ein Vorschlag an die Vizepräsidentin, die letztlich die Entscheidung über die Vergabe trifft.
Bereits im Dezember 2008 hatte Frau Bushra (gemeinsam mit Anika Schlaud) den Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre erhalten, und zwar im Bereich
Tutorium. An der FH wurde sie nun aufgrund ihrer jahrelangen Bemühungen geehrt, junge Frauen auf naturwissenschaftlich - technische Berufe hinzulenken, so zum Beispiel Schülerinnen, die, wie sie selbst, einen Migrationshintergrund haben. "Es war ganz einfach fällig, dass Yasmin Bushra diesen Preis bekommt", so die FH - Frauenbeauftragte, Dipl. - Ing. Ursula Moses: "Ihrem Engagement ist es auch zu verdanken, dass ein neuer Workshop entwickelt werden konnte, bei dem die Teilnehmerinnen die Erfahrung machen, dass sie in Ingenieurberufen - über die technischen Aspekte hinaus - auch Kreativität und eine gewisse künstlerische Begabung einbringen können."
Die Laura - Bassi - Preisverleihung am 1. Dezember 2009 wurde musikalisch begleitet von Prof. Dr. Matthias Schubert und der Sängerin Yasmin Asfor - quasi als "Kleinformation" der FH - Band Audimax. Vizepräsidentin Prof. Dr. Andrea Ruppert sprach die Begrüßungsworte. In der Urkunde heißt es: "Frau Yasmin Bushra erhält den Preis für ihr langjähriges Engagement in Schülerinnenprojekten der FH FFM, als Juniormentorin für ihre besonderen Leistungen im Juniormentoring - Programm sowie für den sensiblen Umgang mit Themen der Integration von Frauen mit Migrationshintergrund." Die hochschwangere Preisträgerin - Sprössling Faris hat inzwischen das Licht der Welt erblickt - bedankte sich für die Anerkennung. Die Laudatio hielt Prof. Dr. Kyra Kastell, die seit März 2009 im Fachbereich 2 eine Professur für Elektrotechnik innehat. Auch sie war Mentee und ist jetzt als Mentorin im Mentorinnen - Netzwerk aktiv. So schließt sich der Kreis.
Im Jahr 2010 wird der Laura - Bassi - Preis im Übrigen an Beschäftigte der FH FFM verliehen. Nominierungen aus allen Statusgruppen (sowohl Frauen als auch Männer) können bei der Frauenkommission eingereicht werden.
Rita Orgel, Fachbereich 2
Doppelabschluss - Studium Maschinenbau mit der Universidad de Cádiz (UCA) ist akkreditiert
"Halbe Kreditpunkte" und andere Probleme: Das Doppelabschluss - Studium Maschinenbau mit der Universidad de Cádiz (UCA) ist akkreditiert
Der Fb 2 der Fachhochschule Frankfurt am Main und die Universidad de Cádiz (UCA) bieten seit diesem Wintersemester 2008/09 einen gemeinsamen Studiengang Maschinenbau an, und zwar mit doppeltem Abschluss: dem Bachelor of Engineering und dem Ingeniero Técnico Industrial.
Bei beiden Studiengängen beträgt die Regelstudienzeit sechs Semester. Die fachlichen Schwerpunkte beider Hochschulen ergänzen sich so, dass im Rahmen der gemeinsamen Curriculumsentwicklung ein schlüssiges Studienprogramm sowohl für Studierende der FH FFM als auch für Studierende der Universidad de Cádiz dargestellt werden kann.
Dabei sind die Curricula so aufeinander abgestimmt, dass Frankfurter Studierende im zweiten Studienjahr für zwei Semester nach Cádiz wechseln und Studierende aus Cádiz das dritte Studienjahr in Frankfurt absolvieren. Im Idealfall studieren spanisch - deutsche Lerngruppen vier Semester lang gemeinsam. Die Entwicklung dieses Modells wurde durch den DAAD gefördert.
Es entspricht der Strategie der Fachhochschule Frankfurt am Main und des Akademischen Auslandsamts, die studentischen Mobilitäten durch abgestimmte Curricula und Doppelabschluss - Studiengänge mit Partnerhochschulen strukturell zu verankern. Damit wird auch in den sechssemestrigen Bachelor - Studiengängen ein Maß an Internationalität ermöglicht, das mit den üblichen ERASMUS - Mobilitäten allein nicht zu leisten wäre. Der Doppelabschluss - Studiengang richtet sich in Frankfurt speziell an Studierende, die bereits bei der Immatrikulation spanische Sprachkenntnisse mitbringen. Entsprechend müssen spanische Studienbewerber erste Kenntnisse der deutschen Sprache nachweisen.
Die Programmverantwortlichen, Prof. Dr. Manfred Thesenvitz und Prof. Dr. Hans - Reiner Ludwig erläutern im Gespräch einige Besonderheiten und Schwierigkeiten einer solchen Doppelabschluss - Akkreditierung.
Wann erfolgte die Akkreditierung dieses Doppelabschluss - Studiums?
Manfred Thesenvitz: Da es sich bei dem Doppelabschluss um einen selbständigen Studiengang mit eigener Prüfungsordnung handelt, wurde auch eine gesonderte Akkreditierung erforderlich. Da die Partneruniversität in Spanien bislang weder einschlägig evaluiert noch akkreditiert worden war, musste eine Vor - Ort - Begehung der ASIIN in Cádiz am 20. und 21. Oktober 2008 stattfinden. Einer der Gutachter war bereits Auditor bei der Akkreditierung des nationalen Studiengangs Maschinenbau im Juni 2006. Das aktuelle Auditteam wurde durch einen spanischen Professor der Universität Barcelona ergänzt.
Hans - Reiner Ludwig: Die Akkreditierungsommission der ASIIN hat schließlich am 5. Dezember 2008 den Doppelabschluss - Studiengang akkreditiert %u2013 zunächst für die Dauer eines Jahres. Nach der Erfüllung von zwei Auflagen verlängert sich die Akkreditierung bis 2014. Die beiden Auflagen betreffen die Vorlage der überarbeiteten und genehmigten Prüfungsordnungen sowie eine Institutionalisierung der Kooperation mit klar beschriebenen Abstimmungsverfahren und definierten Ansprechpartnern für die Studierenden. Hierzu werden wir eine gemeinsame Kommission der Partnerhochschulen ins Leben rufen.
Was hat es mit den halben Kreditpunkten auf sich?
Manfred Thesenvitz: Die Partneruniversität UCA hat seit längerem klar strukturierte Module mit theoretischen Einheiten und praktischen Übungen in den Laboren. Jedes Modul ist in Themen gegliedert, die etwa der Zahl der Semesterwochen entsprechen. Allerdings wird in Spanien erst jetzt das ECTS - System eingeführt. Die Umrechnung der bisherigen "Creditos UCA" in ECTS - Punkte (Credits) führt zu auch zu halben Kreditpunkten. Daran haben die Gutachter Anstoß genommen.
Hans - Reiner Ludwig: Glücklicherweise wurde hierzu keine Auflage ausgesprochen, sondern nur eine Empfehlung. Wichtig ist in dieser Sache, dass die Umrechnung der studentischen Arbeitslast (Workload) in Kreditpunkte nicht schematisch erfolgt, sondern für jedes Modul individuell nachzuweisen ist. Dies muss unsere Partneruniversität noch leisten. %u2013 Dagegen ist die Fachhochschule Frankfurt ist bei diesem Thema außerordentlich gut positioniert, weil wir uns auf "Fünfer - Module oder Vielfache davon geeinigt haben. In unseren Modulen wird die Arbeitslast so bemessen, dass für fünf ECTS - Punkte 150 Arbeitsstunden, für zehn ECTS - Punkte 300 Arbeitsstunden und für 15 ECTS - Punkte 450 Arbeitsstunden vorgesehen werden, und zwar nicht nach einem Schema, sondern für jedes Modul individuell.
Worum handelt es sich bei den erwähnten "anderen Problemen"?
Hans - Reiner Ludwig: Das Königreich Spanien hat sich durch Gesetz auf einen ersten Studienabschluss (Grado) nach acht Semestern festgelegt. Der zweite Zyklus zum Masterabschluss umfasst dann nur noch zwei Semester. Konkret bedeutet das, dass unsere Kooperation bereits im Jahr 2010 von Grund auf neu geregelt werden muss. Einmal mehr wird sichtbar, dass die Vorgaben eines einheitlichen europäischen Hochschulraums keineswegs zu uniformen Strukturen führen. Einheitlich ist nur die Festlegung auf zwei bzw. drei Zyklen, von denen bereits der erste zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führt. Die Dauer der Zyklen variiert im gegebenen Rahmen, was die Abstimmung im Einzelnen zu einer jeweils neuen Herausforderung macht.
Neben den Auflagen hat die ASIIN auch Empfehlungen ausgesprochen, z.B. zur fremdsprachlichen Vorbereitung der Auslandsphasen. Was ist dazu geplant?
Manfred Thesenvitz: Eine der Empfehlungen bezieht sich tatsächlich auf die fachsprachliche Vorbereitung der Studierenden. Empfehlungen sind eigentlich erst zur Reakkreditierung nachzuweisen, weil aber von der sprachlichen Vorbereitung der Erfolg des Studiengangs abhängt, haben wir sofort gehandelt und in Frankfurt einen Sprachkurs organisiert %u2013 in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Hiltrud Hasenkamp und Herrn Herbert Beck vom Fremdsprachenzentrum. Unser Ziel ist es, daraus ein Wahlpflichtmodul zur technischen Fachsprache Spanisch zu formulieren und im Curriculum zu verankern. Dieses Modul stände dann auch anderen Ingenieurstudierenden offen. In Cádiz gibt es ähnliche Bestrebungen für das Vertiefen der deutschen Sprachkenntnisse.
Worum geht es bei den anderen Empfehlungen der ASIIN?
Hans - Reiner Ludwig: Für die spanischen Studierenden wird ein Vorpraktikum vor Aufnahme des Doppelstudiums empfohlen, was bei uns seit langem Standard ist. Dies können wir wahrscheinlich nur mit Hilfe von Partnerunternehmen in Deutschland realisieren, weil die Gesellschaft und Industrie in Spanien darauf zu wenig vorbereitet sind.
Wie beurteilen Sie abschließend das gesamte Verfahren?
Manfred Thesenvitz: Es war und ist ein bisweilen dornenreicher Weg bis zur Realisierung eines solchen Studienganges, beginnend von einer Neuauflage des Selbstberichts, der um die entsprechenden Beiträge der Partnerhochschule ergänzt werden musste. Aber das Ergebnis lohnt die Mühen. Wir sehen in diesem Doppelabschluss - Studiengang ein Alleinstellungsmerkmal unserer Fachhochschule und erwarten eine Nachfrage auch von außerhalb der Region.
Hans - Reiner Ludwig: Naturgemäß kann so ein internationales Programm kein Massenstudiengang sein. Der hohe Aufwand, den wir treiben mussten, kommt also nur wenigen Studierenden zu Gute, das muss man zugestehen. Gleichwohl ist Internationalität ein unverzichtbares Profilelement, und dieses internationale Programm wird auch die Reakkreditierung unseres nationalen Studiengangs Maschinenbau stützen. Selbst die unterschiedliche Gestaltung des Bologna - Prozesses in den Mitgliedsländern der EU lässt sich verschmerzen, wenn man den internationalen Vergleich heranzieht. Bei allen nationalen Strukturunterschieden: in Europa entsteht ein einheitlicher Hochschulraum, der diesen Namen verdient. Es gibt gemeinsame Standards durch die Akkreditierung, z.B. das EUR - ACE Zertifikat, das wir mit der Akkreditierung durch ASIIN für unseren Doppelabschluss - Studiengang erworben haben.
Rita Orgel, Fachbereich 2

