Kontakt:
Christof Caspary
Fachsprachenzentrum
Raum 2/376
Tel. +4969 / 1533 3103
caspary#ät#fsz#punkt#fh-frankfurt#punkt#de
Jürgen Schwan
Akademisches Auslandsamt
Raum 1/03
Tel. +4969 / 1533 2749
schwan#ät#aa#punkt#fh-frankfurt#punkt#de
Das integrative Modul: Ein neuer Weg zur Förderung ausländischer Studierender
Im Wintersemester 2007/08 startet ein neues Studien begleitendes Angebot für Studierende, die ihre Hochschulzugangsberechtigung außerhalb Deutschlands erworben haben. Das „entwicklungspolitische integrative Modul“ ist ein fachbezogenes, doch fachbereichsübergreifendes Programm mit der Funktion, Studierenden aus dem Ausland dazu zu verhelfen, ihre „mitgebrachten“ Qualifikationen für ein Studium an einer deutschen Hochschule zu optimieren. Das Modul wird in Kooperation zwischen dem Fachsprachenzentrum, dem Akademischen Auslandsamt und der Katholischen Studentengemeinde (KSG) organisiert. Die nachfolgend vorgestellte Konzeption gilt als ein Leitfaden für erste Verlaufsphase, der den Bedürfnissen der Studierenden entsprechend weiterzuentwickeln ist.
1.Funktion des Moduls
Ziel des Moduls ist es, BildungsausländerInnen mit den Bedingungen, unter denen ein Studium an einer deutschen Hochschule durchgeführt wird, in der ersten Studienphase vertraut zu machen.
Dabei spielen der unterschiedliche kulturelle Hintergrund der ausländischen Studierenden ebenso eine Rolle wie die Erwartungen an einen erfolgreichen Abschluss und die Lernerfahrungen im bisherigen Bildungssystem – dies alles verzahnt mit den sprachlichen Vorkenntnissen, die die Studierenden für ein Fachstudium mitbringen.
Die Aneignung von Bildung fand für diese AusländerInnen nicht nur in einer anderen Unterrichts- und damit Fachsprache statt, auch das Lehren und Lernen vollzog sich häufig nach anderen methodischen Standards. So sind Erstsemester gerade aus den für die FH klassischen Herkunftsländern (z.B. Marokko, Kamerun) vornehmlich Frontalunterricht und Repetieren des Lehrstoffs gewohnt. Gruppenarbeit oder individuelles Erarbeiten von Zusammenhängen wurden auf dem bisherigen Bildungsweg vielfach nicht sozialisiert.
Ebenso „neu“ ist es für viele BildungsausländerInnen auch aus dem asiatischen Raum, Lehrmeinungen zu hinterfragen und unterschiedliche (wissenschaftliche) Standpunkte zu reflektieren. Für Studierende aus Ländern mit ausschließlich schriftlicher Wissenschaftstradition verursacht zudem die mündliche Beteiligung Probleme. So muss z.B. gerade von chinesischen Studienanfängern die Teilnahme und die Behauptung in Diskussionen von Grund auf adaptiert werden.
Alles andere als vertraut ist auch die hiesige „Prüfungskultur“. Gelerntes unter Zeitdruck auf verwandte Fragestellungen zu transponieren, muss oft selbst erst gelernt werden. Außerdem finden Leistungstests in vielen Herkunftsländern regelmäßig in kürzeren Abständen statt, während hier oft eine einzige Prüfung am Ende über den Erfolg eines ganzen Semesters entscheidet. Veranstaltungsbegleitende, eigenmotivierte Prüfungsvorbereitung muss so eingeübt, die synchrone Vorbereitung auf mehrere Prüfungen geschult und die Prüfungsangst vor den ungewohnten Anforderungen kompensiert werden.
Die Anpassung an all diese Bedingungen blieb BildungsausländerInnen bisher selbst überlassen. Wenn sie nicht durch den Besuch eines Studienkollegs darin unterstützt wurden, mussten sie die Akkulturation individualisiert nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum parallel zum Fachstudium leisten Die Bewältigung dieser Aufgabe kostete erfahrungsgemäß reichlich Zeit und Mühe, was sich auch im oft problematischeren und langwierigeren Studienverlauf vieler dieser Studierender ausdrückt.
