Fachhochschule Frankfurt am Main / University of Applied Sciences
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Computergestützte Politikberatung von Kommunen - ein Pilotprojekt in der Stadt Rödermark

Kooperierende Institutionen

Institut für Neue Medien (INM) Frankfurt am Main
Forschungszentrum Demografischer Wandel (FZDW)

Laufzeitbeginn

April 2008

Thema

Das Forschungsvorhaben strebt eine Simulation demografischer Wandlungsprozesse in der Stadt Rödermark an. Die Simulation soll zum einen Bürger und kommunale Entscheidungsträger über die demografische Entwicklung in der Stadt informieren. Zum anderen soll die Simulation Prozesse in der Stadt anstoßen, als Werkzeug für die Sozialplanung und Stadtentwicklung dienen und als Katalysator für die Kommunikation zwischen Bürgern, Politik, Verwaltung und Wissenschaft fungieren. In einem ersten Schritt geht es darum, Szenarien sozialstruktureller Merkmale in der Stadt zu entwickeln, z.B. die Größe bestimmter Alterskohorten oder Haushaltsstrukturen zu modellieren. Im weiteren Verlauf des Forschungsvorhabens rücken dann zunehmend soziologische und ökonomische Kategorien in den Fokus der Modellierung: Welche Bedürfnisse haben Bürger in bestimmten Lebenslagen? Welche Ressourcen können sie der Stadt zur Verfügung stellen? Diese Kategorien werden sukzessiven Eingang in das Modell finden. Perspektivisch stellt die Simulation demografischer Prozesse in der Stadt Rödermark ein Pilotprojekt dar. In seinem Rahmen wird die Erarbeitung der relevanten kommunalen Strukturen angestrebt, die in der Folge für sämtliche Städte und Gemeinden von Relevanz sind. Erzielt das Pilotprojekt den erwünschten Erfolg, so ist es vorgesehen, am Forschungszentrum Demografischer Wandel eine Sektion "Computergestützte Politikberatung für Kommunen" zu etablieren, die als Dienstleistung von den Kommunen in Anspruch genommen werden kann.

Vorgehensweise

Die Simulation des demografischen Wandels erfolgt mit der "OKSIMO-Software". Diese opensource Software, die vom Fachbereich 2 in Verbindung mit dem Institut für Neue Medien (Frankfurt) entwickelt wird, bietet die Möglichkeit, empirische Wirklichkeitsausschnitte in ein visuelles Modell der interessierenden Prozesse abzubilden, mittels solch eines hypothetischen Modells Vorausberechnungen (Simulationen) vorzunehmen, sowie - im Laufe des Jahres 2008 - sogar Fragen bezüglich möglicher Verläufe in der Zukunft direkt zu stellen und im Rahmen des verfügbaren Wissens beantwortet zu bekommen (Orakel-Funktion). Diese genannte Bündelung von Funktionen (visuelle Prozessmodellierung, Simulation, Orakel) ist zur Zeit weltweit einmalig und stellt somit ein technologisches Alleinstellungsmerkmal dar, das in Verbindung mit den sozialwissenschaftlichen Methoden des FZDW innovatives Neuland beschreitet. Die angezielten Prognosen sozialstruktureller Merkmale erfolgen soweit wie möglich auf der Grundlage von amtlichen Daten, die von der Stadt Rödermark zur Verfügung gestellt werden. Projektionen von Bedürfnissen und Ressourcen erfordern dagegen Informationen von Seiten der Bevölkerung. Hier ist es sinnvoll, auf sozialwissenschaftliche Umfragen zurück zu greifen. So ist es denkbar, die Menschen nach ihrer bevorzugten Lebensweise im Alter zu fragen, um so z.B. den zukünftigen Bedarf an häuslicher Pflege bzw. an Pflege- und Seniorenheimen modellieren zu können.

Untersuchungsgebiet

Die Stadt Rödermark im Landkreis Offenbach

Erwartete Ergebnisse

Während der Pilotphase sollen in Kooperation mit Experten der Stadt Modelle zur Bevölkerungsentwicklung nach Alterskohorten geschätzt und evaluiert werden. Nach Ablauf der Pilotphase werden dann die künftigen Perspektiven des Forschungsvorhabens in Absprache mit der Stadt erörtert. Die Ergebnisse, die im Rahmen dieses Pilotprojekts gewonnen werden, dienen gleichzeitig der Generierung eines "Rasters", das für die Simulation demografischer Wandlungsprozesse in anderen Kommunen herangezogen werden kann.