- Nach dem Vortragsprogramm des Biodyn Symposiums und praktischen Übungen in drei Workshops gab es eine Podiumsdiskussion.
Prof. Silber mit Vortrag zur präventiven Biomechanik bei der Biodyn Academy
Die Biodyn Academy ist eine Schulungseinrichtung der Biodyn GmbH & Co. KG mit Sitz im Allgäu. Das Unternehmen (etwa hundert Mitarbeiter) entwickelt und verkauft innovative und technisch hochwertige Produkte, die den Menschen unter veränderten Zivilisationsbedingungen ein "natürliches Lebensgefühl" ermöglichen sollen.
Das 2. medizinische Symposium der Biodyn Academy am 29. November 2008 in Würzburg beschäftigte sich generell mit der Frage: "Wie haben sich die heutigen Bewegungs-, Ernährungs- und Schlafgewohnheiten entwickelt?" Dazu ging es erst einmal weit zurück in die Vergangenheit: Prof. Klaus Steinbrück von der Orthopädischen Klinik Stuttgart-Bottnang richtete den Blick auf die menschliche Evolution, genauer auf die Frage, wie sich der aufrechte Gang herausgebildet hat. Dr. Thomas Laser, Facharzt für Orthopädie, Physik und Rehabilitative Medizin in Bad Griesbach, beschrieb in seinen anschließenden Ausführungen die Entwicklung des Schuhs im Wandel der Menschheitsgeschichte; sie mündeten in aktuellen Erkenntnissen zur heutigen Beschaffenheit eines "gesunden" Schuhs. Dr. Urs Granacher vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Basel beschrieb im darauf folgenden Referat, wie sich der signifikant erhöhten Sturzgefahr im Alter durch sensomotorische Trainingsmethoden entgegenwirken lässt.
Ebenfalls mit präventiven Maßnahmen befasste sich in seinem Vortrag Prof. Dr. Gerhard Silber vom Institut der Materialwissenschaften der FH Frankfurt. Zunächst ging er von der grundlegenden Frage aus, welchen Belastungen menschliche Weichteile etwa durch Prothesen, Schuhe, Liege- und Sitzsysteme ausgesetzt sind. Das ließ sich bisher nicht konkret messen. Prof. Silber hat dazu an seinem Institut ein neues Verfahren entwickelt: Das Body Optimization & Simulation System (BOSS) ist erstmals in der Lage, mechanische Wechselwirkungen zwischen den menschlichen Weichteilregionen und technischen Stützkonstruktionen (Prothesen, Schuhe, Liege- und Sitzsysteme) am Rechner dreidimensional darzustellen und zu simulieren. Spannungen und Verformungen können so berechnet werden, und zwar von der Hautoberfläche über das Fett- und Muskelgewebe bis hin zum Knochen. "Mit Hilfe realer Probanden, bildgebender Verfahren, mechanischer Experimente, 3-D-CAD-Rekonstruktionstechnologien und der Finite-Elemente-Methode haben wir", so Prof. Silber, "Datensätze virtueller Testpersonen erzeugt, die entsprechend den jeweiligen Erfordernissen beliebig verändert werden können. Das Verfahren ist inzwischen soweit ausgereift, dass auch die Druckeinwirkungen von Schuhen und Einlagen in speziellen Ganganalysen getestet werden können."
Rita Orgel, Fachbereich 2