Schließlich spielt die (fach-)sprachliche Qualifikation eine wesentliche Rolle. Die sprachlichen Voraussetzungen sind oft – trotz formal erfüllter Bedingungen – unzureichend für eine effektive, aktive wie passive Kommunikation im Wissenschaftsbereich. Dazu kommt die komplexe Sprache auch in der Hochschulverwaltung – Bestimmungen, Regularien, Prüfungsordnungen-, die im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Ausbildungsbedingungen die Integration erschwert und daher im Rahmen des Moduls separat angegangen wird.
Aufgabe des Moduls soll es nun sein, die Studierenden gleich in der Studieneinstiegsphase darin zu unterstützen, die bildungssozialisatorischen Differenzen leichter zu überbrücken. Durch eine intensive fachsprachliche Orientierung im Zusammenhang einer systematischen Instruktion hinsichtlich der sie hier erwartenden Lehr- und Lernbedingungen soll ihnen erleichtert werden, ihr intellektuelles Potenzial von Anfang an auch unter für sie „fremden“ Verhältnissen optimal zu entfalten. Zur Steigerung der Partizipation innerhalb von Hochschule und Gastland sollen zudem interkulturelle Erfahrungseinheiten und Einführungen in die politische, wirtschaftliche und soziale Verfasstheit der Bundesrepublik in das Modul integriert werden.
Die Ausrichtung des Moduls macht ein enges Zusammenwirken der Fachbereiche, des Fachsprachenzentrums, des Akademischen Auslandsamts und anderer Einrichtungen der Hochschule (z.B. Bibliothek, Studentengemeinden) nötig. Die Fachbereiche stellen Fachliteratur, Musterklausuren oder Prüfungsordnungen zur Verfügung, anhand derer die ModulteilnehmerInnen praktisch arbeiten können. Darüber hinaus empfehlen sie jeweils fachbegriffliche Glossars, die gleichfalls in den Unterricht mit einbezogen werden. Die Ausländerbeauftragten bzw. andere geeignete Vertreter der Fachbereiche nehmen zudem gezielt an einzelnen Unterrichtseinheiten teil, um Prüfungsordnungen zu erläutern oder die allgemeinen thematischen Einführungsblöcke zu referieren, die inhaltlich dann selbst wieder Gegenstand des Modulunterrichts werden sollen.
Dozenten des Fremdsprachenzentrums und der Katholischen Studentengemeinde (die bisher bereits Lehraufträge im Bereich von KWRG wahrgenommen haben) sind für die Vermittlung der „indirekten Ziele“ der Veranstaltung zuständig: Effektives Lesen, Textanalyse, Argumentation, Agieren in Gruppen, Zeitmanagement etc. Kurzum: Sie vermitteln die für ein erfolgreiches Studieren in der Fremdsprache Deutsch nötigen Techniken wissenschaftlichen Arbeitens. Verantwortlich für das Modul ist der Sprachdozent Deutsch am Fachsprachenzentrum, der gemeinsam mit geeigneten Dozenten die TeilnehmerInnen durch das dreisemestrige Programm führt. Im Kontakt mit diesen sowie in Verbindung mit dem Akademischen Auslandsamt evaluiert er das Programm und entwickelt es inhaltlich und didaktisch weiter.
Angehörige anderer Einrichtungen der Fachhochschule werden fakultativ in den Unterrichtsbetrieb eingebunden, wenn dies inhaltlich sinnvoll ist (z.B. VertreterInnen der Bibliothek zum Thema Literatur- oder Online-Recherche).
Durch erfolgreiche Teilnahme am Modul soll Studienanfängern, die qua Nationalität keinen Anspruch auf ein Darlehen zur Finanzierung der Studienbeiträge nach HStubeiG besitzen, eine Befreiungsmöglichkeit von Gebühren für die restlichen Semester der Regelstudienzeit gewährt werden.
