TTFachhochschule Frankfurt am Main / University of Applied Sciences
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Standards für Reflexions-
und Praxisbegleit-
veranstaltungen

Beschluss vom 23.1.2008

1. Eingrenzung des Themas:
An 2 Stellen sind im BA Reflexions/ Praxisbegleitveranstaltungen vorgesehen:

  • Modul 6, Unit 1: Studien- und berufsbezogene Selbstreflexion (2 SWS mit 15 Studierenden)
  • Modul 18, Unit 2: begleitete Praxis und Praxisreflexion (je 2 SWS über 2 Semester mit 15 Studierenden)

Das Spezifische beider Veranstaltungen liegt darin, dass

  • 6.1.  breiter angelegt ist, indem die Studierenden zunächst mit Konzept und Methoden der  Selbstreflexion bekannt gemacht werden sollen. Dabei bezieht sich die Selbstreflexion einmal auf den Lernort Hochschule (Studienmotivation, -wahl, Erfahrungen im und mit dem Studium) wie auf ausgeübte (ehrenamtliche, freie und unselbständige berufliche) Tätigkeiten im Sozialen Feld.
  • 18.2. sich spezifisch auf die Felder Sozialer Arbeit bezieht, die als Studienschwerpunkt gewählt wurden (freie Praktika und Praxisprojekte).

2. Standards für die studien- und berufsbezogene Selbstreflexion (Modulunit 6.1.)
2.1. Standards für Lehrende

Die Lehrenden sollen (jeweils zusätzlich zum Fachstudium) über folgende Kompetenzen verfügen: Fachlich anerkannte, reflexionsbezogene Qualifikation und inhaltliches/ prüfungsbezogenes Wissen über den zu reflektierenden Studiengang (Bachelorstudiengang Soziale Arbeit , FH-Frankfurt)

2.2. Standards für die Lehre
Konzeption und Ziel:

(Selbst-)Reflexion ermöglicht einen Zugang zu sich selbst, zwischenmenschlichen Beziehungen, sozialen und gesellschaftlichen Situationen, sei es durch die Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Erfahrungen, sei es durch eine Auseinandersetzung mit einschlägiger Fachliteratur. (Selbst-)Reflexive Gespräche in der Gruppe tragen dazu bei, sowohl das eigene Denken, Handeln und Fühlen als auch dasjenige der Anderen besser wahrzunehmen und zu verstehen und mit Differenzen produktiv umzugehen. Die gemeinsame Arbeit in der Gruppe sensibilisiert beispielhaft für zwischenmenschliches Geschehen in der sozialen Berufsausübung und dient somit der Erweiterung psycho-sozialer Kompetenz.

Grundlegende Arbeitsinhalte
Reflexionsinhalte beziehen sich auf studien- und berufsorientierte Fragen und deren Wechselwirkungen:

  • Studienmotivation und Studienwahl
  • Erfahrungen im Studium (Auseinandersetzung mit der/den eigenen Rollen(n), Gruppenprozesse, Verhältnis Lehrende – Lernende, Selbst- und Fremdwahrnehmung)
  • Erfahrungen in und mit der Sozialen Praxis (Praxiserfahrungen, Praxisbeobachtung usw.)
  • Auseinandersetzung mit Profession und Professionalität Sozialer Arbeit.

2.3. Standards für die Teilnahme und den geforderten Kompetenzerwerb

  • Da diese Unit prozessorientiert angelegt ist und der Entwicklung (in) der Gruppe als Lernfeld im Bereich Sozialer Kompetenz eine hohe Bedeutung zukommt, ist regelmäßige Teilnahme unabdingbar.
  • Alle personenbezogenen Aspekte unterliegen der Schweigepflicht.
  • Bereitschaft, sich mit der eigenen Rolle, den eigenen Handlungen und der Wirkung auf andere reflektiert auseinander zu setzen.

3. Standards für die Begleitveranstaltungen des Praxismoduls (Modulunit 18.2.)
3.1. Standards für Lehrende

Da der Inhalt der Veranstaltung in unterschiedlichen Formen auf exemplarische Praxisfelder Sozialer Arbeit bezogen ist (direkter Kontakt mit Klientel bei Hospitationen und freien Praktika und/oder Arbeitsfeld- und Institutionenbezug bei Praxisprojekten), können auch hier die Lehrenden über unterschiedliche Profile verfügen:
Profil 1:  Fachlich anerkannte, reflexionsbezogene Qualifikation oder
Profil 2:  Einschlägige Feldkompetenz in einem Bereich des jeweiligen Schwerpunkts
und inhaltliches/ prüfungsbezogenes Wissen über die Arbeitsfelder des jeweiligen Schwerpunktes.