- Experimenteller Aufbau
GeLungen - Labor für Vakuum - und Tieftemperaturtechnik untersucht Lungengase
Seit vielen Jahren besteht eine erfolgreiche Kooperation zwischen dem Labor für Vakuum - und Tieftemperaturtechnik der Fachhochschule Frankfurt am Main und dem Zentrum der Rechtsmedizin an der Johann Wolfgang Goethe - Universität Frankfurt am Main. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurden im Labor für Vakuum - und Tieftemperaturtechnik verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die Indizien für Gerichtsurteile lieferten, indem mittels Analyse von Gasen Rückschlüsse auf die jeweilige Todesursache ermöglicht wurden.
Neue Fragestellungen
Vor etwa zwei Jahren ergaben sich für das Labor neue Fragestellungen, wie etwa: Ist es möglich, aus der Lunge von Verstorbenen Gase zu entnehmen, um anhand der jeweiligen Gasarten auf das zuletzt eingeatmete Gas und somit auf die Todesursache zu schließen? Von großem Interesse ist dies zum Beispiel bei Brandopfern. Denn Verbrennungsgase, wie etwa Kohlenstoffmonoxid (CO), die in der Lunge nachgewiesen werden, sind ein Anhaltspunkt dafür, dass die Person durch Rauchgase erstickt ist. Findet sich dagegen normale Luft in der Lunge, so ist davon auszugehen, dass das Opfer bereits vor dem Brand zu Tode gekommen ist.
Und jeder kennt die erschütternden Zeitungsmeldungen: Bei tot aufgefunden Neugeborenen stellt sich oft die Frage, ob sie lebend oder tot geboren bzw. nach der Geburt getötet wurden? In der Lunge vorhandene Luft ist in diesem Falle ein deutliches Vitalzeichen - das Kind hat gelebt.
Als ein drittes Aufgabengebiet ergab sich die Beschäftigung mit den Lungengasen von Suizid - Opfern. Seit einiger Zeit wird das Edelgas Helium von Sterbehilfe - Organisationen als Erstickungsgas empfohlen. Findet sich Helium in der Lunge, so ist also entweder von einem Suizid auszugehen oder von einem Tötungsdelikt. Helium ist im Übrigen geruchsfrei und kann mit einfachen Methoden nicht nachgewiesen werden.
Im Labor wandten wir uns mit einigen Hemmungen den verschiedenen Aufgaben zu.
Das Vakuum bringt die Lösung
Die erste Frage, die sich das Labor stellte, war: Wie kann man das zuletzt eingeatmete Gas - ohne Verunreinigung durch andere Gase - sicher aus der Lunge entnehmen? Verschiedene Ideen, die zwar praktisch und naheliegend waren, wurden aus ethisch - moralischen Gründen verworfen. Nach vielen Überlegungen kam letztlich, wie so oft, das Vakuum zum Einsatz. Die menschliche Lunge hält ein erstaunlich niedriges Vakuum aus. So herrscht beispielsweise auf dem Mount Everest in 8848 Metern Höhe ein Druck von ca. 320 mbar, während der Normaldruck bei 1013 mbar liegt. Dennoch haben Bergsteiger diese Höhe ohne Hilfsgeräte überlebt.
Untersuchungen ergaben, dass die Lunge auch außerhalb des sie stützenden Brustkorbes einem sehr niedrigen Druck widersteht. Ab einem Druck von etwa 100 mbar platzen jedoch die Lungenbläschen. Dies wurde durch histologische Bilder bestätigt.
Wie bekommt man eine Lunge ins Vakuum?
Ein Vakuum kann man auf unterschiedlichste Weise erzeugen. Viele Vakuumpumpen saugen das Gas aus einem Behälter und transportieren es über einen Auspuff in die Atmosphäre. Diese Methode kommt natürlich nicht in Frage, da das Gas ja zur Analyse benötigt wird. Abhilfe bringt hier die Druckabsenkung durch Volumenvergrößerung: Dabei stehen zwei Behälter von sehr unterschiedlichem Volumen mittels einer Leitung und einem Ventil in Verbindung. In dem Gefäß mit dem kleineren Volumen befindet sich die Lunge in einer Edelgasumgebung bei Normaldruck. Der Behälter mit dem größeren Volumen ist auf einen Druck von ca. 0,01 mbar evakuiert. Wird nun das Ventil zwischen beiden Behältern geöffnet, stellt sich ein Druckausgleich ein: Im großen Behälter steigt der Druck, im kleinen fällt er, bis sich ein Ausgleichsdruck von etwa 50 mbar ergibt. Die Lunge expandiert und gibt ihr Gas frei. Dieses kann nun analysiert werden.
Allerdings gelangt bei einigen Fragestellungen die im Labor vorhandene hochwertige Messtechnik (Kosten ca. 60.000 Euro) an ihre Grenzen. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften können einige Gase mit diesen Geräten nicht nachgewiesen werden. Dazu gehört leider auch das Kohlenstoffmonoxid. Deshalb wurden dafür spezielle Messgeräte angeschafft und erfolgreich getestet. Ein Nachteil: Diese Geräte sind meistens nicht für Vakuum geeignet, so dass das expandierte Gas zur Analyse auf Normaldruck zurückkomprimiert werden muss.
Neben der klassischen Bestimmung der CO - Konzentration im Blut, dem so genannten CO - Hb - Wert, existiert nun eine weitere Methode, um das Vorkommen von Kohlenstoffmonoxid in der Lunge, nachzuweisen.
Eine neue Methode und einige Folgeprobleme
Nachdem mit der neuen Methode diverse Lungen untersucht und die Ergebnisse verifiziert waren, wurden erste Ergebnisse in rechtmedizinischen Kreisen veröffentlicht. Daraus ergaben sich Anfragen verschiedener anderer Institute, die im Labor für Vakuum - und Tieftemperaturtechnik ebenfalls Lungen untersuchen lassen wollten. Dies warf eine praktische Frage auf. Bisher war der Transportweg kurz, nämlich von dem der Universitäts - Klinik angeschlossenem Institut zur Fachhochschule Frankfurt. Die Untersuchungen konnten in aller Regel schnell abgeschlossen werden. Wie aber kann nun eine Lunge, beispielsweise aus München, so ins Labor der Fachhochschule transportiert werden, dass sie nicht mit anderem Gas verunreinigt wird und ihr eigenes Gas behält?
Nach verschiedenen Versuchen mit gasdichten Plastikbeuteln und anderen Behältnissen kam man schließlich auf Blechdosen, wie sie zum Beispiel für Farben oder Konserven verwendet werden: Sie können leicht beschafft werden, kosten pro Stück max. 3 Euro, sind mit einem Deckel leicht und sicher verschließbar und laut Herstellerangaben gasdicht für Lösemittel. Ihre Gasdichtigkeit wurde natürlich überprüft. Sie entsprach zwar nicht den hohen Anforderungen der Vakuumtechnik, konnte aber für die geplante Anwendung als ausreichend angesehen werden.
Problem gelöst - und das nächste Problem geschaffen: Wie kann diese Dose in einem geschlossenen Vakuumbehälter geöffnet werden, nachdem sie im Labor der FH Frankfurt am Main eingetroffen ist? Des Rätsels Lösung: Durch Vakuum. Bei der Druckabsenkung im Vakuumbehälter sorgt der Innendruck in der Dose dafür, dass der Deckel aufgedrückt wird. Die Dose öffnet sich, ihr Deckel verformt sich hierbei nur leicht. Untersuchungen haben ergeben, dass der Deckel ohne Probleme einer Kraft von 100 N widersteht, nicht jedoch dem angelegten Vakuum, bei dem von innen eine Kraft von 2000 N auf den Deckel einwirkt.
Das Ei des Kolumbus
Mit Hilfe einer einfachen Blechdose also, die fest verschließbar und nicht ohne Hilfsmittel zu öffnen, die zudem hygienisch, kostengünstig und leicht beschaffbar ist, wurde eine sichere und reproduzierbare Methode gefunden, um Lungen zu transportieren und das Gas in der Lunge im Labor mit dem hier entwickeltem Verfahren zu analysieren.
Letzte Untersuchungen ergaben im Übrigen, dass auch nach langer Liegedauer einer Leiche, wenn beispielsweise kein Blut mehr zur CO - Hb - Bestimmung vorliegt, das zuletzt eingeatmete Gas immer noch in der Lunge nachweisbar ist. Zur Verfeinerung der Methode sind jedoch weitere Forschungen notwendig, die sich zwangsläufig zeitaufwändig gestalten werden. Denn das erforderliche "Material" kann nicht einfach "angefordert" werden. Es müssen häufig tragische Ereignisse abgewartet werden, um mit den Untersuchungen fortfahren zu können.
Ansporn für unsere Arbeit ist das Bewusstsein, an einem Projekt arbeiten zu können, das weltweit einzigartig und - wie der bisherige Verlauf erkennen lässt - sehr erfolgreich ist.
Prof. Dr. H. Hermann Klein,
Dipl. - Ing. Christian Juhnke, Fachbereich 2

- Lungendose mit Deckel und Spannring
Lungendose mit Deckel und Spannring

Kooperation erwünscht: Prof. Dr. Christian Rich kehrt vom Polytechnic of Namibia an die FH Frankfurt zurück
Namibia ist eines der jüngsten Länder Afrikas und erst seit 1990 unabhängig. "Manhat dort 360 Tage Sonne im Jahr und in der Regenzeit nur kurze Tropenschauer", soProf. Dr. Christian Rich. Aber es ist nicht nur das gute Wetter, das der Informatikernach seiner Rückkehr zum WS 08/09 vermisst. Viereinhalb Jahre war er am Polytechnic of Namibia in Windhuk tätig, der einzigen Fachhochschule des Landes. Sie wurde Mitte der 90er Jahre gegründet und wird seither von CIM, dem "Centrum für internationale Migration und Entwicklung" (einer Arbeitsgemeinschaft von GTZ und ZAV) gefördert. Über CIM, genauer: eine Stellenausschreibung in der "Zeit", kam auch Prof. Rich im Februar 2004 nach Namibia. Zuvor war er ab 2003, nach acht Jahren als IT-Manager in verschiedenen Bereichen der Deutschen Bank - darunter zweieinhalb Jahre in Indien bei einer Software-Tochter des DB-Konzerns -, als Professor für Informatik an der FH Frankfurt tätig. Seine Spezialgebiete (und Promotionsthema) sind Datenbanken und Informationssysteme.
Am Polytechnikum baute Prof. Rich den ersten Master-Studiengang für Informatik in
ganz Namibia auf, der 2005 mit 25 Studierenden an den Start ging, etwa 40% davon
Studentinnen. Ungefähr fünf Vorlesungen besucht dort ein Studierender pro Semester, wobei jede Teilnahme gebührenpflichtig ist. Pro Vorlesung zahlen die Studierenden umgerechnet etwa 80 Euro - und je höher der Level, desto teurer wird es. Kein Wunder, dass die Studentinnen und Studenten überwiegend bereits berufstätig und damit etwas älter sind - und ihre Ausbildung zwangsläufig im Abendstudium ab 17 Uhr absolvieren. Der Aufwand lohnt sich jedoch: Es gibt in Namibia eine extrem hohe Nachfrage nach gut ausgebildeten Arbeitskräften.
Interessanterweise sind die über CIM engagierten ausländischen Professoren direkt
beim Polytechnic of Namibia angestellt, mit allen Rechten und Pflichten. Sie erhalten ein lokal übliches Gehalt, das von CIM bezuschusst wird. Damit wird überflüssiger Verwaltungsaufwand vermieden. Das gleiche Prozedere gilt deshalb auch für namibische Firmen, die über CIM Mitarbeiter aus dem Ausland anwerben.
Wie man sich denken kann, unterhält Prof. Rich weiterhin enge persönliche Beziehungen zum Polytechnic of Namibia. Darin liegt mit Sicherheit eine Chance für den Fachbereich 2, seine internationalen Kontakte nach Namibia auszuweiten. Prof. Rich denkt hier an eine Kooperation, die namibische Studenten und Studentinnen nach Frankfurt bringt - und umgekehrt Frankfurter Studierende nach Windhuk. Beide Seiten könnten auf diese Weise Auslandserfahrungen sammeln und sich Vorlesungen gutschreiben lassen. Eine solche Kooperation würde begünstigt durch die Tatsache, dass alle Vorlesungen des hiesigen HIS-Master-Studiengangs in englischer Sprache gehalten werden. Auch beim Bachelor in Informatik sowie Bachelor in Wirtschaftsinformatik gibt es hohe Englisch-Anteile. Das käme namibischen Studierenden sehr entgegen. Denn bisher bestehen zwar Kooperationen mit Fachhochschulen, z. B. in Jena und Flensburg, aber dort spielt die englische Sprache im Unterricht bislang eine eher untergeordnete Rolle.
Rita Orgel, Fachbereich 2