2. Aufbau des Moduls
In den Einheiten des Moduls werden „Theorie“ und „Praxis“ nicht getrennt. Die „Wissensvermittlung“ besitzt „Trainingscharakter“ und knüpft unmittelbar an den (Vor-)Erfahrungen der TeilnehmerInnen in den jeweiligen Lernkulturen bzw. an der Fachhochschule an. Sowohl in den lern- als auch in den sprachqualifizierenden Einheiten bleibt so immer Raum für „Troubleshooting“ hinsichtlich aktueller Anforderungen aus dem Studienalltag. Der Inhalt der „Sprachanteile“ definiert sich zunächst über die Anwendung der in den vorausgegangenen Einheiten erarbeiteten „Soft skills“, zugleich soll aber auch das Eingehen auf besondere „Trainingswünsche“ der Gruppe ermöglicht werden (fachsprachliche, grammatikalische Übungen etc.). Das Material für die Übungen entstammt dem Studienalltag der TeilnehmerInnen oder wird von den beteiligten Fachbereichen zur Verfügung gestellt (Fachtexte, Alt-Klausuren, Prüfungsordnung etc.)
Das Modul wird über drei Semester mit Einheiten von jeweils 3 Semesterwochenstunden angeboten. Es gliedert sich inhaltlich wie folgt (Nähere Erläuterungen zum Inhalt der einzelnen Einheiten finden sich im Anschluss an das jeweilige Semesterprogramm):
1.Semester
1. Einführung - Willkommen zur FH-Survivaltour (1)
2. Lernen - Behalten - Erinnern (1) – Was soll ich, was will ich lernen? (2)
3. Lernen - Behalten - Erinnern (2) – Effektives Lernen und Zeitmanagement (3)
4. Sprachtraining - Fachsprachliche Übungen (anhand von Mitschriften aus Vorlesungen etc.)
5. Sprachtraining – Troubelshooting
6. Techniken wissenschaftlichen Arbeitens: Was heißt HIER Wissenschaft?
7. Logik und Argumentation – Die Grammatik des Wissenschaftsdeutschen
8. Sprachtraining - Fachsprachliche Übung Grammatik
9. Sprachtraining- Grammatik /Troubleshooting
10. Modellvorlesung Fachbereich
11. Modellvorlesung Fachbereich
12. Sprachtraining – Fachsprachliche Übung: Auswertung der Einheiten 10 + 11
(1) Inhalt der ersten Einheit ist es, den Studierenden die Funktion des Moduls vorzustellen: Es soll dabei helfen, ein Studium in fremder Sprache und manchmal „exotischer“ Umgebung erfolgreich zu bewältigen. Für die „Survivaltour FH“ werden die Wege zum Ziel aus der Sicht der TeilnehmerInnen illustriert: Welche Ausrüstung bringe ich mit? – Die Studierenden bringen Lehr- und Lernerfahrungen aus ihren Herkunftsländern ein - Was verlangt das Abenteuer Studium alles von mir? Lehr- und Prüfungsformen“ an der FH werden exemplarisch vorgestellt – Wie überlebe ich im „Dschungel FH“? - Vorstellung der These: Um erfolgreich zu sein, ist die Synthese alter und neu zu erwerbender “Schlüsselqualifikationen“ nötig.
Was fehlt mir und was kann ich für die Tour gut gebrauchen? – Die Schulung von „Techniken wissenschaftlichen Arbeitens“, die Qualifizierung der dazu nötigen Deutsch-Kenntnisse und die Anwendung effektiver „Lerntechniken“.
(2) In dieser Einheit soll die Einsicht in die Kulturabhängigkeit von „Lernen“ vertieft werden. Ausgehend von den Fragen Wie lerne ich?, Was lerne ich? Und Wozu lerne ich? sollen unterschiedliche Ziele (z.B. Repetieren von „Wissen“ versus „Anwendung von Wissen“) und Formen des Lernens (Einzel- und Gruppenarbeit) thematisiert werden. Vor diesem Hintergrund soll dann ein „Lernen“ definiert werden, das für ein Studium in Deutschland Erfolg verspricht.