3.2. Standards für die Lehre
Zwei Dimensionen von Praxiserfahrungen sollen in ihren unterschiedlichen Facetten und Wechselwirkungen thematisiert werden:

  • zum einen soll der institutionelle Rahmen der Praxisstellen bearbeitet werden,
  • zum anderen die psycho-soziale Dimension der eigenen Arbeit reflektiert werden.

Ziel des ersten Aspektes ist ein besseres Verständnis der strukturellen Komponenten Sozialer Arbeit und der Verbesserung instrumenteller Handlungskompetenz, Ziel des zweiten Aspektes ist die Verbesserung der Selbstwahrnehmung und der Erwerb interaktioneller und kommunikativer Kompetenzen.

Praxisreflexion in diesem Sinne bezieht sich auf

  • die eigene Person
  • die Klientel
  • die berufliche Kooperation
  • die Einrichtung, die Organisationsstruktur, den normativen Rahmen

und schließt dabei ökonomische, rechtliche und politische Bedingungen sowie ethische Dimensionen ein.

3.3. Standards für die Teilnahme und den geforderten Kompetenzerwerb

  • Da diese Unit prozessorientiert angelegt ist und der Entwicklung (in) der Gruppe als Lernfeld im Bereich Sozialer Kompetenz eine hohe Bedeutung zukommt, ist regelmäßige Teilnahme unabdingbar.
  • Alle personenbezogenen Aspekte unterliegen der Schweigepflicht.
  •  Anfertigung einer Praxisdokumentation

3.4. Anforderungen an die Praxisdokumentation (ca. 10-15 Seiten)
1. Kurzinformationen über die Einrichtung(en)
einschließlich deren institutionellen und organisatorischen Rahmen:

  • Rechtsform des Trägers der Stelle,
  • Zugehörigkeit des Trägers der Stelle zu einem Dachverband,
  • Rechtsgrundlagen der Arbeit (in) der Einrichtung (insbes. bezogen auf die Klientel),
  • Finanzierungsgrundlagen der Einrichtung und der Arbeit mit der Klientel

2. Beschreibung des institutionellen Arbeitsauftrages

  • Aufgabenbereich/e der Einrichtung
  • Zahl und Qualifikation der MitarbeiterInnen der Einrichtung
  • Zielgruppe/KlientInnen
  • Methodische Ansätze bezogen auf die Klientel.

3. Kurze Darstellung des Praktikumsverlaufs

4. Eigene professionelle Verortung und persönliche Lernziele

  • Beschreibung von Art und Umfang der Anleitung
  • Darstellung der eigenen Lernziele im Rahmen der Zielvereinbarung
  • Reflexion des eigenen methodischen Ansatzes

5. Auswertung des Praktikums
a) Exemplarisch anhand eines Fallbeispiels, einer konkreten Situation oder eines spezifischen Handlungskontextes unter besonderer Berücksichtigung eigener Aktivitäten und Handlungsanteile

  • Darstellung des äußeren Settings (beteiligte Personen und deren Funktionen, persönliche Einschätzung des Settings)
  • Selbstreflexion unter dem Gesichtspunkt
    • Personale Fähigkeit
      (z.B. Selbstwahrnehmung und Reflexion der eigenen Person: Rolle(n) (Geschlechterrolle, professionelle Rolle), Sozialisation, Stärken und Schwächen (Selbst-, Fremd-, Wunschbild), Konfliktmustern, Ambivalenzen und Abwehrformen; Entwicklung von Selbstvertrauen und Selbstsicherheit, Auseinandersetzung mit Autonomie und Abhängigkeit, Macht und Ohnmacht)
    • Interaktionelle und kommunikative Fähigkeiten
      (z.B. Einfühlen in einzelne Personen und Gruppen, Reflexion von Beziehungsmustern und Kommunikationsproblemen, Umgehen mit Nähe und Distanz; Entwicklung und Überprüfung des eigenen Kommunikationsstils, Handlungsfähigkeit im sozialen Kontakt; Team- und Kooperationsfähigkeit,
    • Analytische und instrumentelle Fähigkeit
      (Erörterung von – methodisch-theoretisch fundierten – Interventionsmöglichkeiten und erforderlichen Kompetenzen (professional skills))
    • Handlungsfähigkeit in der Organisation
      (Reflexion der Strukturen und Organisationsform der Praxiseinrichtung, eigene Rolle in der Institution, Einfinden in die Bedingungen und Strukturen der Einrichtung)

b) Sowie im Hinblick auf die getroffenen Zielvereinbarungen und deren Realisierung