- Von rechts nach links: Der Dekan Prof. Dr. Hefter, die Vorsitzendes des Fördervereins, Frau Bollin- Flade mit den Preisträgerinnen Larissa Schweighöfer und Anne Pesch sowie dem FH – Präsidenten Dr. Buchholz.
Fachbereich 2 feiert Rekordzahl an Absolventen und Absolventinnen
"Seit März 2008 haben über 400 Absolventinnen und Absolventen ihr Studium im Fachbereich 2 mit Diplom oder Bachelor abgeschlossen, also zwei Absolventen - Jahrgänge quasi gleichzeitig", freute sich Dekan Prof. Dr. Michael Hefter anlässlich der Eröffnung der Semesterabschlussfeier vom 3.4.2009 im Audimax, und merkte an: "Daraus kann man ersehen, dass der Fachbereich 2 so groß ist, wie andernorts eine gesamte FH." Bei späterer Gelegenheit dankte er allen Beteiligten nochmals für die damit verbundene Mehrarbeit. Auch für die erneuten Zuwendungen der Sponsoren Accenture, Siemens, MLP, Ferchau und KPMG fand er freundliche Worte.
Der neue Präsident der FH Frankfurt, Dr. Detlev Buchholz, gratulierte in seinem Grußwort, wie sein Vorredner, den Absolventinnen und Absolventen aufs herzlichste (wobei er nicht vergaß, auf die unerlässliche Unterstützung der Eltern hinzuweisen), lobte aber auch das Managementgeschick und die Kreativität des Dekans.
Nachdem, wie schon zu Beginn des Abends, das Jazz - Trio "HörBar" einen musikalischen Pausenteppich gelegt hatte, kam als erster der Sponsoren Rüdiger Gafall, Leiter Business Development der Siemens AG Rhein - Main, zu Wort. "Für Siemens ist dies ein wichtiger Tag", sagte er unter Bezugnahme auf die von seinem Unternehmen begleiteten 80 FH - Studenten und - Studentinnen. "Innovative Fachkräfte als Schlüssel zum globalen Erfolg" hatte er denn auch seinen Beitrag betitelt. Als Zukunftstrends nannte Rüdiger Gafall die Themen Globalisierung, Klimawandel und Gesundheit. Für ihre Bewältigung ist Siemens, so sagte er, auch weiterhin auf Nachwuchs mit profunder und praxisnaher Ausbildung angewiesen, wie sie die FH Frankfurt bietet. Er machte den Absolventinnen und Absolventen - auch am Beispiel seiner eigenen Ingenieurkarriere - deutlich, dass es im Berufsleben vor allem darauf ankommt, komplexe Aufgabenstellungen zu erkennen und zu meistern.
Peter Stork, Partner IT Advisory bei der KPMG in Frankfurt, selbst Mathematiker, nahm, wie jeder der an diesem Abend zu Wort kommenden Unternehmens - und Verbandsrepräsentanten, die Gelegenheit zu etwas "Eigenwerbung" wahr. "Wir suchen nicht nur Fach - , sondern auch Führungskräfte", leitete er seine Ausführungen über die Aktivitäten der KPMG (und ihre Klienten) ein. Ihnen war zu entnehmen, dass die KPMG in erster Linie Informatiker, Wirtschaftsinformatiker und Ingenieure sucht, die über ihre im Studium erworbenen Grundfähigkeiten hinaus bereit sind, ihre Kompetenzfelder in der Berufstätigkeit ständig zu erweitern.
Während der anschließenden "großen Pause" zur Buffeteröffnung begleitete die Sängerin Yasmin Asfor - ebenfalls eine Fb2 - Absolventin des WS 08/09 - von der Empore der Mensa aus gewohnt stimmgewaltig mit der Band Audimax unter Leitung von Prof. Dr. Matthias Schubert das Geschehen.
Gegen 21 Uhr versammelte man sich wieder im Audimax. Vergeben wurde zunächst ein neuer Preis, gestiftet von der ISPE (International Society for Pharmaceutical Engineering), überreicht durch Dr. Werner Seiferlein, Head of Projects and Technology der Sanofi - Aventis Deutschland GmbH. Die ISPE ist eine unabhängige Non - Profit - Organisation, die sich weltweit der Schulung und dem Informationsaustausch von Mitarbeitern in der pharmazeutischen Industrie widmet. Wie Dr. Seiferlein betonte, setzt sich die ISPE u. a. dafür ein, Studierende frühzeitig an die Praxis heranzuführen. Mit Sabrina Dahmen, Erik Grünzinger und Andreas Zörb konnten sich drei glückliche Absolventen der Verfahrentechnik/ Bioverfahrenstechnik über je 500 Euro Fördergeld freuen.
Die Vorsitzende des Fördervereins der FH, Dagmar Bollin - Flade, beklagte in ihrer kurzen Ansprache erneut, dass Frauen im Fachbereich 2 noch immer selten vertreten sind, bevor sie zwei Nachwuchstalente mit dem Förderpreis auszeichnete:
Bereits im WS 08/09 hatte Larissa Schweighöfer ihr Bachelor - Studium der Bioverfahrenstechnik mit der Abschlussnote 1,3 beendet. Kein Wunder, dass sie bereits eine Anstellung als Verfahrenstechnik - Ingenieurin gefunden hat. Beste Absolventin im SS 09, ebenfalls im Studiengang Bioverfahrenstechnik, ist Anne Pesch mit einem Bachelor - Abschluss und der Note 1,5. Sie hat sich darüber hinaus in FH - Gremien engagiert, im Mentorinnen - Netzwerk Schülerinnen betreut und für ihre Kommilitonen und Kommilitoninnen im Internet eine Skripte - Datei aufgebaut, worauf auch der Dekan, Prof. Hefter, dankbar hinwies.
Die FERCHAU Engineering GmbH in Frankfurt, dieses Mal repräsentiert durch Dietmar Schönherr, Leiter IT - Solutions, und Frau Anja Löffler, zeichnete als beste Absolventen Thorsten Hartleb und Michael Böhler (beide im Studiengang Production Management und Automation) sowie Bilal Kaplan (Maschinenbau) mit ihrem Förderpreis und je 500 Euro aus.
Fünf mit je 200 Euro dotierte Preise verlieh Peter Werner von der Unternehmensberatung Accenture: Sie gingen an die Wirtschaftsinformatiker Andreas Bauch und Ilyas Atas sowie die Wirtschaftsinformatikerin Eugenia Pfeiffer, ferner an Rüdiger Gad und Andreas Renner, die als Beste den Studiengang Informatik absolviert haben. Peter Werner hatte in seinem Grußwort nachdrücklich darauf hingewiesen, dass gerade in Krisenzeiten eine gute Ausbildung und Bestleistungen besonders wichtig sind.
Bevor Rudolf Bergbauer, Mitglied des VDE - Bezirksvorstands, drei Absolventen des Studiengangs Elektrotechnik - Agarmani El Bachir, Reza Eghbali und Urs Lehmann - für ihre guten Leistungen mit dem Friedrich - Dessauer - Preis des Verbandes der Elektrotechnik "Elektronik Informationstechnik e.V." und Preisgeldern von 600, 400 und 200 Euro ehrte, informierter er über den Namensgeber des Preises, den er als ausgewiesenen Praktiker würdigte: Dessauer hat den größten Teil seines Lebens der Erforschung radioaktiver Strahlen mit besonderer Betonung der Anwendbarkeit in der Medizintechnik gewidmet. Der VDE, so Rudolf Bergbauer, wolle "auch in schlechteren Zeiten etwas für die Ingenieure tun".
Für einen weiteren großen Verband, den VDI Bezirksverein Frankfurt - Darmstadt, zeichnete sein Vorsitzender, Prof. Dr. Bernhard Kup, den besten Absolventen des Studiengangs Ingenieur - Informatik im WS 08/09, Chi - Ming Huang, mit einem Förderpreis in Höhe von 100 Euro sowie einer kostenlosen VDI - Mitgliedschaft für ein Jahr aus. Zuvor hatte er nachdrücklich auf das große Engagement des VDI in Sachen Nachwuchsförderung hingewiesen, beginnend mit der Förderung von Projekten in Grundschulen und Mittelstufen bis hin zur alljährlichen Ausrichtung des "Schülerforums", eines naturwissenschaftlichen Wettbewerbs für die Jahrgangsstufen 8 - 13 an der FH Frankfurt.
Die drei letzten Preise des Abends übergab Prof. Dr. Peter Nauth im Namen der Gesellschaft für technische Weiterbildung (GftW) - das ist der Förderverein des Fachbereichs 2, der u. a. bei der Anschaffung von Laborgeräten und Werkstoffen hilft - an Damian Fijol, Marco Köhler und Maximilian Schwager für ihre sehr guten Leistungen in den Studiengängen Elektrotechnik und Mechatronik/ Mikrosystemtechnik. Die Preisträger wurden mit je 100 (gestiftet vom Fachbereich 2) und einem Buchgeschenk ausgezeichnet.
Die MLP Finanzdienstleistungen AG, u. a. vertreten durch Geschäftsstellenleiter Marco Siefert, hatte sich gleich eingangs mit einer pfiffigen Idee hervor getan: Alle Absolventinnen und Absolventen konnten sich in Talar und "Doktorhut" fotografieren lassen, wovon reger Gebrauch gemacht wurde. Zum Abschluss der Preisverleihungen verloste MLP dann einen Kinogutschein, eine Flasche Champagner sowie - als ersten Preis - ein Mountain Bike, das an Stefan Wolf ging. Als "Glücksfee" fungierte dabei die Organisatorin des Abends, Barbara Meyer. Ihr war es dieses Mal gelungen, der Veranstaltung ein ausgesprochenes "Fachbereich - 2 - Flair" zu geben, in dem die FH - Farben Blau und Weiß dominierten. So standen neben dem Rednerpult im Audimax drei große Gefäße aus dem Labor, die ganz unterschiedlich mit Blüten und Pflanzen dekoriert waren. Und auf den weiß gedeckten Stehtischen im Foyer und in der Mensa fanden sich kolben - und trichterförmige Reagenzgläser mit weißen Blüten (Eucharis) in blauem Wasser. Sicherlich erfreute dieses stilvolle Ambiente auch noch die späten Gäste am Dessertbuffet.
Rita Orgel, Fachbereich