(3) Hier sollen Hinweise gegeben werden, wie das Lernverhalten im Studium verbessert werden kann: Wie lerne ich besser lernen? Gehirngerechtes Lernen, Lernen in 6 Schritten. Exemplarisch kann dies anhand von „Mitschriften“ aus anderen Lehrveranstaltungen geübt werden: Wie lege ich Mitschriften an? Wie verwende ich sie im Lernprozess weiter? Die Arbeit an den Mitschriften kann dann im anschließenden fachsprachlichen Training fortgesetzt werden. Abschließend sollen noch Fragen der Motivation und des Zeitmanagements von Lernen behandelt werden – Wie lerne ich das Semester über effektiv für eine entscheidende Prüfung zum Abschluss? Wie bereite ich mich parallel auf verschiedene, in kurzem Abstand zueinander stattfindende Prüfungen vor?
(4) Ausgehend von der unmittelbaren Studienpraxis der Studierenden wird der Umgang mit der Fachsprache Deutsch geschult und geübt. Grundlage dazu liefern Texte, die die TeilnehmerInnen selbst aus ihrem Studienalltag einbringen: Kapitel aus Fachbüchern oder Prüfungsordnungen, Mitschriften aus Vorlesungen, Thesenpapiere etc. Diese werden unter sprachlichen Aspekten analysiert. Im gegenseitigen Austausch über die „Wissenschaftssprache Deutsch“ lernen die Studierenden diese besser zu verstehen und anzuwenden.
(5) Grundsätzliche begriffliche und grammatikalische Fragen, die durch die vorangegangene Einheit aufgeworfen worden sind, werden in dieser Einheit vertieft (Begriffsbestimmungen anhand von Glossaren, Grammatik-Übungen zu Deklination, Syntax etc.).
(6) Topos dieser Einheit ist der „Mythbuster“ Wissenschaft: Was verbirgt sich dahinter? Die Studierenden bringen ihre Sicht von „Wissenschaft“ ein. Der Wissenschaftsbegriff im Wandel von Geschichte und Kultur Welche unterschiedlichen „Arten“ von Wissenschaft gibt es? Die Erforschung unterschiedliche Realitätsbereiche erfordert unterschiedliche Methoden (Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften). Was ist allgemein typisch für Wissenschaften wie sie an deutschen Hochschulen betrieben wird? Wissenschaft als System methodisch gewonnener, nachprüfbarer und begründbarer Erkenntnis (Wissenschaftstheorie)- Wie arbeitet man/frau „wissenschaftlich“ im Studium? Herausarbeiten von Techniken wissenschaftlichen Arbeitens, die für das Studium an der FH verbindlich sind.
(7) Hier soll auf die Bedeutung von Argumentation und Logik für das wissenschaftliche Arbeiten abgestellt werden
(8) Vor dem Hintergrund der Einheit (7) wird der Bogen zur „Wissenschaftssprache Deutsch“ geschlagen: Was ist der Unterschied Wissenschaftssprache – Alltagssprache? Welche Beziehungen gibt es zwischen Grammatik und Logik? (z.B. Syntax: Sachliche und grammatikalische Bedeutung der Subjekt-Objekt-Beziehung)?
(9) Diese und andere durch die TeilnehmerInnen selbst eingebrachte fachsprachliche Fragestellungen werden im Rahmen eines „Troubleshooting“ weiter entwickelt. Die Studierenden steigern durch das Sprechen über die Wissenschaftssprache Deutsch ihre Kompetenz im Umgang mit ihr. Gegen Ende der Einheit der Arbeitsaufträge zur Auswertung der folgenden Modellvorlesung (Einheiten (10) und (11)) verteilt.
(10) + (11) Einführende Vorlesung zu typischen, für AusländerInnen relevanten Lehrinhalten eines der Fachbereiche, wodurch zugleich grundlegende Informationen über das „Gastland Deutschland“ vermittelt werden (z.B. Fachbereich 4: Die sozialen Sicherungssysteme, Fachbereich 3: Die soziale Marktwirtschaft, Fachbereich 1/2: Technikland Deutschland) Die Studierenden sollen mit Fragen und Methoden anderer Studiengänge konfrontiert werden und zugleich ihr Wissen über das Gastland Deutschland erweitern können.