- Prof. Pfeiffer erläutert zwei Schülerinnen die nächsten Schritte beim Zusammenbau der Tischleuchte.
Wie baut man eine Tischleuchte mit Infrarot - Steuerung? Fachbereich 2 aktiv beim Junior - Mentoring - Programm
Seit 1997 gibt es in Hessen das Mentorinnen - Netzwerk, dem seit 2000 sämtliche Hochschulen und Fachhochschulen des Landes angehören - und darüber hinaus wichtige Unternehmen und Forschungsinstitute der Region. Sie alle setzen sich für die Nachwuchsförderung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik ein. Als "Vorstufe" gilt das bei der Frauenbeauftragten der FH Frankfurt am Main, Dipl. - Ing. Ursula Moses, angesiedelte "Junior - Mentoring", an dem der Fachbereich 2 mitwirkt: Es verfolgt das Ziel, mehr Schülerinnen der Jahrgangsstufen 11 - 13 an ein naturwissenschaftlich - technisches Studium heranzuführen, und zwar unter Mitwirkung von Studentinnen dieser Fächer als Mentorinnen.
Natürlich ist die Beteiligung der Lehrerinnen und Lehrer an einem solchen Projekt unverzichtbar: Kooperationspartner der FH sind zwei Frankfurter Schulen, d. h. die Ernst - Reuter - Schule I (Oberstufen - Gymansium) und die Schule am Ried (Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe). Aus diesen Schulen kamen auch die Schülerinnen (Mentees), die sich am 24. April 2009 erneut im Labor von Prof. Dr. Volker Pfeiffer (Studiengangsleiter Ingenieur - Informatik) trafen, um die im März begonnenen Arbeiten an einer Tischleuchte mit Infrarot - Steuerung weiterzuführen.
Prof. Pfeiffer erklärte eingangs den Inhalt der Werkzeugkästen, mit denen jede Teilnehmerin ausgestattet wurde. Jede Schülerin arbeitete an einer modernen Lötstation. Ein Bestückungsplan half bei der Orientierung über die einzelnen Baukomponenten. In einem ersten Schritt galt es, einen Teil der Schaltung aufzubauen - bis zum Aufleuchten der Leuchtdiode.
Prof. Pfeiffer ließ es sich nicht nehmen, in seinen Erläuterungen immer wieder auf Umweltaspekte hinzuweisen. So lernten die Teilnehmerinnen etwa, dass die auf der Leiterkarte angebrachten Leuchtdioden vergleichsweise wenig Strom verbrauchen - oder dass das Lötzinn erst seit kurzer Zeit bleifrei hergestellt wird (Blei ist giftig), entsprechend einer EU - Norm.
Mit organisiert und begleitet wurden die Tischleuchten - Termine von der Mentorin dieses Projektes, Anita Bozic, die im 4. Semester Ingenieur - Informatik studiert. Sie unterstützte die Schülerinnen bei der Umsetzung der Anweisungen Prof. Pfeiffers für den Zusammenbau der einzelnen Teile. Auch für sie wird sich dieses Engagement am Ende gelohnt haben: Sie erhält ein Zertifikat, das ihr bei späteren Bewerbungen als Nachweis einer heute immer wichtigeren Schlüsselqualifikation, nämlich sozialer Kompetenz, dienen kann. Und den Schülerinnen - sie erwiesen sich als handwerklich begabt und vor allem hoch motiviert - werden ihre Zertifikate sicherlich die Suche nach einem Praktikumsplatz erleichtern. "Sie haben gebohrt wie die Weltmeister", lobte Prof. Pfeiffer, der sich dieses Mal für ein Hardware - Beispiel aus seinem Fachgebiet entschieden hatte, nachdem die vorhergehenden Junior - Mentoring - Kurse mehr mit Software befasst waren. Bei den umfangreichen Vorbereitungen für das Projekt hatte Dipl. - Ing. Rudolf Knobl wertvolle Hilfe geleistet.
Rita Orgel, Fachbereich 2

- TIP Dialog Forum an der FH Frankfurt am Main
TIP Dialog Forum an der FH Frankfurt am Main Fb 2 im Dialog mit Kommune und Wirtschaft
Eröffnung der Dialog Reihe Intelligente Systeme in Brasilien Am 14. Oktober 2008 war die FH Frankfurt am Main Gastgeberin des 11. TIP Dialog Forums mit an die hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Es handelte sich um ein Fachforum für innovatives, integriertes Planen und nachhaltiges Bauen, in dessen Mittelpunkt Themen wie Klimaschutz, erneuerbare Energien und Energieeffizienz standen. Veranstalter war ip-building, Kooperationspartner waren dabei das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main, die Siemens AG, die Fachzeitschrift "xia Intelligente architektur" und die FH Frankfurt am Main.
Ip-building beschäftigt sich mit Beratung und Moderation im Bereich integriertes Planen, Bauen und Betreiben und entwickelt für seine Kunden Dienstleistungs- und Technologiemarketing-Strategien. Das von der Firma Siemens geprägte Kürzel TIP steht für den Begriff "Totally Integrated Power". Die "Public-Private-Partnership" zwischen Siemens AG, kommunalen Institutionen und ip building hat nicht nur in Deutschland Modellcharakter. Die Einladung in die FH Frankfurt am Main initiiert hatte Prof. Achim Morkramer, Fb 2 - er hatte beim Forum 2007 offensichtlich bereits die richtigen Kontakte geknüpft. Geht es ihm doch um Unterstützung aus Industrie und Kommune für einen neuen Studiengang Energieeffizienz und erneuerbare Energien, der möglicherweise schon zum Wintersemester 2009/10 von der FH Frankfurt am Main angeboten werden kann.Derzeit befindet sich das Curriculum in der Diskussionsphase. Der Studiengang ist in erster Linie für Elektrotechniker gedacht, jedoch ist es gerade im Bereich der Energieeffizienz wichtig, dass interdisziplinär zusammengearbeitet werden muss. Große Energieeinsparungen sind im gesamten Baubereich machbar. Aus diesem Grund wird eine Zusammenarbeit mit dem Fb 1: Architektur angestrebt.
In jedem Fall aber braucht die FH dabei den Rückhalt der Wirtschaft, zum einen, um die richtigen, d.h. praxisrelevanten Studieninhalte und Zielsetzungen zu formulieren, zum anderen, um den Absolventinnen und Absolventen die Aussicht auf entsprechende Arbeitsplätze vermitteln zu können.
Praxisbezogen startete auch das 11. Dialog Forum: Den Eröffnungsvortrag "Life Cycle Cost- Betrachtungen aus Kaufmannssicht" bestritt Hans Joachim Kalden von Siemens. Wie seinen Ausführungen zu entnehmen war, werden heute Investitionen vielfach nur unter dem Aspekt getätigt, ob sie kostengünstig sind. Entscheidend sind jedoch nicht nur die Anschaffungskosten, so Kalden, sondern ebenso die jeweiligen Betriebskosten. Denn bei langer Lebensdauer und geringeren Betriebskosten eines Produkts werden die Mehrkosten auf jeden Fall längerfristig kompensiert.
Bei der anschließenden Diskussionsrunde "Dialog Hoch 3", moderiert von Dr. Werner Neumann (Leiter des Energiereferats der Stadt Frankfurt am Main), stellten sich Friedrich H. Dassler (Ressortleiter der Fachzeitschrift xia Intelligente Architektur), Dipl.-Ing. Uwe Thon (Siemens AG) und Prof. Achim Morkramer den Fragen des Auditoriums.
Es ging vielfach um Details betreffend eine künftig mögliche Zusammenarbeit von Wirtschaft, Lehre und Kommune, u.a.auf dem Energiesektor. Originell angelegt war dann die sog. Poster-Diskussion mit dem Titel "Markt der Konzepte, Ideen und Ansätze". Zunächst präsentierten sich die Vertreter der unterschiedlichen Arbeitsbereiche in einer von Dipl.-Kfm. Georg von Nessler (ip-building) geleiteten Vorstellungsrunde. An sechs separaten Ständen waren anschließend ihre Themen und Projektarbeiten zu besichtigen: Potentiale bewerten Labor für regenerative Energien Prof. Dr.-Ing. habil. Joachim Lämmel Fachhochschule Frankfurt am Main Fb 2 : Informatik und Ingenieurwissenschaften Energetische Sanierung von Gebäuden aus der Gründerzeit Dipl.-Ing. Jürgen Werner Werner Architekten, Frankfurt am Main Potentiale entdecken am Beispiel Solarkataster im Internet Prof. Dr. Martina Klärle Geschäftsführerin Ingenieurbüro Prof. Dr. Klärle und Dozentin an der FH Frankfurt am Main (Fb 1) Zukunftssicheres Bauen Prof. Dr.-Ing. Roland Gerster Fachhochschule Frankfurt am Main Fb 1 : Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik Potentiale heben Finanzierung durch Energieeinsparung Uwe Richter SIEMENS Building Technologies Der Klimaschutzstadtplan für Frankfurt informieren, motivieren und verbinden Wiebke Fiebig Energiereferat Stadt Frankfurt am Main Projekträume, Plattformen und Netze zur Optimierung der Zusammenarbeit von verteilten, dezentral organisierten, räumlich getrennten Projektteams Richard Anton ; Software Development ip-building Energieeffizienz und Informationstechnologie Andreas Schmitt ; System Engineer ip-building / ip-systems Diesen Themen-Parcours konnten die Tagungsteilnehmer nach ihrer Interessenlage durchlaufen und die jeweilige Standbesatzung nach Herzenslust befragen. Wonach die Teilnehmer sich im Einzelnen erkundigt hatten, bekam das Auditorium im Anschluss an diesen Programmteil in Zusammenfassung zu hören. Am Stand von Prof. Dr. Lämmel, Fb 2, beispielsweise drehten sich die Anfragen um die Lebensdauer regenerativer Anlagen, die Energierücklaufzeit oder die Vergütung des eingespeisten Stromes sowie um das Energieeinspeisegesetz generell.
Bevor man sich zu einem kulinarischen "Get together" am kleinen Buffet wiedertraf, beschloss Prof. Dr. Michael Hefter, Dekan des Fb 2, in Vertretung des kurzfristig verhinderten FH-Präsidenten, Dr. Detlev Buchholz, den offiziellen Teil mit einem Exkurs zum Thema "Lehre, Wirtschaft und Kommune. Gemeinsame Potentiale entdecken, bewerten und heben!" Dabei umriss er die Strategie des Fachbereichs bei der Weiterentwicklung bestehender Studiengänge - insbesondere auch im Rahmen der Umwandlung der früheren Diplom- in die neuen gestuften Bachelor- und Master-Studiengänge - sowie bei der Entwicklung völlig neuer Studiengänge. Ein wesentlicher Teil dieser Strategie ist die Einbeziehung wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Themen, wie z.B. Energieeffizienz und erneuerbare Energien, aber auch die Integration differenzierterer Qualifikationsprofile von Fachhochschulabsolventen. Als Beispiel hierfür nannte Prof. Hefter die Entwicklung eines Studienganges Service Engineering. Dies alles sei nur in intensivem Dialog mit interessierten Unternehmen zu erreichen.
Rita Orgel, Fachbereich 2.

Prof. Dr. Hefter, Dekan des Fb 2

- (von rechts) Jacqueline Vogt, FAZ; Prof. Dr. Michael Hefter, Dekan des Fb 02; Johannes Amen, Leiter Competence Arena Rhein- Main der Siemens AG; Studierende Sarah Grabolle und Danilo Deger
Fachbereich 2 der FH Frankfurt präsentiert sich bei Eröffnung der Dialogreihe
Wer über keine qualifizierte Ausbildung verfügt, hat zunehmend weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Diese Erkenntnis hat sich inzwischen durchgesetzt. Daher werden auch "duale Studiengänge" immer wichtiger, die ein Studium neben der Berufsausbildung ermöglichen oder die eine bestehende Berufstätigkeit in das Hochschulstudium einbeziehen. Die dabei unerlässliche enge Verzahnung von Theorie und Praxis bietet den Studierenden die Chance, ihre vertieften fachwissenschaftlichen Kenntnisse sofort im Berufsalltag umzusetzen. Im Übrigen übernehmen die Firmen (soweit erforderlich) meist die Studiengebühren und zahlen darüber hinaus eine Ausbildungsvergütung. Vor allem aber werden die Absolventinnen und Absolventen eines dualen Studiengangs in der Regel von ihrem Unternehmen übernommen. Das ist in Zeiten befristeter Arbeitsverträge und boomender Minijobs gar nicht hoch genug einzuschätzen.
Am 2. September 2008 gab der Hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Riehl in der Frankfurter Helmholtzschule den Startschuss für die hessenweite Veranstaltungsreihe "Duales Studium im Klassenzimmer". Moderiert wurde die Eröffnungsveranstaltung von der FAZ-Redakteurin Jacqueline Vogt, die das Projekt kurz vorstellte, bevor ein Imagefilm für die Kampagne "Duales Studium in Hessen - Motiviert. Integriert. Kombiniert" gezeigt wurde.
Im Auditorium saßen etwa 450 Schülerinnen und Schülern aus den Klassenstufen 12 und 13 der Heinrich-von-Gagern- und der Helmholtzschule. Ihr besonderes Interesse galt natürlich den Erfahrungsberichten von Studentinnen und Studenten der Frankfurt School of Finance and Management sowie der FH Frankfurt. Letztere war durch Sarah Grabolle und Danilo Deger vertreten, die ihre im Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften der FH Frankfurt angesiedelten dualen Studiengänge Elektrotechnik und Maschinenbau vorstellten. Sie beantworteten anschließend die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler - ebenso wie die bei der Veranstaltung anwesenden Vertreter aus Ausbildung, Industrie und Wirtschaft, der Industrie- und Handelskammer sowie Berufsberater für Abiturientinnen und Abiturienten der Arbeitsagentur Frankfurt am Main.
Nähere Informationen unter: www.dualesstudium-hessen.de.
Rita Orgel, Fachbereich 2

- Salvador de Bahia
Workshop zu Fragen Intelligenter Systeme in Salvador/Brasilien
In einer Zeit, in der die asiatischen Länder wirtschaftlich, politisch und technologisch immer mehr an Gewicht gewinnen, allen voran China, tut es gut, sich daran zu erinnern, dass es in dieser Welt auch noch andere Kontinente gibt, hier: Südamerika, und hier besonders das Land Brasilien. Mit Europa seit dem 16. Jahrhundert vielfältig verflochten - nicht immer sehr rühmlich für die Europäer -, repräsentiert Brasilien eine wachsende Wirtschaftskraft, unterstützt durch viele gute bis sehr gute Universitäten.
Mut zur Teilnahme
Trotz zu erwartender hoher Lehrbelastung im Wintersemester 2008/09 hatte ich im Frühjahr 2008 eine Einladung zum Workshop ADAPCOG08 (Adaptive Cognitive Systems) als Teil der vereinigten brasilianischen Konferenzen für Informatik, Neuronale Netze sowie Robotik angenommen, der vom 26. bis 30.Oktober 2008 in Salvador stattfand. Mit einigen brasilianischen Wissenschaftskollegen arbeite ich schon seit 1998 zusammen (z. B. gemeinsame Organisation von internationalen Workshops, Beiträge in gemeinsamen internationalen Büchern, Kooperation in Projekten). Für einen FH-Professor ist dies nicht ganz einfach, da es hochschulseitig keine wirkliche Forschungsinfrastruktur gibt und Foschung meistens zusätzlich zum hohen Lehrdeputat von 18 Semesterwochenstunden stattfinden muss. Aber die Begeisterung für die Sache macht vieles möglich.
Viele Fragen offen
Wenn ein Laie das Wort 'Intelligente Systeme' hört, denkt er möglicherweise unwillkürlich an die vielen Science Fiction-Filme, in denen die Frage intelligenter Maschinen schon längst gelöst ist. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus. Die meisten zentralen Fragen der künstlichen Intelligenz sind in keiner Weise gelöst (Roboter, die sich bewegen und Musik machen, sind zwar beeindruckend, dennoch weitab von dem, was wir von menschenähnlicher Intelligenz erwarten). Es ist nicht einmal sicher, ob wir überhaupt schon über hinreichende Modellvorstellungen verfügen, wie man ausstehende Fragen von selbstlernender sprachfähiger Intelligenz ingenieurmäßig lösen kann. Dies alles wird dadurch sehr erschwert, dass zwar viel von Interdisziplinarität geredet wird, in der realen Welt der Wissenschaften aber die meisten Disziplinen weiterhin sehr voneinander abgeschottet leben. Eine Verständigung über die Fachgrenzen hinweg ist selten möglich. Im Bereich der intelligenten und kognitiven Systeme ist dieses Manko besonders intensiv erfahrbar.
Cognitive Science Conference 2009
Vor diesem Hintergrund ist es sehr erfreulich, dass für die nächste Cognitive Science Conference in Brasilien im September 2009 geplant ist, sich in besonderer Weise diesem Brückenschlag zwischen Ingenieur- und Nichtingenieurwissenschaften im Bereich der Kognition zu widmen. Mitglieder des Master-Studienganges Intelligente Systeme als Teil des interdisziplinären Master-Studienganges Barierefreie Systeme der FH Frankfurt am Main werden sich bei diesem Kongress aktiv beteiligen.
Neues brasilianisch-deutsches Projekt
Ein weiteres Ergebnis der Konferenz ist, dass die Hochschule für angewandte Wissenschaften Frankfurt zusammen mit der Technischen Universität Unicamp (Campinas bei Sao Paulo) -und weiteren brasilianischen und deutschen Universitäten - ein neues, mehrjähriges Forschungsprojekt starten wird, bei dem wir die Entwicklung von selbstlernenden intelligenten Strukturen zum Ausgangspunkt für die Entwicklung eines neuartigen universellen Interfaces nehmen, in dem Aspekte wie Modellierung und Simulation, Game based Learning, virtuelles Labor - um nur einige Aspekte zu nennen - in einem Gesamtkonzept integriert werden. Dies wird ein Open Science Projekt sein, bei dem sich alle beteiligen können, die daran Interesse haben. Entsprechende Informationen werden folgen.
Prof. Dr. Gerd Döben-Henisch, Fb2: Informatik und Ingenieurwissenschaften,
Schwerpunkt: Intelligente Systeme

Prof. Dr. Gerd Döben-Henisch mit seinen brasilianischen Kollegen Loula, Gudwin und Queiroz (von links nach rechts).