(12) Die Modellvorlesung wird in der Gruppe unter wissenschaftstheoretischen und sprachlichen Gesichtspunkten reflektiert und ausgewertet. Welche Aussagen über welche Themen sind auf welche Weise kommuniziert worden? An welchen Stellen gab es fachliche, argumentative oder sprachliche Verständnisschwierigkeiten? Wie können diese bearbeitet werden (Fachwörterbücher, Literatur-, Internetrecherche etc.)?
2.Semester
1. Wissenschaftliches Lesen (1) Lesen im wissenschaftlichen Kontext
2. Wissenschaftliches Lesen (2) Analyse wissenschaftlicher Texte in der Fachsprache Deutsch
3. Sprachtraining - Textanalyse
4. Wissenschaftliches Schreiben (1) Gliederung, Informationsbeschaffung und eigener Standpunkt
5. Wissenschaftliches Schreiben (2) Schreibstile und kreative Schreibtechniken
6. Wissenschaftliches Schreiben (3) Vom Mut, deutsch zu schreiben
7. Sprachtraining - Textproduktion
8. Sprachtraining – Textproduktion / Troubleshooting
9. Modellvorlesung Fachbereich
10.Modellvorlesung Fachbereich
11.Sprachtraining – Fachsprachliche Übung: Auswertung der Einheiten 10 +11
(1) Was unterscheidet unterhaltendes von wissenschaftlichem Lesen? Lesenlernen hört nie auf – unter diesem Motto soll der wissenschaftliche Leseprozess systematisiert werden. -. Ein Vorgehen in 4 Schritten wird eingeübt, wobei dem Exzerpieren besondere Bedeutung zukommt:
(2) Wer?, Wann?, Wo?, Warum? – ausgehend von den klassischen W-Fragen wird in der vorausgegangenen Einheit erlernte Methodik konkret auf fachsprachliche Texte angewendet. An Beispielen aus dem eigenen Studienalltag wird die Textanalyse im anschließenden Sprachtraining fortgesetzt.
(3) In dieser Einheit wird die Textanalyse fortgesetzt, wobei dies auch bereits in schriftlicher Form versucht werden soll.
(4) In dieser Einheit werden die Studierenden in das wissenschaftliche Schreiben eingeführt. Der wissenschaftliche wird zunächst von anderen Schreibstilen abgegrenzt – Bedeutung der Entwicklung einer Argumentationsstruktur, Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ansätzen und Forschungsergebnissen zum Thema, Synthese eines eigenen Standpunkts – Danach werden Anleitung zur Erstellung eigener Texte gegeben: Wie beschaffe ich Informationen zum Thema? Recherche in Internet und Literatur (eventuell mit Unterstützung von VertreterInnen der Bibliothek)- Wie gliedere ich mein Thema? Strukturierung von Texten auf ein Ziel hin –Für welchen Anlass schreibe ich? – Einführung in verschieden Textsorten: Thesenpapier, Hausarbeit etc. Welche „Formalitäten“ muss ich beachten? – Zitate, Fußnoten und Literaturangaben.
(5) Jetzt komme ich zu Wort! Die Studierenden erfahren, wie wissenschaftliches Schreiben Spaß machen kann: Auf dem Programm steht eine Anleitung zu kreativem Schreiben. Außerdem werden konkrete Tipps gegen, wie Schreibblockaden überwunden werden können.
(6) In Fortsetzung der vorangegangenen Einheit soll den ausländischen Studierenden Mut zum wissenschaftlichen Schreiben gemacht werden. Mit praktischen Übungen, die in den Sprachtrainings weitergeführt (7) und (8) werden, soll Selbstbewusstsein am Sich- ausdrücken in der Fremdsprache Deutsch geweckt und gestärkt werden. Verbreitete Vorbehalte, sich nicht selbst ausdrücken zu können sollen durch Vermittlung von Erfolgserlebnissen kompensiert werden. Die Themen können aus dem unmittelbaren Studienalltag oder aus anderen fachlichen Zusammenhängen stammen.
(7) + (8) Fortsetzung der in 6. Einheit begonnenen Textproduktion. Diskussion der Ergebnisse in der Gruppe. Beurteilung unter sprachlichen Aspekten. Hilfestellungen und Anregungen durch die Gruppe und den Dozenten.
(9) + (10) Einführende Vorlesung zu typischen, für AusländerInnen relevanten Lehrinhalten eines der Fachbereiche, wodurch zugleich grundlegende Informationen über das „Gastland Deutschland“ vermittelt werden (z.B. Fachbereich 4: Die sozialen Sicherungssysteme, Fachbereich 3: Die soziale Marktwirtschaft, Fachbereich 1/2: Technikland Deutschland) Die Studierenden sollen mit Fragen und Methoden anderer Studiengänge konfrontiert werden und zugleich ihr Wissen über das Gastland Deutschland erweitern können.
(11) Die Modellvorlesung wird in der Gruppe unter wissenschaftstheoretischen und sprachlichen Gesichtspunkten reflektiert und ausgewertet. Welche Aussagen über welche Themen sind auf welche Weise vermittelt worden? An welchen Stellen gab es fachliche, argumentative oder sprachliche Verständnisschwierigkeiten? Wie können diese bearbeitet werden (Fachwörterbücher, Literatur-, Internetrecherche etc.)?
3.Semester
1. Rhetorik und Kommunikation (1) Modelle der Kommunikation
2. Rhetorik und Kommunikation (2) Logisch argumentieren in Deutsch
3. Rhetorik und Kommunikation (3) Aspekte interkultureller Kommunikation
4. Sprachtraining - Fachsprachliche Übung: Analyse eigener Texte (Referate, Hausarbeiten)
5. Sprachtraining – Vortrag eigener Texte / Troubleshooting
6. Präsentation (1) Sprechen in fremder Sprache
7. Präsentation (2) Sich auseinandersetzen in Diskussion und Rede
8. Präsentation (3) Prüfungsverhalten und Prüfungsangst
9. Modellvorlesung Fachbereich
10. Modellvorlesung Fachbereich
11.Sprachtraining – Fachsprachliche Übung: Auswertung der Einheiten 10 + 11 / Fazit
(1)Was ist Kommunikation? In dieser Einheit werden Kommunikationstheorien, -stile und –formen dargestellt. Entwicklung eines Modells der Kommunikation. Wie kommuniziere ich innerhalb der Hochschule? Herausarbeiten typischer Kommunikationssituationen und entsprechender Antworten darauf aus Sicht der Studierenden
(2) Was heißt Rhetorik? Rhetorik als Feld der Kommunikation. Entwicklung des Begriffs mit den Studierenden- Viele Worte um nichts? – Von der Bedeutung logischer Argumentation in Diskussion, Vortrag, Rede – Was nützt mir Rhetorik im Studium? Tipps für typische Sprechsituationen an der Hochschule (Halten eines Referates, Diskussion etc.) Erste praktische Übungen dazu in Einheit (5).
(3) Thematisierung der interkulturellen Seite von Kommunikation. Darlegung unterschiedlicher Bedeutung gleichen Verhaltens in verschiedenen Kulturkreisen. Diskussion mit den Studierenden über ihre Erfahrungen mit im Herkunftsland typischen, im Alltag und an der Hochschule missverständlichen Kommunikationsweisen. Anschneiden der von Problemfeldern interkultureller Kommunikation an der FH: Z.B. Schwierigkeiten für Studierende aus Ländern mit schriftlicher Wissenschaftstradition, sich in Lehrveranstaltungen mündlich einzubringen, Schwierigkeiten im Umgang mit Professoren, wenn diese in Herkunftsländern als „absolute Autoritäten“ gelten, hier aber statt „Repetierung der Lehrmeinung“ Eigeninitiative erwarten.
(4) Referate, Thenspapiere und Hausarbeiten, die die TeilnehmerInnen im vorangegangenen Semester für Fachveranstaltungen angefertigt haben, werden nachträglich nochmals unter sprachlichen Aspekten in der Gruppe diskutiert und dann für die mündliche Präsentation vorbereitet.