- Das messfertig verkabelte Fahrrad
Ist ein Fahrrad ein Fahrrad- Labor für Werkstoffkunde misst Betriebsbelastung erstmals mit WLAN-Technik
Fahrradfahren ist bekanntlich gesund - und heutzutage quasi zum Volkssport geworden. Allerdings müssen die Fahrräder im täglichen Einsatz viel aushalten. Das gilt besonders für Mountain Bikes bei Geländefahrten. Brüche am Rahmen oder an der Gabel auf abschüssiger Strecke haben meist Stürze und teilweise schwere Verletzungen der Fahrer zur Folge. Um solchen Unfällen entgegenzuwirken, werden von der Fahrradindustrie zunehmend Betriebsfestigkeitsrechnungen zur dauerfesten Auslegung der sicherheitsrelevanten Bauteile durchgeführt. Basis der Berechnungen sind dabei typische Belastungen, die im realen Fahrbetrieb aufgenommen werden.
Das Labor für Werkstoffkunde des Fachbereichs 2 hat sich im Rahmen mehrerer Diplomarbeiten in den vergangenen Jahren erfolgreich mit der Erfassung von Betriebsbelastungen an Autos beschäftigt. Beim Fahrrad gab es nun einige spezielle Probleme, da die gesamte Messtechnik und Datenerfassung sowie die Energieversorgung auf dem "Drahtesel" untergebracht werden mussten. Zudem mussten die Geräte ausreichend robust sein, da sie den gleichen Belastungen wie das Rad selbst unterliegen. Letztendlich ist auch das zusätzlich mögliche Gewicht begrenzt. Wer fährt schon gern mit schweren Gepäckträgertaschen "downhill"?
Klar war von Anfang an, dass für die Erfassung der Betriebsbelastungen Dehnungsmessstreifen (DMS) eingesetzt werden sollten. Das sind Kunststofffolien, auf die ein mäanderformiges Foliengitter aufgebracht ist. Der DMS wird auf ein Bauteil geklebt und an eine elektrische Spannungsquelle angeschlossen. Wird das Bauteil und damit auch der DMS verformt, ändert sich sein elektrischer Widerstand proportional zur Verformung. Diese Widerstandsänderung wird gemessen, und aus dem Messergebnis kann die an dieser Stelle des Bauteils wirkende Belastung errechnet werden.
Für den Test ausgewählt wurde nach einigen Recherchen ein Fahrrad des Typs Hill 600 28". Auf Grund seines etwas ausgefallenen Y-Rahmens waren an einigen Stellen größere Beanspruchungen zu erwarten und seine Anschaffung strapazierte das knappe Laborbudget nicht allzu sehr.
Bei der Versuchsanordnung wurden insgesamt neun Messstellen festgelegt: An der Vorderradgabel wird unmittelbar unter der Gabelbrücke die Aufstandskraft in beiden Gabelrohren erfasst. Am linken Gabelrohr wird zusätzlich das Biegemoment gemessen, das dort bei Betätigung der Vorderradbremse wirkt. Im Rahmenrohr werden durch das Gewicht des Fahrers am oberen Ende an der Verbindung zum Steuerkopf und am unteren Ende am Tretlager Biegemomente erzeugt, die mit jeweils einer Messstelle in diesen Bereichen aufgenommen werden. Im Fahrbetrieb entsteht insbesondere beim Wiegetritt durch das Ziehen am Lenker am oberen Ende des Rahmenrohrs ein hohes Torsionsmoment. Das entsprechende Gegenmoment am Tretlager resultiert aus der jeweils einseitigen Verlagerung des Körpergewichts auf ein Pedal. Auch diese beiden Momente werden erfasst. Durch die Y-Bauweise des Rahmens mit nicht durchgezogenem Sattelstützrohr sind natürlich auch an der Verbindung des oberen Y-Rohres mit dem Rahmenrohr Biegemomente zu erwarten, sobald sich der Fahrer auf den Sattel setzt. Also wurde auch hier eine Messstelle platziert. Eine weitere Stelle hoher Beanspruchungen ist die Befestigung der Hinterradbremse am Oberrohr der Hinterradgabel. Wird die Bremse betätigt, tritt an dieser Stelle ein Biegemoment auf, das ebenfalls aufzunehmen war. Letzte relevante Belastung ist die Reaktionskraft im rechten Unterrohr der Hinterradgabel, die durch die Kettenkraft beim Treten hervorgerufen wird.
Um die Dehnungsmessstreifen befestigen zu können, musste an den ausgewählten Messstellen zunächst der Lack gründlich entfernt werden. Nach weiterer sorgfältiger Reinigung und Entfettung wurden die DMS mit einem speziellen Cyanacrylatklebstoff auf die Rohre aufgeklebt. Um die Verbindungskabel zum Messgerät anschließen zu können, wurden in unmittelbarer Nachbarschaft Lötstützpunkte geklebt, auf denen ohne Gefährdung der doch etwas empfindlichen DMS gelötet werden konnte. Nach Prüfung der Funktion aller Messstellen wurden diese zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Beschädigung mit einer Silikonkautschukmasse abgedeckt.
Will man aus der Widerstandsänderung der DMS bei Belastung ein verwertbares Messsignal erzeugen, ist ein Messverstärker erforderlich. Zwar verfügt das Labor für Werkstoffkunde über mehrere solcher Geräte. Sie sind jedoch relativ voluminös und schwer und haben außerdem einen höheren Energiebedarf. Was tun? Hilfe kam hier von der Messgeräteindustrie: Gerade rechtzeitig zu Projektbeginn wurde von der Darmstädter Firma HottingerBaldwin Messtechnik mit QuantumX ein neues Messgerät vorgestellt, das bei einer Größe von knapp 200 x 130 x 50 mm³ acht Messstellen zeitgleich erfassen kann. Dieser Messverstärker ist so klein und leicht, dass er problemlos in einer Aluminiumhalterung auf dem Gepäckständer des Fahrrads montiert werden kann. Die Energieversorgung erfolgt durch ein 12-V- Akkupaket aus dem Modellbau, das mit Kabelbindern unter dem Gepäckständer montiert ist.
Jetzt fehlte nur noch eine Lösung für die Messdatenerfassung und Speicherung. Bei der ursprünglichen Idee, einen Laptop mitzunehmen (beispielsweise in einem Rucksack auf dem Rücken des Fahrers), gab es Bedenken. Würde die Festplatte bei einem etwas raueren Einsatz durchhalten? Als weitere durchführbare Möglichkeit wurde der Einsatz eines nur mit Flashspeichern ausgerüsteten Mini-Laptop ASUS Eee-PC diskutiert. Realisiert wurde aber schließlich eine ganz andere Variante: Zur Datenübertragung auf den Rechner ist der Messverstärker mit einer Ethernet-Schnittstelle ausgerüstet. Was lag also näher, als hier die WLAN-Technik für die drahtlose Kommunikation zwischen beiden Geräten einzusetzen. Die geeigneten Geräte waren schnell (und preiswert) bei der Firma D-Link in Form eines Wireless Client Converters DWL-G810 gefunden. So fährt nun ein DWL-G810 auf dem Gepäckständer des Fahrrads mit, das zweite Gerät steht neben dem fest stationierten Laptop. Für die Datenübertragung gilt allerdings, dass immer Sichtverbindung zwischen Fahrrad und Empfänger bestehen muss. Die beiden Geräte werden über 12-Volt-Akkupakete versorgt. In einem ersten Dauertest gaben die Akkus erst nach fast 5 Stunden auf.
Das Projekt "Betriebslastenmessung an einem Fahrrad" ist damit nicht zu Ende. Mit dem Fahrrad steht jetzt ein gut transportables Demonstrationsobjekt für die Vorlesung Betriebsfestigkeit in den Studiengängen Maschinenbau sowie Material und Produktentwicklung zur Verfügung. Es wird in den kommenden Jahren sicher Basis für weitere Studienprojekte und Bachelorarbeiten sein. Auch das Student Racing Team des Fachbereichs 2 hat bereits Interesse an der Messtechnik angemeldet, um seinen Rennwagen betriebsfest dimensionieren zu können.
Abschließend ist festzuhalten, dass mit diesem Fahrrad erstmals die WLAN-Technik im Bereich der Betriebslastenmessung eingesetzt wurde. Die Arbeiten an diesem Projekt wurden von Dipl.-Ing (FH) Carsten Hensel im Rahmen seines dritten Masterprojekts durchgeführt. Unterstützt wurde er dabei von Dipl.-Ing. (FH) Roland Stöss, Laboringenieur im Labor für Werkstoffkunde des Fb 2, und Frau Serena Hepp von der Elektronikwerkstatt des Fb 2.
Prof. Dr. Wolfgang Magin, Fachbereich 2

Die gesamte Messtechnik, Datenübertragung und Energieversorgung auf dem Gepäckständer