(5) In dieser Trainingseinheit wird die Präsentationssituation „Referat“ oder „Erläuterung einer Versuchsanordnung“ erstmals aktiv bearbeitet. Gecoacht vom Dozenten halten einzelne Teilnehmer anhand der in (4) vorbereiten Vorgaben einen möglichst freien Vortrag. Typische, eventuell auch schon zuvor in regulären Lehrveranstaltungen aufgetretene Schwierigkeiten und Ängste werden in der Gruppe ausgetauscht und reflektiert.
(6) Anschließend an die Erfahrungen von (5) zielt diese Einheit darauf, die Studierenden zu motivieren, sich selbstbewusst und eigenständig mündlich in der Fremdsprache zu äußern. In oft nicht zutreffender Selbsteinschätzung, „zu schlecht deutsch zu sprechen“ halten sich AusländerInnen in Unterrichtssituationen oft unangemessen zurück. Obgleich es schon Aufgabe aller vorangegangenen Einheiten des Moduls gewesen sein soll, die Studierenden zur mündlichen Beteiligung zu motivieren, soll in dieser – und in den beiden folgenden - Einheiten dezidiert an der Überwindung dieser „psychologischen Schwelle“ gearbeitet werden. Den Studierenden soll nicht nur praktische Hilfestellung für die selbstbewusstere Teilnahme an mündlichen Kommunikationssituationen gegeben werden.
(7) Im Anschluss an (6) soll in Diskussionen innerhalb der Gruppe der konstruktive Austausch von Argumenten geschult werden. Zugleich soll aber auch in Diskussion z.B. gegen den Dozenten die sachliche Behauptung des eigenen Standpunkts geübt werden. Durch Erfahrungen aus ihren Herkunftsländern halten es manche ausländische Studierende nicht für statthaft, „gegen“ einen Dozenten oder eine von ihm dargelegte Lehrmeinung zu argumentieren – selbst wenn das vom Dozenten erwartet wird.
(8) Im Mittelpunkt dieser Einheit steht die Präsentationssituation „Prüfung“. Im Anschluss an die Erörterung bisheriger eigener Erfahrungen der Studierenden im Umgang mit solchen Situationen werden im Rahmen des Gruppencoachings Anleitungen für die systematische Prüfungsvorbereitung und die Bewältigung von Prüfungsstress und –angst gegeben. Eingegangen werden soll dabei wieder besonders mündliche Prüfungssituationen und das „richtige“ Verhalten gegenüber dem „Prüfer“ („Sachlichkeit“ statt „Höflichkeit“, „Anwenden von Wissen“ statt „Warten auf Fragen“).
(9) + (10) (10) + (11) Einführende Vorlesung zu typischen, für AusländerInnen relevanten Lehrinhalten eines der Fachbereiche, wodurch zugleich grundlegende Informationen über das „Gastland Deutschland“ vermittelt werden (z.B. Fachbereich 4: Die sozialen Sicherungssysteme, Fachbereich 3: Die soziale Marktwirtschaft, Fachbereich 1/2: Technikland Deutschland) Die Studierenden sollen sich mit Fragen und Methoden anderer Studiengänge konfrontiert werden und zugleich ihr Wissen über das Gastland Deutschland erweitern können.
(11) Die Modellvorlesung wird in der Gruppe unter wissenschaftstheoretischen und sprachlichen Gesichtspunkten reflektiert und ausgewertet. Welche Aussagen über welche Themen sind auf welche Weise vermittelt worden? An welchen Stellen gab es fachliche, argumentative oder sprachliche Verständnisschwierigkeiten? Wie können diese bearbeitet werden (Fachwörterbücher, Literatur-, Internetrecherche etc.)?Abschließend wird ein kurzes Fazit des Modulverlaufs gezogen und auf weiterführende Veranstaltungsangebote hingewiesen.
Heribert Beck (Fachsprachenzentrum)
Christof Caspary (Fachsprachenzentrum)
Andreas Böss-Ostendorf (FDH/KSG)
Jürgen Schwan (Akademisches Auslandsamt)