- Prof. Dr. Wolfgang Magin erläutert die Messtechnik
Fb 2 stellt zwei Projekte publikumswirksam vor
Fb 02 stellt zwei Projekte publikumswirksam vor Auch in der Bildungspolitik ertönt mittlerweise verstärkt der Ruf nach mehr Ausbildung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Wobei es gilt, das Interesse der Jugendlichen möglichst frühzeitig zu wecken: Am besten durch Informationen und anschauliche Demonstrationen sagten sich die Veranstalter des Events "Arena frei für kluge Köpfe" am 6. September 2008 in der Commerzbank-Arena Frankfurt am Main. Es war ein Gemeinschaftsprojekt von VDI Landesverband Hessen, Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Hessen Chemie, VCI Hessen und VDE Rhein-Main unter der Schirmherrschaft des Hessischen Kultusministeriums und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Vorgestellt wurden mehr als hundert Projekte zum Thema Nachwuchsförderung in Naturwissenschaften und Technik. Dabei gab es Informationsangebote für alle Schulstufen und -arten, Informationen über innovative Möglichkeiten der technisch-naturwissenschaftlichen Wissensvermittlung und vieles mehr. Die FH Frankfurt war in dieser "Arena" durch den Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften vertreten. Erfreulicherweise war der Stand im VIP-Bereich der Commerzbank-Arena an exponierter Stelle platziert und konnte sich deshalb über viele Interessenten freuen: Lehrer und Lehrerinnen aller Schultypen, aber auch viele Eltern mit Sprösslingen unterschiedlichster Altersgruppen. Prof. Dr. Michael Hefter, Prof. Dr. Wolfgang Magin, Prof. Dr. Andreas Orth sowie die Laboringenieure Bernd Mohn und Roland Stöss standen für Fragen aller Art zur Verfügung, gaben Flyer aus und erteilten Auskünfte über die Studiengänge des Fachbereichs 2. Dabei wurden sie tatkräftig unterstützt von den Studierenden Marianne Kapitza, Roland Hein, Ralf Petschel und Jan Reihsig, ohne die auch der Auf- und Abbau des Standes nicht so reibungslos über die Bühne gegangen wäre. Mit zwei Attraktionen konnte der Fachbereich 2 aufwarten: Einmal war es das Fahrrad, mit dem das Labor für Werkstoffkunde die Betriebsbelastung an neun Messstellen erstmals mit WLAN-Technik erfasst (siehe gesonderter Bericht in dieser Ausgabe). Zum anderen hatten die Mitglieder des Racing Teams der FH Frankfurt ihren "Flitzer" Ribbed 08 mitgebracht, mit dem sie zuletzt am Wettbewerb Formula Student Germany auf dem Hockenheimring teilgenommen hatten. Mit großer Begeisterung erläuterten sie potentiellen Rennfahrern jeder Altersklasse die Besonderheiten ihres Modells.
Rita Orgel, Fachbereich 2

Im Ribbed 08 ein künftiger Rennfahrer - umgeben von Mitgliedern des Racing Teams.

- MainCampus- Stipendiaten 2008
MainCampus fördert Helle Köpfe
Zwei von ihnen studieren am Fb 2 der FH Frankfurt
Unter dem Motto "Helle Köpfe für Frankfurt" hat die Stiftung Polytechnische Gesellschaft in Frankfurt am Main am 12. November 2008 in Anwesenheit der hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger zehn Kandidatinnen und 14 Kandidaten im Alter von 21 bis 39 Jahren in das Stipendiatenwerk MainCampus aufgenommen. Es unterstützt junge Menschen mit herausragender Begabung, die in Frankfurt ihre wissenschaftliche Laufbahn bereits vorbereiten oder einschlagen wollen. Sie sollen gleichzeitig als "Botschafter für den Wissensstandort Frankfurt am Main" auftreten.
Die ausgezeichneten Studierenden, Doktoranden oder Wissenschaftler in Erziehungsverantwortung kommen von drei unterschiedlichen Hochschulen: der Goethe - Universität, der Fachhochschule Frankfurt am Main sowie der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Die Stiftung fördert sie in drei Programmlinien: "MainCampus academicus", "MainCampus doctus" und "MainCampus educator".
Eine Jury aus Professoren der beteiligten Hochschulen hat die 24 Stipendiaten ausgewählt. Sie zeichnen sich, neben ihrer hohen fachlichen Qualifikation, durch ein ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement für das Gemeinwohl aus. Das gilt auch für den 22 - Jährigen David Heun, der an der FH Frankfurt den Studiengang Mechatronik/ Mikrosystemtechnik belegt hat: Zusammen mit einem Stadtteilbotschafter der Stiftung hat er einen Kletterturm in Nieder - Erlenbach konzipiert. Heun, der von seiner Studiengangsleiterin, Frau Prof. Dr. Hannelore Reichardt, vorgeschlagen wurde, erhält ein Academicus - Stipendium. Es
richtet sich an besonders qualifizierte Studierende im Master - bzw.
Hauptstudium und ist mit 620 Euro im Monat plus 50 Euro Büchergeld dotiert.
In dem harten Ausleseprozess konnte sich auch der zweite Stipendiat aus dem Fb 2 positionieren: Erol Tutundzic wurde von Prof. Dr. Hans - Reiner Ludwig (Maschinenbau) nominiert. Er ist im Rahmen seinesEngagements als Senior der in Frankfurt ansässigen Katholischen Deutschen Studentenverbindung Moeno - Franconia aktiv, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch regelmäßige soziale und karitative Initiativen einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Als Beispiele können hier die im Winter zusammen mit dem Caritasverband durchgeführte Obdachlosenspeisung oder die Integration von Jugendlichen aus sozialen Brennpunkten des Stadtteils Eschersheim genannt werden.
Beide FHler können sich nicht nur über eine finanzielle Förderung freuen, sondern werden darüber hinaus von der MainCampus - Akademie profitieren, einem umfassenden Betreuungs - und Qualifizierungsprogramm. Die MainCampus - Akademie stärkt in gemeinsamen Seminaren die individuelle Handlungskompetenz, unterstützt die Stipendiaten auf ihrem Weg in den Beruf, gibt Anregungen zum interdisziplinären Austausch und bietet Begegnungen mit interessanten Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kunst und Kultur. An das Stipendium schließt sich eine systematische Alumni - Arbeit an. Dort wird die Stiftung den regelmäßigen Austausch und eine dauerhafte und langfristige Verbindung aller Stipendiaten fördern.
Ein interessantes und ehrgeiziges Projekt also, an dem sich erstmals Studierende der FH Frankfurt am Main beteiligen konnten. Es bleibt zu hoffen, dass David Heun und Erol Tutundzic, die zur ersten Generation der "Hellen Köpfe" gehören, Vorreiter für weitere Kommilitoninnen und Kommilitonen sein werden. Denn im Juni 2009 werden die nächsten Bewerbungen eingereicht.
Rita Orgel, Fachbereich 2

- Die VGU und ihre Studierenden. In der Mitte Gründungsrektor Prof. Dr. Wolf Rieck, links von ihm Prof. Dr. Gernot Zimmer.
Fachbereich 2 exportiert Bachelor- Studiengang EIT an die Vietnamese German University (VGU) in Ho-Chi-Minh-Stadt
Die FH Frankfurt kann für sich in Anspruch nehmen, als erstes Mitglied eines Konsortiums von 30 bundesdeutschen Hochschulen, die an der VGU Studiengänge einrichten möchten, vor Ort aktiv geworden zu sein. Auch Universitäten des TU9-Verbundes wollen dem Beispiel der FH FFM folgen. Dabei hat sicherlich eine wichtige Rolle gespielt, dass der frühere FH- Präsident Wolf Rieck Gründungspräsident der vietnamesisch-deutschen Universität ist und die Stabübergabe an den neuen Präsidenten der FH FFM, Dr. Detlev Buchholz, gut funktioniert hat. Nicht zu vergessen ist auch das Engagement von Prof. Dr. Peter Nauth aus dem Fachgebiet Elektrotechnik.
Seit Herbst vorigen Jahres sind 32 Studierende (davon zwei Studentinnen) im Studiengang EIT der VGU eingeschrieben. Sie durchlaufen zunächst eine Art Studienkolleg mit den Fächern Mathematik, Physik und Englisch. Gute englische Sprachkenntnisse sind die Voraussetzung dafür, dass die Studenten und Studentinnen einer Vorlesung folgen können. An dieses "Foundation Year" wird sich ab September 2009 der von der FH Frankfurt übernommene sechssemestrige Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik (EIT) anschließen, zum großen Teil in Form von Blockseminaren. Zu den Geldgebern des Projekts zählen u. a. der Bund und das Land Hessen. Die Studiengänge sollen nach Richtlinien des DAAD finanziert werden, wobei das Konsortium eine Auswahl trifft.
EIT macht den Anfang. Vom 28. Februar bis 15. März 2009 war deshalb der Studiendekan des Fachbereichs 2, Prof. Dr. Gernot Zimmer, in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, eingeladen, einen Kompaktkurs zu den "Grundlagen der Elektrotechnik" zu halten. Fünf ECTS werden dafür vergeben. Am Vormittag gab es jeweils vierstündige Vorlesungen, am Nachmittag folgten zweistündige Übungen unter Anleitung eines vietnamesischen Tutors. "Die Studierenden waren sehr interessiert und wissbegierig", so Prof. Zimmer. "Ich war überrascht über ihre sehr gute mathematische Grundausbildung. Auch die Grundbegriffe der Elektrotechnik waren bekannt. Aber die Achtzehn- oder Neunzehnjährigen stellen natürlich eine gewisse Auslese dar, weil sie in der Zulassungsprüfung bereits eine Fächerkombination auswählen, vor allem aber eine bestimmte (hohe) Punktzahl erreichen müssen."
Die VGU residiert in einem umgebauten Bürogebäude und verfügt über eine ausreichende Zahl von Computer-Arbeitsplätzen. Noch nicht geklärt ist die Frage der Bereitstellung von Laboren, eventuell werden auch die Einrichtungen der nahen Nationaluniversität mit benutzt werden können. Wie immer in einer Aufbauphase, ist vieles noch im Fluss. Sicher ist jedoch, dass die vietnamesischen Studierenden in diesem Sommersemester damit begonnen haben, sich auch deutsche Sprachkenntnisse anzueignen: Ab dem fünften Semester, so ist es geplant, werden sie an die FH Frankfurt wechseln und sollen sich dann in ihrem neuen Umfeld einigermaßen verständigen können.
Rita Orgel, Fachbereich 2